Kreisveterinär warnt Hundebesitzer vor „Hitzefalle“ Auto

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Kreis-Veterinär Dr. Hans-Helmut Ahlborn: „Hunde gehören im Sommer nach draußen und nicht in ein parkendes Auto. Denn dort droht ein qualvoller Tod.“

Kreis Heinsberg. Eine Szene wie aus einem Horrorfilm: Man sitzt in einem großen Backofen, dessen Temperatur beständig ansteigt. Und am Schlimmsten: Man ist nicht in der Lage, die Klappe des Backofens von innen zu öffnen. Und es wird immer heißer und heißer. Man schwitzt, kollabiert und stirbt.

Was sich wie die Fantasie eines schlechten Drehbuchautors anhört, findet alljährlich in der warmen Jahreszeit vor unserer Haustür tatsächlich statt. Mit Hunden, die „mal eben“ im Auto zurückgelassen werden.

Mit den sommerlichen Temperaturen ist auch wieder die Zeit gekommen, in der Hundehalter ihre treuen Vierbeiner diesem Szenario aussetzen. Nach wie vor sterben in Deutschland jedes Jahr unzählige Hunde, weil ihre Halter sie im Fahrzeug zurücklassen. Kreisveterinär Dr. Hans-Helmut Ahlborn: „Ein Hund gehört nicht ins abgestellte Auto.“

Noch immer wissen viele Hundehalter nicht darüber Bescheid, wie gefährlich es für den Hund ist, bei Sonnenschein im Auto gelassen zu werden. Schon bei Temperaturen um 20 Grad kann ein Auto bei Sonneneinstrahlung zum Backofen und damit zur Todesfalle für den zurückgelassenen Hund werden. Es reicht auch nicht, die Seitenscheiben des Autos ein wenig herunterzulassen. Dr. Ahlborn: „Damit erzeugt man keine Kühlung im Auto. Die Hitze und der entstehende Hitzestau, die fehlende Luftzirkulation, das ist eine tödliche Mischung. Auch Parken im Schatten hilft wenig, denn auch dort kann sich ein Auto aufheizen. Außerdem wandert die Sonne.“

Ein Beispiel: Bei einer Außentemperatur von 26 Grad herrschen schon nach zehn Minuten weit über 30 Grad Lufttemperatur im Auto. Das Tier kann mit sehr hohem Energieverlust nur noch wenige Minuten die Kühlung aufrechterhalten. Nach 30 Minuten beträgt die Lufttemperatur im Auto schon 42 Grad. Die jetzt schon entstandenen Schäden des Hunde-Organismus sind in der Regel irreparabel und können auch nach einer Rettung des Tieres noch zu dessen Tod führen. Nach 60 Minuten hat sich die Luft im Auto auf 52 Grad aufgeheizt. Eine solch aufgeheizte Umgebung ist für den Hund schon nach kürzester Zeit tödlich.

Bei 32 Grad Außentemperatur kann die tödliche Temperatur im Auto schon nach 10 bis 20 Minuten erreicht sein.

Hunde schwitzen völlig anders als Menschen. Ihren Wärmehaushalt kontrollieren sie über das Hecheln. Wenn die Hunde überhitzt sind und zu viel Flüssigkeit verloren haben, drohen ein Kreislaufkollaps und damit auch der sichere Tod.

Dr. Ahlborn: „Hunde bei warmem Wetter im Auto zurückzulassen ist kein Kavaliersdelikt. Wer erwischt wird, hat mit einer Strafanzeige wegen Tierquälerei zu rechnen.“ Die möglichen Folgen: bis zu drei Jahren Haft und ein lebenslanges Tierhaltungsverbot.

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