„Kunst und Krempel“: Beratungs-Aktion im Begas-Haus macht Spaß

Von: Johannes Bindels
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Schätzchen oder wertloser Wandschmuck? Michael Bodmann und ein Bild des Künstlers Karl Theodor Heimbüchel, das er der Expertin Dr. Rita Müllejans-Dickmann vorlegte. Foto: Johannes Bindels
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Johannes Hieronimi im Gespräch mit der Besitzerin eines Kannen- und Becher-Ensembles.

Kreis Heinsberg. Einen Mehrwert für die Kunden zu schaffen, ist eine Methode der Wirtschaft, das Interesse auf die eigenen Angebote zu lenken. Was als Unternehmen funktioniert, hat auch für das Begas-Haus seine Berechtigung. Das Museum in Heinsberg mit einem Bild, Buch, mit Uhren oder Schmuck aufzusuchen und mit Experten ins Gespräch zu kommen, ist das Mehrwertangebot für die Museumsbesucher.

Als Ansprechpartner standen nun Uhrmacher Lutz Vorbach und Gold- und Silberschmiedemeister Johannes Hieronimi sowie die Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann zum Thema „Kunst oder Krempel“ im Begas-Haus einen Nachmittag lang zur Verfügung.

„Seit mehr als 20 Jahren sind in der ein oder anderen Form schon Gespräche, ob Gegenstände Kunst sind, von uns geführt worden“, sagt Müllejans-Dickmann. Das Format „Kunst oder Krempel“ mit den drei Experten zu den Bereichen Grafik und Malerei (Müllejans-Dickmann), Uhren (Lutz Vorbach) und Schmuck (Johannes Hieronimi) erfolgte nun aufgrund der großen Nachfrage zum dritten Mal innerhalb der vergangenen beiden Jahre im umgebauten Museum.

Keine Wertangaben

Wertangaben oder gutachterlich verwertbare Aussagen werden dabei nicht gemacht. Das ehrenamtlich geführte Gespräch umfasst lediglich eine erste Einschätzung. Ihr Wissen weiterzugeben und ins Gespräch mit den Menschen zu kommen über ihre mitgebrachten Gegenstände – das macht allen Beteiligten immer wieder Freude, heißt es unisono. Tipps zum weiteren Vorgehen erhalten jedoch alle am Ende des Gespräches.

Das Bestreben, mit „Kunst oder Krempel“ die Besucher auch für das Museum zu begeistern, scheint zu funktionieren, so die Museumsleiterin. Auch wenn keine Zahlen dazu vorhanden sind.

Michael Bodmann, pensionierter Lehrer, hatte Bilder des aus Eschweiler stammenden Künstlers Karl Theodor Heimbüchel mitgebracht. „Meine Eltern kannten diesen Künstler schon, der von 1914 bis 1980 lebte. Aus der Erbmasse des Künstlers konnte ich zehn Bilder erstehen“, erläuterte Bodmann den Ursprung seines Kunstbesitzes. Die Frage nach der Qualität der Bilder sei für ihn die Motivation für den Besuch der Experten im Museum gewesen.

Dass nicht selten das Ergebnis des Gespräches lautete, kein Kunstwerk und auch kein wertvolles Geschirr-Ensemble zu besitzen, störte die wenigsten Ratsuchenden. Wichtiger seien die Informationen der Experten gewesen, die vorhandenen und oft geerbten Teile nun besser einschätzen gelernt zu haben. „Mein Ensemble aus Kanne, Zuckerdose und Milchkännchen hatten die Großeltern und Eltern schon als Dekoration im Gebrauch. So werde ich es auch halten“, betonte denn die neue Besitzerin.

„Einen unbekannten Rembrandt vom Dachboden hat bisher noch niemand mitgebracht“, so Museumsleiterin Müllejans-Dickmann. Dagegen seien die Geschichten um die Gegenstände oft hochinteressant. Eine Ikone sei einem Kriegskameraden im Ersten Weltkrieg für die Hilfe im Lazarett geschenkt worden. Diese – in der Brusttasche getragen – habe ihm bei einem Angriff das Leben gerettet, weil die Kugel dort stecken geblieben sei, nennt Dr. Müllejans-Dickmann eine Episode.

Porzellan-Experte gesucht

„Wir suchen jedoch noch Experten zum Bereich Keramik und Porzellan, um das Angebot in Zukunft noch ausbauen zu können“, formuliert Museumsleiterin Müllejans-Dickmann ein wichtiges Anliegen. Wer Lust habe, an den zukünftigen „Kunst oder Krempel“-Aktionen als Experte für Porzellan und Keramik mitzuwirken, solle sich über das Museum an die Leiterin wenden.

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