Kreis Heinsberg hofft auf zusätzliche Autobahnauffahrt

Von: Udo Stüßer
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grafik lindern gewerbegebiet
So sieht das Industriegebiet Lindern im Flächennutzungsplan der Stadt Geilenkirchen aus. Grafik: zva

Geilenkirchen. Wie in den vergangenen Tagen bekannt wurde, will die Post die Produktion ihres Elektrolieferwagens drastisch hochfahren. Neben dem Produktionsstandort Aachen soll nach derzeitigen Plänen eine zweite Fabrik gebaut werden. Der Standort ist noch ungewiss.

Kommt das Industriegebiet Lindern denn für den Bau einer Fabrik zur Produktion des Streetscooters in Frage? „Die Stadt Geilenkirchen würde es sehr begrüßen, wenn diese Fläche in Lindern für die Ansiedlung eines solchen Vorhabens ins Auge gefasst würde. Wir werden sehr eng mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg zusammenarbeiten, um den Standort anzubieten“, sagt dazu Geilenkirchens Technischer Beigeordneter Markus Mönter.

Die Karosserie des Streetscooters, der bislang eine Erfolgsgeschichte ist, wird im Laser Bearbeitungs- und Beratungszentrum NRW GmbH (LBBZ) mit Sitz im Geilenkirchener Gewerbegebiet Niederheid angefertigt. Das Unternehmen zählt zu den größten Anbietern für Lasertechnik in der industriellen Materialbearbeitung und expandiert ebenfalls.

Zusammengebaut wird das Auto dann bisher nur auf dem Gelände der ehemaligen Waggonfabrik Talbot in Aachen. Von daher wäre eine gewisse räumliche Nähe der neuen Fabrik zum LBBZ sicherlich von Vorteil. Andererseits wird seit Jahren in der Region über die mangelhafte Anbindung des Industriegebietes Lindern diskutiert.

Große Hoffnung setzt der Kreis Heinsberg jetzt auf Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD). Wie Franz-Michael Jansen, Vorsitzender des Kreisausschusses für Umwelt und Verkehr und Mitglied des Regionalrates bei der Bezirksregierung in Köln, unserer Zeitung erklärt, hofft der Kreis Heinsberg auf eine zusätzliche Autobahnabfahrt auf der A46 zwischen den Anschlussstellen Dremmen und Hückelhoven.

Das Problem ist laut Jansen, dass zwischen zwei Anschlussstellen mindestens zwei Kilomter Distanz liegen müssen. Das wäre hier dann nicht mehr der Fall.

Bei einem Gespräch von Vertretern des Kreises Heinsberg und der Städte Geilenkirchen, Heinsberg und Hückelhoven im Verkehrsministerium habe, so Jansen, Groschek Unterstützung signalisiert. „Im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreises Heinsberg haben wir den Auftrag für eine Vorstudie an ein Ingenieurbüro vergeben“, sagt Jansen. Eine solche Vorstudie sei Voraussetzung für den Antrag auf Bau einer zusätzlichen Abfahrt.

Dass eine Anbindung des Industriegebietes Lindern – laut Flächennutzungsplan der Stadt Geilenkirchen und Landesentwicklungsplan ein 240 Hektar großer „landesbedeutsamer Standort für flächenintensive Großvorhaben“ – an die A 46 zwingend nötig sei, hat Regierungspräsidentin Gisela Walsken bereits im vergangenen Jahr bei einem Besuch in Geilenkirchen erklärt.

Bis heute ist das Industriegebiet Lindern nur über die Landesstraße 364 oder die L 228 mit Ortsdurchfahrten zu erreichen. In den vergangenen Jahren wurde deshalb immer wieder über verschiedene Ortsumfahrungen diskutiert. Vor zwei Jahren machten der Kreis Heinsberg und die Stadt Geilenkirchen in einem gemeinsamen Schreiben an Verkehrsminister Groschek deutlich, wie wichtig eine ortsdurchgangsfreie Anbindung des Industriegebietes an die A 46 ist.

Deutlich gemacht wurde auch, wie bedeutsam die Realisierung der L364 n als Ortsumgehung von Hückelhoven, eine Ortsumgehung Hilfarth und eine Ortsumgehung von Brachelen sind. Markus Mönter glaubt derweil, dass sich die Chancen für eine weitere Standortentwicklung positiv darstellen. Er befürchtet aber auch, „dass die Post bereits jemanden mit der Suche nach einer Fabrik beauftragt oder bereits eine Fläche ins Auge gefasst hat“.

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