Kreis Heinsberg würdigt Hegeleistungen der Jäger

Von: anna
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Die Gehörnschau der Unteren Jagdbehörde des Kreises Heinsberg: Sie gehörte wieder zur Jahreshauptversammlung der Kreishjägerschaft in der Heinsberger Stadthalle. Fotos (2): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas
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Ehrungen standen bei der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Heinsberg auch auf der Tagesordnung.

Kreis Heinsberg. Zwei Themen beherrschten die Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Heinsberg in der Heinsberger Stadthalle: die Novelle des Landesjagdgesetzes und die Erhöhung des Jahresbeitrags.

Bevor Vorsitzender Dr. Heiner Breickmann darauf einging, sprach der stellvertretende Landrat Willi Paffen ein Grußwort. Auch er befasste sich mit der geplanten Gesetzesänderung. In etwa vier Wochen werde das sogenannte ökologische Jagdgesetz im Landtag diskutiert und möglicherweise verabschiedet. „Es geht letztlich also um die Frage, ob die Jagd das bleibt, was sie bisher war, oder ob es eine grundsätzliche Neuorientierung geben wird“, erklärte Paffen und brach sodann eine Lanze für die Jäger.

Er würdigte ihre Hegeleistungen sowie das Vertrauensverhältnis zwischen Jägern und Jagdbehörde im Kreis Heinsberg, das er durch die Gesetzesänderung jedoch gefährdet sieht: „Wie soll eine nach Recht und Gesetz arbeitende Verwaltung, selbst wenn sie will, dieses Vertrauensverhältnis aufrechterhalten, wenn das künftige Gesetz die Jäger in vielen Bereichen erst einmal unter einen Generalverdacht stellt?“ So fragte er in die Runde. Er versicherte den Jägern jedoch sogleich, dass die Untere Jagdbehörde weiterhin bestrebt sein werde, auch unter veränderten gesetzlichen Voraussetzungen „vertrauensvoller Partner der Jägerschaft“ zu sein.

Änderungen im Gesetz?

Breickmann erinnerte in seiner Rede zunächst noch einmal an die Beteiligung von rund 150 Jägern aus dem Kreis Heinsberg an der Demonstration gegen das neue Gesetz vor dem Düsseldorfer Landtag. SPD-Fraktionsvorsitzender Norbert Römer habe dabei erklärt, dass seine Partei noch für Änderungen im Gesetz sorgen wolle. „Da können wir gespannt sein, ob er tatsächlich Wort hält“, so Breickmann. Als kleinen Erfolg wertete er die aktuelle Meldung, dass die Jagdsteuer nicht wieder eingeführt werden solle. Beim Verbot bleihaltiger Munition werde es wohl jedoch bleiben, zitierte Breickmann aus einer ihm vorliegenden, aktuellen Presseerklärung der beiden Fraktionen von SPD und Bündnis 90 / Die Grünen.

Verfassungsklagen?

Bis zur Abstimmung über die neue Gesetzesvorlage solle es auch weiterhin sogenannte Mittwochsmärsche und kleinere lokale Demonstration geben, erklärte Breickmann. Darüber hinaus bereite sich der Landesjagdverband schon jetzt auf entsprechende Verfassungsklagen vor. „Auch die CDU will Verfassungsklage erheben, gegen die vorgesehenen Einschränkungen und den Angriff auf das Eigentumsrecht.“

Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft verteidigte die bei der Mitgliederversammlung des Landesjagdverbandes beschlossene Beitragserhöhung um 20 Euro auf 85 Euro ­Jahresbeitrag ab April 2016. Sie sei notwendig, um langfristig die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Unabhängigkeit des Landesjagdverbandes zu erhalten, betonte er. „Auch in Zukunft werden wir mit Auseinandersetzungen wie in der jüngsten Vergangenheit mit dem Ministerium zu rechnen haben“, so Breickmann weiter. „Gerade da ist es besonders wichtig, finanziell unabhängig zu sein.“ Die Ereignisse und Maßnahmen der letzten Monate hätten erheblich Geld gekostet. „Solche finanziellen Aufwendungen können nicht mit den üblichen Mitteln gestemmt werden.“

Letzte Gehörnschau?

Der Bericht von Oberforstrat Joachim Knoth zur Gehörnschau rundete die Tagesordnung ab. Es könnte die letzte Gehörnschau im Kreis Heinsberg gewesen sein, so war bei der Versammlung zu erfahren. Gehe es nach den Plänen von SPD und Grünen, werde das neue Landesjagdgesetz keine verpflichtende Trophäenschau für Rotwild mehr vorsehen.

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