Kreis Heinsberg - Kriegsdienstverweigerer umfassend beraten

Kriegsdienstverweigerer umfassend beraten

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Sie beraten Kriegsdienstverweigerer: Klaus Bongartz, Ralf Zanders, Franz-Josef Stoffels, Daniel Esser und Sebastian Klein (v.l.n.r.). Foto: Wolters

Kreis Heinsberg. Rund 60 Berater sind im Rahmen der katholischen Jugendarbeit im Bistum Aachen für Kriegsdienstverweigerer (KDV) tätig, sechs davon in der Region Heinsberg.

Dass die Hälfte davon neu im Amt ist, war für Ingrid Beschorner, Referentin für Kirchliche Jugendarbeit im Büro der Regionaldekane, Grund genug, die neuen „Gesichter” im Rahmen eines Pressegesprächs in Selfkant-Höngen vorzustellen.

Die Beratung beschränke sich längst nicht mehr auf die Frage nach der geeigneten Begründung, sondern KDV-Berater seien heute nicht selten Berater in Sachen Lebensplanung für junge Menschen und vor allem unabhängige Informationsstellen, von denen sich Ratsuchende kompetente Informationen unabhängig von Behörden erhoffen würden. Dies machte Klaus Bongartz aus Mönchengladbach deutlich. Er ist seit etwa 15 Jahren als KDV-Berater tätig und im Büro der Regionaldekane für die Einführung und Begleitung neuer Berater zuständig.

„Die Berater für Kriegsdienstverweigerer wollen junge Männer bei der Entwicklung ihrer persönlichen Gewissensentscheidung begleiten und ihnen praktische Hilfestellungen bei der Inanspruchnahme ihres gesetzlich verbrieften Grundrechtes geben”, erklärte Beschorner zum Hintergrund der Tätigkeit der Berater.

Neben Informationen zum formalen Verfahren würden sie die jungen Menschen bei der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen unterstützen. Gegebenenfalls würden sie ihnen auch bei Verfahren vor dem Ausschuss oder der Kammer beistehen. Informationen zu Fragen des Zivildienstes runden das Angebot ab.

Das Verfahren selbst habe sich seit 2003 drastisch verändert, erklärte Bongartz. Was früher im Rahmen einer Anhörung abgelaufen sei, gehe heute in der Regel seinen rein schriftlichen Weg über das Bundesamt für Zivildienst in Köln. Daher hätten sich auch die Inhalte der Beratung stark gewandelt. „Wer verweigert, muss Zivildienst leisten”, merkte Bongartz an. Umgekehrt würden aber nur noch etwa 50 Prozent der als tauglich gemusterten jungen Menschen tatsächlich zum Wehrdienst eingezogen.

Auch die Möglichkeiten, sich im Internet zu informieren, hätten die Beratung verändert, fügte Ralf Zanders aus Übach-Palenberg hinzu, der ebenfalls schon viele Jahre tätig ist. Heute gehe es daher eher darum, denjenigen zur Seite zu stehen, die das Medium Internet nicht nutzen würden oder eventuell Fristen versäumt hätten. Die Zahl der Beratungen ist daher auch bei ihm rückläufig.

Vor etwa 15 Jahren seien es noch zwei bis drei pro Monat gewesen, im vergangenen Jahr insgesamt nur noch zwei, erklärte er. Positiv bewertete er, dass mit Daniel Esser, Sebastian Klein und Franz-Josef Stoffels alle drei neuen Berater in der Region Heinsberg hauptberuflich in der Jugendarbeit tätig seien und so kontinuierlich direkten Kontakt zu jungen Menschen in der Region hätten.

Die KDV-Berater in der Region Heinsberg sind Pfarrer Klaus Buyel (Arsbeck), 02436/2070, Daniel Esser (Heinsberg), 0163/4708563 (daniel@jugendarbeit-waldfeucht.de), Sebastian Klein (Oberbruch), 02452/62023 (klein@unsere-gvg.de), Franz-Josef Stoffels (Höngen), 02456/508582 (ash-selfkant@t-online.de), Marianne Vieten (Geilenkirchen), 02452/2931, Ralf Zanders (Übach-Palenberg), 02161/980617 oder 02451/941654 (ralf.zanders@bistum-aachen.de).

Einen Überblick über Zivildienststellen bietet der Caritasverband für das Bistum Aachen im Internet unter http://www.caritas-ac.de

Neben dem Zivildienst können auch alternative Dienste auf die Zivildienstpflicht angerechnet werden. Informationen über Angebote: http://www.friedensdienste-aachen.de und http://www.fsj-aachen.de
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