Kreis Heinsberg - Kreisbauernchef kritisiert Flächenverlust

Kreisbauernchef kritisiert Flächenverlust

Von: red
Letzte Aktualisierung:
10488017.jpg
Rückgang um 3,2 Prozent seit 2005: Die Landwirtschaftsfläche in NRW schrumpft. Foto: Stefan Klassen

Kreis Heinsberg. Die Fläche, die Landwirte beackern können, wird immer kleiner. In Nordrhein-Westfalen wurde in den vergangenen zehn Jahren eine Fläche vom Umfang der heutigen Landwirtschaftsfläche des Kreises Düren zugepflastert, bebaut oder bewaldet und somit der Landwirtschaft als Acker entzogen.

Darauf weist Bernhard Conzen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg, hin. Grund sind die neuen Auswertungen von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT NRW) als statistisches Landesamt.

Die Landwirtschaftsfläche verringerte sich nach Angaben von IT NRW in Nordrhein- Westfalen von 2005 bis 2015 um 3,2 Prozent beziehungsweise 551 Quadratkilometer. Diese Fläche entspreche in etwa der Fläche von 77.000 Fußballfeldern. Anfang 2015 wurden mehr als 16.547 Quadratkilometer und damit knapp die Hälfte (48,5 Prozent) der gesamten Landesfläche (34.110 Quadratkilometer) landwirtschaftlich genutzt.

Der Verlust der Fläche beunruhigt die Landwirte. „Die Ansprüche an die Fläche nehmen immer mehr zu. Die Landwirte sollen Lebensmittel darauf erzeugen, die Artenvielfalt soll gestärkt werden, gleichzeitig soll das Gewerbe Flächen zubauen dürfen und sich entwickeln, aber auch die Leute sich im Grünen erholen können – das wird immer schwieriger zu lösen“, sagt Bernhard Conzen. Umso wichtiger sei es, dass nicht noch mehr Fläche versiegelt werde. „In NRW sind das jeden Tag zehn bis zwölf Hektar. Auf Beton wächst kein Brot und erst recht kein Artenreichtum“, kritisiert er.

Umso enttäuschender sei es, so der Vorsitzende, dass die Landesregierung vor wenigen Wochen das Ziel, den täglichen Flächenverbrauch auf fünf Hektar zu begrenzen, aufgegeben habe. Gleichzeitig werde in mehreren aktuellen Gesetzesvorhaben neues „Landgrabbing“ forciert, so etwa im Landesnaturschutz- und Landeswassergesetz. Auch bei den Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen gingen der Landwirtschaft zusätzlich landwirtschaftliche Flächen verloren.

Bernhard Conzen fordert die NRW-Regierung auf, einer qualitativen Aufwertung bestehender Naturschutzflächen Vorrang vor weiterem Flächenverbrauch durch Kompensationsmaßnahmen zu geben. „Es kann nicht angehen, dass wir von Rot-Grün im Landtag permanent als Hauptschuldiger für den Artenverlust gebrandmarkt werden und die gleichen politischen Kräfte einer zunehmenden landwirtschaftsfremden und dem Verlust an Biodiversität Vorschub leistenden Flächennutzung den Weg bereiten.“

Ein Teil der verlorenen landwirtschaftlichen Nutzfläche wurde mit Asphalt, Straßen und Gebäuden versiegelt, der andere Teil wurde von Acker zu Wald. Gebäude- und zugehörige Freiflächen nehmen 12,8 Prozent (4373 Quadratkilometer), Verkehrsflächen 7,2 Prozent (2445 Quadratkilometer), Erholungs- und Wasserflächen jeweils 2,0 Prozent (687 Quadratkilometer beziehungsweise 667 Quadratkilometer) und Betriebsflächen 1,2 Prozent (396 Quadratkilometer) der NRW-Landesfläche ein. Gut ein Viertel von Nordrhein-Westfalen (25,9 Prozent; 8828 Quadratkilometer) ist bewaldet; in den vergangenen zehn Jahren wurde die Waldfläche um 335 Quadratkilometer ausgedehnt.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert