Kriminalität: Immer mehr Autodiebstähle, aber weniger Einbrüche

Von: Daniel Gerhards
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Mehr Autos geklaut, weniger Einbrüche in Wohnungen: Insgesamt ist die Polizei im Kreis Heinsberg mit den neuesten Zahlen zur Kriminalität zufrieden. Gegen die immer mehr zunehmenden Diebstähle von Kraftfahrzeugen hat sie aber noch kein Rezept. Foto: dpa (3), Gerhards (2)

Kreis Heinsberg. Als Dieter Prosch und Andreas Bollenbach am Montag über die Kriminalität im Kreis Heinsberg sprachen, sagten beide, dass sie mit der Entwicklung zufrieden seien. Das ist wohl vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Gesamtkriminalität im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig ist (minus 1,2 Prozent).

Auch bei den für die Heinsberger Polizei so wichtigen Zahlen zu den Wohnungseinbrüchen ist ein positiver Trend zu erkennen (minus sieben Prozent). Sorgen machen Prosch, Leiter Direktion Kriminalität, und Bollenbach, Leiter der Abteilung Polizei, aktuell eher Autodiebstähle. Aber auch in anderen Bereichen gab es deutliche Anstiege.

Mord und Totschlag

Auffällig ist auf den ersten Blick, dass es im vergangenen Jahr acht „Straftaten gegen das Leben“ gab. Das kann man am ehesten mit Mord und Totschlag in die Alltagssprache übersetzen. Im Jahr 2015 gab es laut Statistik nur einen Fall. Relativierend muss man allerdings sagen, dass in diesem Wert für das Jahr 2016 auch der Fall der noch immer verschwundenen Dorota Galuszka-Granieczny aus Selfkant-Süsterseel enthalten ist. Und in der Statistik taucht auch ein Totschlag in Havert auf, der Mann hatte seine Lebensgefährtin aber schon Ende 2015 umgebracht. Insgesamt ist die Zahl der Gewaltdelikte im Kreis im vergangenen Jahr auf 503 Fälle gestiegen. Darunter fallen zum Beispiel auch Raub, Erpressung, schwere Körperverletzung und Vergewaltigung. Im Vorjahr lag die Zahl bei 463 Fällen.

Um 57 Prozent angestiegen ist die Zahl der Fälle von „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“. Das liege daran, dass im Osten des Kreises einige Exhibitionisten ihr Unwesen trieben. Eine große Zahl der insgesamt 150 Fälle spiele sich aber auch im Internet ab, sagte Prosch. Immer häufiger würden Kinder oder Jugendliche in sozialen Netzwerken wie Facebook dazu genötigt, Nacktbilder aufzunehmen und zu verschicken.

Den Rückgang beim Dauerthema Wohnungseinbrüche führte Prosch auch auf die Arbeit der Polizei zurück. Man berate die Bürger in Sachen Sicherheitstechnik. Und wenn ein Einbruch geschehen sei, setze man alles daran, den Täter zu finden. „Wir prüfen in jedem einzelnen Fall, ob es eine Verbindung zu anderen Fällen gibt. Und wir nehmen jeden Tatort mit spezialisierten Spurensicherungskräften unter die Lupe“, sagte Prosch. So könne man im Kreis Heinsberg jeden fünften Wohnungseinbruch aufklären. Im Landesschnitt werde nur jeder sechste Fall aufgeklärt. „Wir sind stolz auf die geleistete Arbeit“, sagte Prosch.

180 Pkw gestohlen

Weniger erfreulich ist die Entwicklung bei den Fahrzeugdiebstählen. Diese Zahl ist im vierten Jahr in Folge gestiegen, nun auf 255. 180 dieser Fahrzeuge waren Pkw. „Wir konnten dem Anstieg nicht Herr werden“, sagte Prosch. Auch wenn die niederländische Polizei und die Heinsberger Polizei im vergangenen Jahr mehrere Täter schnappen konnten.

Die Polizei hat Erkenntnisse, dass ein Großteil der gestohlenen Autos über die nahe Grenze ins Ausland geht. Die niederländische Polizei habe angekündigt, die Zusammenarbeit verbessern zu wollen, sagte Prosch.

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