Krimiprojekt der VHS: Für den guten Zweck „gemordet“

Von: hewi
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Rita Hündgen im Atrium „ihres“ Cusanus-Gymnasiums in einer ungewohnten Rolle. Foto: hewi
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„Mord und Musik“ war angesagt zur Abschlusslesung im Rahmen des VHS-Projekts: Der Frauenchor Auftakt präsentierte stimmungsvoll arrangiertes kriminelles Liedgut im Atrium des Erkelenzer Cusanus-Gymnasiums. Foto: hewi
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Heike Dahlmanns zog mit Ihrer Kurzgeschichte „Virgo Intacta“ die Zuhörer in ihren Bann. Foto: hewi

Kreis Heinsberg. Ein Literaturprojekt, das als deutschlandweit einzigartig gilt, hat mit einer finalen Lesung im Atrium des Erkelenzer Cusanus-Gymnasiums seinen Abschluss gefunden. In drei Anthologien und 90 Geschichten hatten die Teilnehmer von Literaturkursen der Anton-Heinen-Volkshochschule dem westlichsten Kreis Deutschlands ein literarisches Denkmal gesetzt.

Die Kurzgeschichten, die unter der Anleitung des Journalisten und Krimiautors Kurt Lehmkuhl entstanden, präsentierten das Land zwischen Rur und Wurm mit seinen kriminellen und mörderischen Seiten. Gemordet wurde in fast allen Geschichten, welche die insgesamt 20 Autoren in sechs Jahren zu Papier gebracht haben. Rund 40.000 Euro spielten die drei Bücher ein. Mit diesem Geld wurde die Arbeit vom Erkelenzer Hospiz unterstützt.

Zur Abschlusslesung unter dem Titel „Mord und Musik – Das Beste aus dem Selfkant“ waren nicht nur einige der Autoren angetreten. Auch der Frauenchor Auftakt war noch einmal dabei und garnierte die Geschichten immer wieder mit Liedern, in denen das kriminelle Element natürlich nicht fehlte. Ein Schmankerl hatten Lehmkuhl und seine Mitstreiter darüber hinaus im Gepäck. Denn unter dem Titel „Das Beste aus dem Selfkant“ ist ein Hörbuch mit insgesamt 14 Geschichten aus den drei Büchern erschienen.

Die Lesung in der Aula eröffnete Rita Hündgen, ihres Zeichens Leiterin des Cusanus-Gymnasiums und passionierte Krimischreiberin. Sie entführte in „Hinter Klostermauern“ ins Mittelalter und nach Haus Hohenbusch, wo ein junger Novize gleich zu Beginn der Geschichte über einen sterbenden Klosterbruder stolpert.

Weiter ging es mit Heike Dahlmanns, die in „Virgo Intacta“ ebenfalls einen Mann Gottes über die Klinge springen ließ. Allerdings nicht ganz zu Unrecht, wie im weiteren Verlauf der Geschichte zu erfahren war. Elke Wenk zeigte in „Shades of Blue“, dass eine blaue Pille, die Männern zu mehr Standhaftigkeit verhelfen soll, richtig eingesetzt, durchaus tödlich sein kann.

René Wagner, der die Geschichten für das Hörbuch eingelesen hat, las Simone Michiels Kurzgeschichte „Feinkost“ über die Entsorgung unliebsamer Ehepartner durch den Verdauungstrakt vor.Der bedrückenden Geschichte „Endstation Geilenkirchen“ aus der Feder von Beatrix Hötger-Schiffers verlieh der Hörbuchsprecher und Journalist ebenso wie Heidi Hensges Geschichte über „Das Leben dahinter“ durch seine Stimme eine völlig neue Dimension.

Tatsächlich waren es die Geschichten weiblicher Autoren, die bei der Abschlusslesung im Fokus standen. Einzige Ausnahme war Gerd Grunewald mit „Ruhe in Porselen“. In der Geschichte rotten zwei Stadtmenschen auf der Suche nach himmlischer Ruhe langsam aber sicher einen ganzen Ort aus.

Grunewald hatte den Kurs vor drei Jahren, als „Tödlicher Selfkant“ entstand, gemeinsam mit Lehm­kuhl geleitet. Für das Lesefinale war er extra aus seiner norddeutschen Wahlheimat nach Erkelenz gekommen, um noch einmal für „Ruhe in Porselen“ zu sorgen.

Am Ende ließ Kurt Lehmkuhl dann doch auf eine Fortsetzung hoffen. „Das erste Buch hat ein Jahr gebraucht, das zweite zwei und das dritte drei“, betonte er. „Wer weiß, vielleicht gibt es in vier Jahren ein viertes.“ Genügend Potenzial hätten die Autoren und die Region, in der sie sich austoben, sicherlich.

Mit „You‘ll never walk alone“ setzte der Frauenchor Auftakt unter der Leitung von Anette Latour den musikalischen Schlusspunkt des Abends.

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