„Kulturgeschichte Digital“: Partner starten in Projektarbeit

Von: anna
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Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens (rechts) und Wegbergs Bürgermeister Michael Stock (links) mit weiteren Partnern im Interreg-V-A-Projekt „Kulturgeschichte Digital“. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Im Wassenberger Bergfried haben die 25 Partner des ­Interreg-V-A-Projekts „Kulturgeschichte Digital“ ihre Vereinbarung unterzeichnet und sind in die Projektarbeit gestartet. Der Heinsberger Tourist-Service (HTS), die Naturschutzstation Wildenrath sowie die Städte Wassenberg und Wegberg sind nun Partner.

Nach einem offiziellen Foto auf der Treppe zum Bergfried und einer kleinen Stärkung im ersten Geschoss ging es einen Saal weiter oben über in den offiziellen Teil. Er sei „mächtig stolz“, dass für den Auftakt des Projekts der Bergfried ausgewählt worden sei, erklärte Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens in seiner Begrüßungsrede.

Er erläuterte dann auch sogleich eine der 13 Außenmaßnahmen, die ebenfalls zum Projekt gehören: So sollen rund 185.000 Euro investiert werden, um den Bergfried über Treppenlifte und einen Aufzug auch für ältere und behinderte Menschen noch in diesem Jahr zugänglich zu machen. Eine zweite Maßnahme im Kreis Heinsberg ist dem Erhalt der Motte Aldeberg in Wegberg-Arsbeck zugedacht. Dort sollen rund 100.000 Euro investiert werden in einen der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burghügel in ganz Deutschland.

Insgesamt hat das Interreg-­Projekt ein Finanzvolumen von 2,6 Millionen Euro. Gefördert wird es mit Geldern der Europäischen Union, der niederländischen Provinz Limburg und des NRW-Wirtschaftsministeriums. Je 25 Prozent der Kosten müssen die beteiligten Kommunen selbst tragen.

Herzstück des Projekts ist eine moderne Kommunikationslösung in Form einer App, mit der sich Besucher der Region leicht per Smartphone über Sehenswertes informieren können.

Für die technische Entwicklung dieser Lösung, die Kulturgeschichte auf eine multimediale, innovative Art erlebbar machen soll, läuft derzeit eine europaweite Ausschreibung. „Wir hoffen, dass dies auch jüngere Leute anspricht“, erklärte Drs. Leo Reyrink vom Naturpark Maas-Schwalm-Nette, der über den aktuellen Stand des Projekts gemeinsam mit Silke Weich informierte. Derzeit würden bereits die Informationen zu rund 200 Sehenswürdigkeiten zusammengetragen, die dann in der App „technisch verbaut“ werden müssten, so Reyrink. In zwei Wochen sollen die Angebote vorliegen, aus denen eine Jury dann das beste auswählt.

Stellvertretend für alle Projektpartner unterschrieb Jos Teeuwen, Beigeordneter in Venlo und Vorsitzender der Verbandsversammlung des Naturparks Maas-Schwalm-Nette, danach als erster die Vereinbarung.

Am Beispiel der sogenannten ­Liberation Route, die dem Weg der Alliierten bei der Befreiung Europas am Ende des Zweiten Weltkrieges folgt, verdeutlichte Sanne Bakker, Expertin für Online-Marketing, die Möglichkeiten einer solchen App. „Wir können so die Vergangenheit mit dem Hier und Jetzt zusammenfügen“, erklärte sie. Wird das Angebot der App um eine einfach zu bastelnde Pappbrille ­ergänzt, kann der Besucher auf dieser Route bereits in die sogenannte Virtual Reality eintauchen – und vielleicht ja auch schon bald am Wassenberger Bergfried.

Noch eine Etage höher unterhielt „Praktikantin Harriette“ die Besucher mit ein bisschen Theater, das ein drittes, wichtiges Stichwort für das Interreg-Projekt ist. Während die App erst Ende nächsten Jahres zur Verfügung stehen soll, wird es schon Mitte nächsten Jahres sogenannte Naturtheater-­Angebote in der Region geben. Die Erfahrungen von Naturführern sollen dabei im Rahmen von Fortbildungsmaßnahmen kombiniert werden mit Fähigkeiten von Schauspielern, um vor Ort bei den Besuchern verstärkt Emotionen hervorzurufen. „Das Ergebnis dieser Fortbildung soll also durchaus in Konkurrenz treten können mit einem Theater- oder Kinobesuch“, so Silke Weich.

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