Kreis will besonders fahrradfreundlich sein

Von: anna/disch
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Daniel Scheeren (l.), Leiter d
Daniel Scheeren (l.), Leiter der Lebenshilfe-Schreinerei, präsentierte mit seinen Mitarbeitern und mit Geschäftsführer Edgar Johnen (Mitte) die erste Fahrrad-Servicebox. Mit dabei: HTS-Geschäftsführerin Patricia Mees (r.), Prospex-Werkstattleiter Rochus Wellenbrock (2.v.r.) und Fahrradexperte Georg Herfs (2.v.l.). Foto: A. P. Thomas

Kreis Heinsberg. Welcher Radler kennt das leidige Problem nicht: Der Schlauch im Reifen könnte unterwegs ein bisschen Luft gebrauchen, aber wieder mal ist gerade die passende Pumpe nicht zur Hand. Damit ist im Kreis Heinsberg ab sofort Schluss, denn er will nicht mehr nur fahrradfreundlich, sondern ganz besonders fahrradfreundlich sein.

Dazu hat die Lebenshilfe gemeinsam mit dem Heinsberger Tourist-Service (HTS)eine sogenannte Fahrrad-Servicebox „erfunden”, die alles enthält, was der Radfahrer unterwegs benötigen könnte.

Die schmale, etwa 75 Zentimeter hohe Box besteht auf der einen Seite aus drei Schubfächern, die Flickzeug, Ersatzschläuche und notwendiges Werkzeug für eine eventuelle Reparatur beinhalten. Auf der anderen Seite ist Platz für eine Profi-Fußpumpe, die mit ­einem speziellen Adapter für alle Ventile nutzbar ist. Obendrauf finden in einem offenen, kleinen Kasten schließlich aktuelle Karten mit dem Radwegenetz durch den Kreis ihren Platz.

„Ich bin mit meiner Frau schon durch ganz Deutschland geradelt”, erzählte Lebenshilfe-Geschäftsführer Edgar Johnen bei der Präsentation der ersten Servicebox im Bootshaus am Lago Laprello in Heinsberg. Aber selbst in sogenannten fahrradfreundlichen Betrieben stehe oft nur irgendwo in einer Ecke eine funktionsfähige Pumpe herum, und in irgendeiner Schublade liege etwas Flickzeug.

Mit der neuen Box könnten die fahrradfreundlichen Betriebe im Kreis Heinsberg sich jetzt auch in puncto Ausstattung noch weiter profilieren, freute sich Patricia Mees, die Geschäftsführerin vom HTS, bei der Premiere im Bootshaus. „Wir wollen eben besonders fahrradfreundlich sein”, betonte sie. Glücklich ist sie zudem, dass die Boxen das HTS-Logo tragen.

Rat vom Fahrradexperten

Gefertigt wurden die ersten kleinen Servicestationen aus wetterbeständigem Material in der Schreinerei der Lebenshilfe in Oberbruch, „von Menschen mit Behinderung”, so Daniel Scheeren, Leiter der Schreinerei. Dritter im Bunde war schließlich Fahrrad­experte Georg Herfs, der die Lebenshilfe in Bezug auf die Bestückung der Boxen beraten hat.

Verbessert zeigt sich die Box zudem im Vergleich zu einem ersten Prototypen, der im Café Samocca in Wegberg eine Testphase erfüllt hatte. So hat die Serienbox jetzt Rollen, damit sie leichter transportiert werden kann. Die Pumpe ist jetzt sichtbar, nur noch mit einer Kette an der Box befestigt und verschwindet nicht mehr darin. Und auch das Prospektfach ist neu.

Verfügbar ist der innovative Fahrradservice ab sofort im Café Samocca in Wegberg, im Café Inclusio in Erkelenz und im Café der Begegnung in Heinsberg, alles Betriebe der Lebenshilfe. Neben dem Bootshaus in Heinsberg wird auch im Gangelter Infocenter, das ebenfalls von Prospex betrieben wird, künftig eine solche Box stehen. „Gerne bieten wir weiteren Betrieben in der Region, die besonders fahrradfreundlich sein wollen, diese Box zu günstigen Konditionen an”, erklärte Johnen zum Abschluss der Präsentation.

HTS freut sich: Mehr Gäste, mehr Übernachtungen

Für die ersten drei Monate dieses Jahres meldete Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt für den Kreis Heinsberg ein Plus von 2,2 Prozent bei den Gästeankünften (von 19.319 auf 19.547) und ein Plus von 8,7 Prozent bei den Gästeübernachtungen (von 39.205 auf 42.045).

„Das ist erfreulich”, kommentierte Patricia Mees, Geschäftsführerin vom Heinsberger Tourist-Service (HTS), diesen positiven Trend, der sich bereits in Gesprächen mit Hoteliers abgezeichnet habe und hoffentlich anhalten werde. Bemerkbar gemacht habe sich die Konjunkturbelebung mit Zuwächsen vor allem im Geschäftsreiseverkehr, so Mees.

Weniger erfreulich sei es, so Mees, dass seit Anfang dieses Jahres nur noch Betriebe mit mindestens zehn Gästebetten (bisher: neun) erfasst würden. Dem HTS wäre - ganz im Gegenteil - eine Absenkung dieser Grenze auf eine deutlich geringere Bettenzahl lieber gewesen, damit nicht so viele kleinere Betriebe mit ihren Übernachtungszahlen in der Statistik fehlen würden.

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