Kundgebung der Linken sorgt für Wirbel

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Knapp 200 Menschen sind am Donnerstagabend auf dem Geilenkirchener Marktplatz zu einer Kundgebung der Partei Die Linke unter dem Motto „Bundeswehr raus aus Afghanistan” zusammengekommen.

Etwas weniger als 100 Zuhörer vor der Bühne, rund 50 Gäste vor Hotel Jabusch, gut 20 Demonstranten von Junger Union und Jungen Liberalen sowie mehrere Streifenwagenbesatzungen der Polizei verfolgten das Geschehen.

Für einigen Wirbel hatte die Ankündigung der Veranstaltung auf einer Internetseite der Linken in NRW gesorgt. Wie berichtet, war da unter Hinweis auf die in Geilenkirchen stationierten und für den Afghanistan-Einsatz vorgesehenen Awacs-Flugzeuge ­ formuliert worden: „Geilenkirchen dient als ein Zentrum der Kriegskoordinierung in Europa und im Nahen Osten. Dieser mörderische Stützpunkt muss verschwinden!”

Der Heinsberger CDU-Bundestagsabgeordnete Leo Dautzenberg wies in einer Pressemitteilung die „Verunglimpfungen” mit Empörung zurück. Die Angehörigen des Awacs-Verbandes erfüllten „für uns alle einen militärischen Auftrag zur Sicherung unserer Freiheit”. Dafür gebühre ihnen Dank.

Die Führung der Partei „Die Linke” wie auch die örtliche Kandidatin der Partei für den Bundestag forderte er auf, diese Beleidigungen zurückzunehmen und sich öffentlich dafür zu entschuldigen.

Junge Union und Junge Liberale protestierten am Donnerstagabend gegen die Linken mit Trillerpfeifen, Parolen über Megafon („Wir wollen keinen Kommunismus!”) und Transparenten („Geilenkirchen ist keine Mörderstadt”).

Bundestagskandidatin Christa Frohn aus Wassenberg sagte auf Anfrage, die Linken würden die „aggressive Kriegspolitik” gerne ändern. „Kriegsunterstützende Maßnahmen”, wie Awacs sie leisten solle, lehnten die Linken ab. „Mit militärischer Gewalt löst man keine Konflikte. Mit Bomben hat man noch nie Konflikte gelöst.” Der Schwerpunkt müsse auf humanitäre Einsätze gelegt werden.

Mit der Formulierung „mörderischer Stützpunkt” für die Awacs-Basis in Geilenkirchen seien die Folgen gemeint gewesen, die solche Einsätze hätten.

In den Reden titulierte Wolfgang Dreßen, Mitglied des Landesvorstandes der Linken, Geilenkirchen als „Zentralstelle für globalisierten Krieg”. Die Bundestagsabgeordnete Inge Höger forderte Abzug und Stilllegung der Awacs-Flugzeuge sowie die Schließung des „Kriegsflughafens” Geilenkirchen und dessen zivile Nutzbarmachung.

Ihr Kollege Paul Schäfer bewertete Awacs als ein Glied in der Kette des Krieges. Krieg bleibe „ein schmutziges Geschäft”. Und ihre Kollegin Sevim Dagdelen sagte: „Die Tötung von Zivilisten ist und bleibt ein Kriegsverbrechen.”

Sozialen Themen widmete sich hingegen Sahra Wagenknecht. Die Bundestagskandidatin, Mitglied des Parteivorstandes, trat ein gegen ein „Weiter so” des entfesselten Kapitalismus. Sie forderte einen Mindestlohn („zehn Euro die Stunde”) und bezeichnete Hartz IV als ein „soziales Verbrechen”.

Hartz IV müsse ersetzt werden durch eine anständige soziale Grundsicherung. Sie brandmarkte Leiharbeit als moderne Form der Sklaverei, forderte eine „Millionärssteuer” und rief auf zum Widerstand auch außerhalb der Parlamente.
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