„Kulturkonsumenten“: Weniger, älter und bunter

Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. Zur zweiten Kreiskulturkonferenz trafen sich auf Einladung des Vorsitzenden vom Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Tourismus, Erwin Dahlmanns, circa 50 Vertreter aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltungen sowie Kulturtreibende, Vertreter musealer und kultureller Einrichtungen und weitere kulturpolitisch interessierte Bürger im Heinsberger Kreishaus.

Das Thema lautete: „weniger / älter / bunter … Kultur im demografischen Wandel“. Zunächst gab Erwin Dahlmanns einen Rückblick auf die erste Kreiskulturkonferenz, in der unter anderem die regionale Kulturpolitik in der Region Aachen vorgestellt worden war. Als besonders erfreulich hob er hervor, dass der überregionale Ausschuss für (eu)regionale Kultur, Bildungs- und Wissensregion mehrere Projekte, an denen Partner aus dem Kreis Heinsberg beteiligt seien, für eine Förderung aus Landesmitteln der regionalen Kulturpolitik vorgeschlagen habe.

Das Thema der zweiten Kreiskulturkonferenz verdeutliche, so Erwin Dahlmanns, dass die Kulturpolitik auf neue Herausforderungen, insbesondere dem demografischen Wandel, auszurichten sei. Mit einer entsprechenden Datenerhebung zu den Schwerpunkten „weniger / älter / bunter …“ sei das Büro Frauns (Münster) beauftragt worden.

Elke Frauns stellte in einem Impulsreferat die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Kultur vor. Die Bevölkerungsentwicklung in den Kommunen und im Kreis verdeutliche, dass von einem quantitativen Rückgang der potenziellen Besucher und Nutzer kultureller Einrichtungen auszugehen sei. Die „Kulturkonsumenten“ würden jedoch nicht nur weniger, sondern mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung auch älter. Unter dem Begriff „bunter“ ging Elke Frauns auf die Entwicklung des Ausländeranteils in den Kommunen und im Kreis ein. Auf die kulturelle Vielfalt mit jeweils eigenen Interessen und Bedürfnissen sowie die zunehmende Bedeutung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte als Zielgruppe von kulturellen Angeboten gelte es zu reagieren. Sie stellte Strategien für den Kreis Heinsberg vor, die in drei Arbeitsgruppen vertieft wurden.

Die von Heinz Musch, dem Vorsitzender des Volksmusikerbundes (Kreisverband Heinsberg), geleitete Arbeitsgruppe befasste sich mit der Thematik „Kultur und Vereine“. Eine weitere, von der Leiterin der Kreismusikschule Heinsberg, Gerda Mercks, moderierte Arbeitsgruppe betrachtete das Thema „Kultur und Angebote“ und die von Ingo Rümke, VHS-Fachbereichsleiter Kultur, geleitete Gruppe das Thema „Kultur und Koordination“. In den Arbeitsgruppen fand ein reger Informationsaustausch statt.

Die Ergebnisse wurden den Teilnehmern der Kreiskulturkonferenz vorgestellt und mit diesen diskutiert, wobei für eine verstärkte Kooperation der Vereine plädiert wurde. Außerdem sprach man sich für eine möglichst frühzeitige kulturelle Bildung bereits in Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen aus. Durch eine Präsentation der Kultur an „ungewöhnlichen Orten“ könne zudem ein breiteres Publikum angesprochen werden. Zur besseren Koordinierung kultureller Aktivitäten im Kreis Heinsberg wurden zudem Netzwerke und Plattformen angeregt.

Abschließend schlug Erwin Dahlmanns eine Fortsetzung der Arbeit in den Arbeitsgruppen im kommenden Jahr vor. Es sei wünschenswert, sich weiterhin konkret mit den Gestaltern und Partnern der Kulturarbeit auszutauschen, um die Anregungen und Zielsetzungen zur weiteren erfolgreichen Gestaltung der Kulturarbeit vor Ort umzusetzen, so Dahlmanns.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert