Erkelenz - Kunstaktion „Abschied nehmen” erinnert an Braunkohletagebau

Kunstaktion „Abschied nehmen” erinnert an Braunkohletagebau

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In der Erkelenzer Fußgängerzone enthüllte Karl-Heinz Laufs ein Schild gegen den Foto: Koenigs

Erkelenz. Mit der Kunstaktion „Abschied nehmen” erinnert der Golkrather Künstler Karl-Heinz Laufs an den ersten Erkelenzer Ort, der dem Braunkohletagebau weichen musste. Ein großes Transparent ist über die Fußgängerzone gespannt, das an das Ortsschild von Pesch erinnert.

Nur ist es schwarz und nicht gelb, wie gewohnt. Auf der Rückseite heißt es ebenfalls auf schwarzem Grund „Abschied nehmen”.

Zur Enthüllung waren ohne Einladung viele Menschen gekommen, darunter auch Vertreter des offiziellen Erkelenz. Laufs dankte der Stadt, die ihn von Anfang an unterstützt hatte, seine Idee in die Tat umzusetzen. „Das Transparent soll einladen innezuhalten”, erklärte Laufs die Intention seiner Idee.

„Abschied nehmen” hieße auch, den Verlust zu akzeptieren, der nicht ersetzbar sei. Trauer und Machtlosigkeit spielten dabei eine große Rolle. Vor 20 Jahren hatten Laufs und vier Künstlerkollegen in der ebenfalls vom Abriss bedrohten Immerather Mühle eine erste Kunstaktion gegen den geplanten Tagebau durchgeführt. „Damals”, so betont er, „sind wir sicher gewesen, dass das Vorhaben gestoppt werden kann. Es ist anders gekommen”.

Lichterketten, Proteste und Stoppschilder hätten den Tagebau nicht stoppen können. Trotzdem sei die Zeit für Protest in jeglicher Form nicht vorbei. Das Transparent in der Fußgängerzone soll dem Betrachter helfen, die Situation zu vergegenwärtigen. Die Aktion solle dazu beitragen, gegen die „schleichende Gleichgültigkeit” zu wirken und der Erinnerung zu helfen.

Der Verlust ist endgültig

Bürgermeister Peter Jansen erklärte, dass die Aktion gerade in der Innenstadt, wo vom drohenden Tagebau nichts zu spüren sei, die Menschen zum Nachdenken anregen solle. Schließlich seien rund 5000 Erkelenzer von der Umsiedlung und dem Verlust ihrer Heimat betroffen. Mit Pesch habe die Zerstörung auch Erkelenz erreicht.

Weitere Ortschaften werden folgen. Abschied zu nehmen bedeute nicht, „Auf Wiedersehen” zu sagen, betonte Laufs. Der Verlust sei endgültig. Auch die verschwundene Ortschaft Otzenrath habe gezeigt, dass nichts bleibe, „als der Blick in ein gähnendes Loch”. Er werde weiterhin mit „künstlerischen Mitteln einen Finger in die Wunde legen”, auch mit leisen Aktionen wie dem Transparent.
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