Kreiswasserwerk: Dem Weg des Wassers folgend

Von: disch
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Imposant: In der Enteisenung werden dem Tiefbrunnenwasser Eisen und Mangan entzogen. Auch diese Station gehörte zum Rundgang beim Kreiswasserwerk Heinsberg in Wegberg-Uevekoven. Fotos (4): Koenigs Foto: Koenigs
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Im Labor: Geschäftsführer Michael Leonards (l.) und Bereichsleiter Werner Zohren (r.) führten die Besucher durch das Kreiswasserwerk.
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Wasser in Massen: Am Ende war es zu sehen – und auch zu probieren.
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Blick in einen Brunnen: Insgesamt hat das Kreiswasserwerk 36 davon.

Kreis Heinsberg. Dem Weg des Wassers – von der Förderung aus den Brunnenanlagen bis zur Einspeisung ins Netz – folgte eine 20-köpfige Lesergruppe im Rahmen des Aboplus-Programms unserer Zeitung bei einem spannenden Blick hinter die Kulissen vom Kreiswasserwerk Heinsberg.

Die Zahlen, die Geschäftsführer Michael Leonards den Gästen am Hauptsitz des Werkes in Wegberg-Uevekoven präsentierte, waren beeindruckend: Über ein 900 Kilometer langes Rohrnetz mit circa 42.000 Haushaltsanschlüssen werden rund 130.000 Einwohner in den Städten Erkelenz, Hückelhoven, Wassenberg und Wegberg mit Trinkwasser versorgt; hinzu kommen noch die Unternehmen. Mehr als 7,1 Millionen Kubikmeter Wasser gibt das Kreiswasserwerk jährlich ab.

Trinkwasser sei das bestkontrollierte Lebensmittel, erklärte der Diplom-Ingenieur und betonte: „Hygiene ist das A und O.“ Bei einem Rundgang wurde der Gewinnungsprozess, der ohne chemische Zusätze abläuft, Schritt für Schritt nachvollzogen: Tiefbrunnen reichen bis zu 200 Meter in die Erde hinein und fördern bis zu 150 Kubikmeter Wasser pro Stunde. Flachbrunnen sind bis zu 25 Meter tief und fördern stündlich bis zu 75 Kubikmeter. An den Standorten in Uevekoven, Matzerath, Beeck, Arsbeck, Wassenberg, Holzweiler und Erkelenz gibt es insgesamt 19 Flach- und 17 Tiefbrunnen.

In der Enteisenung werden dem Tiefbrunnenwasser Eisen und Mangan entzogen. Und die Mischung mit dem Wasser aus Flachbrunnen sorgt für eine ­Begrenzung des Nitratgehalts auf 25 Milligramm je Liter. Mit der folgenden Entsäuerung wird dem Wasser Kohlensäure entzogen – aus Korrosionsschutzgründen.

Das Kreiswasserwerk verfügt über insgesamt sieben Trinkwasservorratsbehälter mit einem Gesamtspeichervermögen von 13.600 Kubikmetern. An Spitzentagen werden bis zu 33.000 Kubikmeter Trinkwasser am Tag abgegeben. Ins Netz eingespeist wird das Wasser mit Hilfe von 29 Reinwasserpumpen. Die Versorgung wird rund um die Uhr gewährleistet – dank voll automatisierter Technik, aber auch dank Bereitschaftsdienst und Notstromaggregat, das die Besucher ebenso in Augenschein nahmen wie das Labor sowie die Prüf- und Eichstelle.

„Wir haben genügend Wasser“, sagte Leonards mit Blick auf die Grundwasserspeicher. Gleichwohl fügte er hinzu: „Man sollte grundsätzlich sparsam mit Ressourcen umgehen und sie nicht verschwenden – das gilt natürlich auch für Wasser.“ Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei etwa 45 Kubikmetern im Jahr.

Das Kreiswasserwerk als ein kommunales Unternehmen, das sich zu 100 Prozent im Eigentum des Kreises Heinsberg befindet, sei ein wirtschaftlich agierendes Unternehmen, stellte Leonards fest. Alleine in der Bilanz des besonders erfolgreichen Jahres 2015 stünden mehrere Millionen Euro für die öffentliche Hand zu Buche: 1,8 Millionen Euro als Gewinnausschüttung an den Kreis, 830.000 Euro als Steuern, 1,2 Millionen Euro als Konzessionsabgaben an die Städte und 230.000 Euro als Wasserentnahmegeld.

Diese positive Bilanz sei erreicht worden mit nur knapp 50 Mitarbeitern, so Leonards nicht ohne Stolz. Und sie sei erreicht worden bei „absolut günstigen Wasserpreisen“ für die Verbraucher. „Hier im Kreis Heinsberg zahlen die Menschen relativ wenig für sehr gute Qualität“, sagte er stellvertretend für die heimischen Wasserversorger und verwies auf deutlich höhere Preise in anderen Regionen Deutschlands. Der Kunde des Kreiswasserwerkes zahlt netto 1,25 Euro pro Kubikmeter (1000 Liter) und sechs Euro im Monat als Grundpreis.

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