Kreis Heinsberg will „Modellkommune Pflege“ werden

Von: anna
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Kreis Heinsberg. Der Kreis Heinsberg möchte im kommenden Jahr eine „Modellkommune Pflege“ werden. 60 davon soll es bundesweit geben.

Dem Landkreistag gegenüber habe der Kreis bereits sein Interesse bekundet, in das Antragsverfahren aufgenommen zu werden, erklärte Volkhard Dörr, Leiter der Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung, im Ausschuss für Gesundheit und Soziales. Die Einrichtung von Modellkommunen hat die seit Herbst 2014 tagende Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur „Stärkung der Rolle der Kommunen in der Pflege“ dem Bundesgesundheitsministerium empfohlen.

Laut Rundschreiben des Landkreistages sollen die in dieses Modellprojekt eingebundenen Kommunen in ihrer Steuerungsfähigkeit gestärkt werden und ihre Gestaltungsfähigkeit zurückgewinnen. Auf struktureller Ebene soll durch die Kreise eine wirkungsvolle Pflegeinfrastruktur geschaffen werden, die sich am tatsächlichen Bedarf orientieren kann. Dabei soll die kommunale Infrastruktur ebenso berücksichtigt werden wie die Orientierung in den einzelnen Sozialräumen. Zugleich sollen diese zu inklusiven Sozialräumen weiterentwickelt werden.

Auf individueller Ebene soll die Kommune die Verantwortung für das jeweilige Fallmanagement haben, „nicht nachrangig zu den Pflegekassen, sondern federführend“, so Dörr. Ebenso soll der Kreis als Modellkommune für Pflegestützpunkte oder vergleichbare Beratungsangebote verantwortlich sein. Im Vertragsrecht soll schließlich eine Gleichberechtigung von Sozialhilfeträger und Pflegekasse erreicht werden.

Mehr Pflege zu Hause

Dörr stellte im Ausschuss weiterhin die Pflegestatistik 2013 vor. Demnach steigt die Zahl der pflegebedürftigen Menschen im Kreis Heinsberg steigt zwar weiter an, aber in geringerem Maße als in den zurückliegenden Jahren. Und viel mehr von ihnen, als in der Vergangenheit erwartet, werden zu Hause gepflegt

Seit 1999 wird diese Statistik alle zwei Jahre erstellt. Im Kreis Heinsberg lebten demnach im Jahr 2013 genau 10.030 pflegebedürftige Menschen. Dies waren 3,1 Prozent mehr als noch 2011. Ein Blick auf die Statistik der Jahre 2009 und 2007 zeigt jedoch, dass der Anstieg seinerzeit noch bei 8,4 beziehungsweise 8,3 Prozent lag.

Von den 10.030 pflegebedürftigen Menschen wurde 2013 etwa ein Viertel, genau 2478, in stationären Einrichtungen betreut. Das bedeutet umgekehrt, dass mehr als 75 Prozent der pflegebedürftigen Menschen zu Hause betreut wurden. Damit liegt der Kreis Heinsberg über dem Bundesdurchschnitt (71 Prozent). Dabei habe es in der Vergangenheit ganz andere Voraussagen gegeben, die eine Abnahme der häuslichen Pflege hätten befürchten lassen, so Dörr. Knapp 2000 pflegebedürftige Menschen nahmen 2013 einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch. 5599 pflegebedürftige Menschen erhielten Pflegegeld.

Was die Planungen für den Zeitraum bis 2018 betrifft, informierte Dörr darüber, dass die St.-Gereon-Seniorendienste in Hückelhoven-Hilfarth an der Callstraße 16 neue Plätze für die Tagespflege einrichten werden, die gemeinnützige Franziskusheim GmbH in Geilenkirchen an der Hermann-Josef-Straße zwölf Plätze, ebenfalls für die Tagespflege.

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