Konzert zum Jubiläum des Haarener Kirchenchores

Von: sche
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Waldfeucht-Haaren. Die musikalischen Veranstaltungen zum 150-jährigen Bestehen des Haarener Kirchenchores zogen sich über eine Woche hin und setzten neue Akzente.

Das Kindermusical wie auch das Kirchenkonzert wichen vom Klischee ab. Dafür waren mehrere Gründe ausschlaggebend. Sich von Herzen zu freuen, unbeschwert zu sein, damit hat sich die Kirche nie leicht getan.

Auch die Kirchenchöre standen mehr auf der ernsten Seite. Daran mochten auch Hinweise auf die frohe Botschaft wenig zu ändern. Wilfried Tellers, der amtliche Kirchenmusiker in der Gemeinde holte schon vor Jahren zu einem Rundumschlag aus.

Er löste sich mit einem aus drei Chören gebildeten Projektchor aus der Tradition und hatte auch bald einen Namen gefunden. „Instrument of Peace”. So heißt ein Lied von Greg Gilpin. Für den Dirigenten war das nicht nur ein Name, sondern Programm.

Man kann sich kaum ein edleres Anliegen vorstellen, als für und um Frieden zu singen, auch wenn es eine Utopie zu sein scheint. Für den ersten Auftritt suchte er sich die Sommerzeit aus.

Eine Unmöglichkeit, unkte man. Aber Tellers behielt Recht. Noch heute ist dieses Event in Bocket nicht vergessen. Nun folgte der zweite Streich, wiederum ohne Weihrauch und Schwulst.

Gegenseitige Ergänzung

Mit dem niederländischen Chor „Mes Amis” ging man eine Union ein. Beide Chöre waren so voll von ihrer Mission, dass sie die Zeit vergaßen und die hohen Temperaturen.

Wirksam ergänzten sich die beiden Klangkörper und bestärken einander. Da es sich um Niederländer wie Deutsche handelte, bekam dieses Credo besonderes Gewicht.

Mes Amis, von Sylvia Bergs geleitet und einer kleinen Rhythmusgruppe bestärkt, machte vor, dass man beim Singen auch etwas tun muss, will man gehört werden. Hände reiben, Schnipsen, Schenkel klopfen so machen es auch die Farbigen, um „verstanden” zu werden. Nur den Mund aufmachen, ist zu wenig. Das Temperament will mehr.

Häufig erreichen sie die Eindringlichkeit durch Trommeln. Rhythmus ist zur wichtigsten Komponenten beim Spielen und Singen geworden. Erst dahinter stehen Melodie und Harmonie. Rhythmus ist ansteckend und von unmittelbarer Wirkung.

Die vollbesetzte Kirche Johannes des Täufers, der auch mehr ein Revoluzzer war, ging von Anfang an begeistert mit. Die Holländer und ihre Attitüden übertrugen sich.

Die Fortsetzung, wenn auch ohne Requisiten erfolgte durch den fast doppelt so großen hiesigen Chor. Dafür gab es Soli, Klavierbegleitung und Flöten, um die Sehnsucht nach Ruhe und nach Gottesnähe auszudrücken.

Was Rhythmus und Pep betrifft, steht Instrument of Peace nicht ohne Erfahrung da. Sie bedienen sich auch der permanenten Wiederholung bis zur suggestiven Wirkung. Bis zur Trance kann man es so bringen.

Man nehme sich nur ein Beispiel an den strenggläubigen Juden. Unser „Dacapo” kann man da vergessen. In ihren Engagements greifen die hiesigen Sänger gerne auf Albert Frey oder Jay Althaus zurück, um das zu singen, was sie aussagen möchten.

Kein Verzicht

Jeder Chor trat zweimal auf. Nach einer Pause zur Durstlöschung folgte der zweite Teil, quasi, um das Vorherige noch einmal dick zu unterstreichen. Kein Besucher wird bedauert haben, zugunsten dieser direkten Modernität in Englisch wie Deutsch auf eine feierliche Weihestunde verzichten zu müssen.
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