Kreisweit über 100 Einsätze für die Wehr

Von: g.s./ disch
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Auch im Erkelenzer Mühlenfeld war der Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr nach den starken Regenfällen gefordert. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Die enormen Regenfälle haben am Wochenende die Freiwillige Feuerwehr im Kreis Heinsberg mächtig in Atem gehalten. Wie die Leitstelle im Feuerschutzzentrum des Kreises Heinsberg in Erkelenz meldete, habe es zwischen Freitagabend und Sonntagmittag 127 witterungsbedingte Einsätze gegeben. Vor allem überflutete Straßen und voll Wasser gelaufene Keller sorgten für Alarmierungen.

Einer der Schwerpunkte lag in der Stadt Geilenkirchen. Sämtliche Löscheinheiten waren dort zeitweise mit über 100 Feuerwehrangehörigen im Einsatz. Das Feuerwehrhaus war ständig besetzt. Stadtbrandinspektor Michael Meyer erklärte, dass bis 15 Uhr am Samstag mehr als 40 Liter Wasser auf einen Quadratmeter niedergegangen seien. Seine größte Sorge war der Pegelstand der Wurm, den die Feuerwehr ständig im Auge behielt.

Gegen 15 Uhr hatte die Bezirksregierung die Warnstufe 2 ausgerufen, die ausgelöst wird, wenn der Pegelstand der Wurm 1,90 Meter erreicht. Hektische Betriebsamkeit herrschte am Bauhof der Stadt Geilenkirchen. Bis zum späten Nachmittag waren fast 2500 Säcke mit Sand befüllt. Mit einem Großteil dieser Sandsäcke wurden das Geilenkirchener Krankenhaus, das Altenheim Burg Trips und Gut Kleinsiersdorf von der Wurmseite her geschützt. Am Samstagabend und in der Nacht spitzte sich die Lage weiter zu. In Höhe der Kornmühle hatte gegen 22 Uhr der Wasserpegel der Wurm die magische Marke von 1,90 Meter überschritten.

Altenheim kurz vor Evakuierung

Dramatisch wurde es am frühen Sonntagmorgen gegen 1 Uhr am Altenheim Burg Trips. Der Geschäftsführer der Franziskusheim gGmbH, Alfons Nickels, und sein Führungsstab hatten schon einen Evakuierungsplan für die Bewohner ausgearbeitet, 62Mitarbeiter wurden noch in der Nacht über Handy zu Hause in Bereitschaft gesetzt.

Doch der Eigentümer der Burg, Franz Davids, setzte kurzfristig einen Bagger ein und erweiterte den Abfluss vom Schlossteich mit einem Durchbruch zu den darunter liegenden Freiflächen. Dadurch konnte das sich stauende Wasser erheblich besser abfließen und verhinderte in letzter Sekunde die nächtliche Evakuierung der Bewohner.

Auch im Heinsberger Stadtgebiet stand vor allem die Wurm im Blickpunkt. „Der Pegelstand der Wurm war extrem hoch. Das haben wir schon lange nicht mehr gehabt”, erklärte Walter Klothen, Oberbrandmeister in der Feuerwache in Heinsberg. Aufatmen herrschte dann aber am Sonntag: „Die Pegelstände fallen.” Die Asterstraße im Stadtteil Randerath war gesperrt worden. Keller standen vor allem in Randerath am Driesch und in Horst an der Mühlenteichstraße unter Wasser. Ein Rückstau sorgte auch in einem Neubaugebiet in Heinsberg an der Magdeburger Straße für Wasser im Keller.

Auch die Erkelenzer Feuerwehr war am Wochenende gefordert. So standen eine Straße am Adam-Stegerwald-Hof und die Unterführung an der Kölner Straße, aber auch die Ecke Theodor-Körner-Straße / Anton-Raky-Allee unter Wasser. Kanalschächte wurden gesäubert. Überflutet war auch die Straße Zum Königsberg in Lövenich. Keller, die voll Wasser gelaufen waren, mussten auch im Mühlenfeld stundenlang abgepumpt werden.

Der Ziegelweiher war derart voll, dass der Holzsteg unter Wasser stand. Das Gebiet wurde vom Baubetriebshof großräumig abgesperrt, teilte Stadtbrandinspektor Wolfgang Linkens mit.

Pumpen stundenlang im Einsatz

Wassermassen liefen am Samstag im Erkelenzer Stadtteil Gerderhahn von einem Feld auf ein Wohnhaus zu. Die Lichtschächte waren bereits vollgelaufen. Stundenlang mussten dort Pumpen eingesetzt werden. Auch am Sonntagvormittag waren nach wie vor Pumpen in Betrieb. „Enorme Wassermassen laufen von den Feldern immer wieder nach”, berichtete Wolfgang Linkens.
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