Konzert entführt in die Zeit des Hochbarocks

Von: ulla
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Zum fünften Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule in dieser Saison spielte das Cicerone Ensemble in der Erkelenzer Stadthalle auf. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. In die Zeit des Hochbarocks entführte das fünfte Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule in dieser Saison die zahlreichen Zuhörer in der Erkelenzer Stadthalle. Das Cicerone Ensemble brachte Werke von Jean Baptiste Barrière, Georg Friedrich Händel, Georg Philipp Telemann, Francesco Geminiani, Johann Christian Bach, Johann Heinrich Roman und Johann Joachim Quantz zu Gehör.

„Cicerone“ ist eine Bezeichnung für einen Fremdenführer, der Touristen und Besucher durch Museen und andere Sehenswürdigkeiten führt und ihnen so die Hintergründe und den Geist der Vergangenheit vermittelt. Und dies gelang in hervorragender Weise Thomas Wormitt (Traversflöte), Adrian Cygan (Barockcello) und Andreas Gilger (Cembalo), die den Zuhörern die alte Musik umso näherbrachten, als diese auch auf entsprechenden Instrumenten dargebracht wurde.

Diese stellten die Musiker vor als gelungene Kopien von Originalen, die nun in Museen ausgestellt sind. Die drei führten auch ausführlich in die einzelnen Stücke ein und stellten dabei deren jeweils charakteristischen Merkmale vor. So war nicht einfach nur Musik von vor mehr als 250 Jahren zu hören. Es wurde gleichermaßen angesprochen die Klangwelt einer vergangenen Zeit als auch das sie umgebende soziale Umfeld mit seinen Adeligen und Vornehmen. Die Zeiten, in denen das „gemeine Volk“ von weiten Teilen der Kultur ausgeschlossen war, sind Gott sei Dank vorbei.

Geist einer vergangenen Epoche

Alle vorgestellten sieben Werke machten etwas von dem Geist einer vergangenen Epoche deutlich und passten mit ihrem meist meditativen Charakter durchaus in diese besinnliche Jahreszeit. Und welches Stück wem am besten gefallen hatte, war – wie in allen Bereichen der Kultur – eine sehr individuelle Angelegenheit.

Und noch etwas vermittelte das Ensemble: Die damalige Musik war recht international. Die Musiker waren oft lange Zeit in den verschiedensten Ländern Europas unterwegs, wodurch sie einmal deren jeweiligen Stil kennenlernten, zum anderen aber auch ihre eigenen Vorstellungen „exportierten“. Vielleicht ist es etwas übertrieben: Aber man kann sagen, dass das Europa jener Zeit auf kulturellem Gebiet schon einen Vorgeschmack des modernen Europas lieferte. Und dies wie heute nach den Erfahrungen verheerender Kriege.

Natürlich gab es nach den Blumen eine Zugabe: „Noch ein bisschen Telemann“, wie sie einer der Musiker ankündigte. Und damit wurde auch noch einmal an einen der ganz Großen des Barocks erinnert (der ein Freund von Johann Sebastian Bach war), der mit seinen vielen Hundert Werken der unterschiedlichsten musikalischen Gattungen nicht nur seine Zeit entscheidend beeinflusst hatte.

Die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg hat wieder einmal bewiesen, dass ihre seit vielen Jahren präsentierten Meisterkonzerte zu Recht diese Bezeichnung tragen.

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