Künstler genießt Freiheit eines Autodidakten

Von: Petra Wolters
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Vor einem Selbstporträt begrüßte Büchereileiter Gerd Sonntag (Mitte) den Künstler Alfred Schroeders und Michael Kempe (rechts) vom Kunstlabor Erkelenz. Foto: Petra Wolters

Heinsberg. Ein Linolschnitt neben Pastellkreide, Malereien in Acryl und Öl, daneben Objekte aus ganz unterschiedlichen Materialien: Ein Stil ist nicht auszumachen in den etwa 25 Werken, die der Heinsberger Alfred Schroeders noch bis 15. Januar in der obersten Etage der Stadtbücherei in der Heinsberger Innenstadt ausstellt.

Da hängt „Die Badende von Valpincon”, die Jean-Auguste-Dominique Ingres 1808 malte, in fotorealistischer, großformatiger Kopie neben Schroeders „Rur-Impressionen”, die vom Ausgangsobjekt völlig abstrahiert sind.

„Ich mag sowohl das eine als auch das andere”, erklärte der Autodidakt, der nie eine Kunstschule oder Kurse besucht hat, bei der Vernissage selbst zu seinen Werken.

Aber auch seine abstrakten Bilder hätten immer eine reale Grundlage, erklärte er. Diese würde er jedoch dann soweit abstrahieren, dass sie mit dem tatsächlich Gesehenen nichts mehr zu tun hätten. „Und es kann durchaus sein, dass aus einem Detail davon wieder ein neues Bild entsteht.”

Formalistisch entziehe der Künstler seinen Bildern einfach die Intention, reduziere sie auf die Grafik, nehme Perspektive weg und mache sie dann stimmig, indem er nach rein geometrischen Gesichtspunkten Strukturen einfüge, beschrieb Michael Kempe vom Erkelenzer Kunstlabor die „Rur-Impressionen” von Schroeders in seiner Einführung in die Ausstellung.

Schroeders entziehe damit jede Interpretationsmöglichkeit. „Oder er macht den Weg frei, frei für Assoziation”, so der Kunstkenner. „Eigene Gedankenwelten haben Raum und Halt.” Einen philosophischen Überbau weise Schroeders bei seiner Arbeit weit von sich. „Das Ausgangsmotiv spielt meist keine Rolle mehr für mich, was die Bilder darstellen, ist mir völlig egal”, sprach er mit den Worten des Künstlers.

Fotos bilden Grundlage

Schroeders genieße die Freiheit des Autodidakten, probiere sich zwanglos aus, mache sich ganz unterschiedliche Techniken zu eigen, ohne sich erklären zu müssen und dürfe sich so stilistisch zwischen Klassizismus und abstrakter Malerei, zwischen Fotorealismus und Informell bewegen.

Aktuell wende er sich wieder vermehrt der figürlichen Malerei zu, besonders auf der Grundlage von Fotos, wie sein Selbstporträt und die Bilder von seinem Sohn zeigen würden.
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