Konrad Beikircher: „Schön ist es auch anderswo”

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
Konrad Beikircher
„Schön ist es auch anderswo” nennt Konrad Beikirchersein Programm, mit dem er in der Stadthalle Erkelenz seine Zuhörer wieder einmal restlos überzeugt.

Hückelhoven. Strahlend, mit weit ausgebreiteten Armen sprang Konrad Beikircher auf die Bühne der Hückelhovener Aula und wurde herzlich wie ein alter Freund empfangen. Gut 450 Zuhörer hielt er von nun in seinem Bann.

Wortgewandt, blitzgescheit und warmherzig führte er durch sein Programm: „Schön ist es auch anderswo”. Im elften (!) Teil seiner Rheinischen Trilogie blickte er mit dem Publikum vom Rheinland aus über den Tellerrand, in andere deutsche Universen und bis in seinen Geburtsort in Südtirol.

Natürlich sei seine Trilogie ursprünglich auf drei Programme angelegt gewesen, aber wie es so ist im Rheinland, „et kommt wat dazwischen” oder „et zieht sich”. Im rheinischen Universum passieren ständig solche Sachen. Puddingteilchen, Festakte, Aufsitzrasenmäher, Festkomitee mit Tagesbefehl (hier meint er seine Frau), Rudi Dutschke und Kosenamen - in bekannter Manier kam er von „Hündchen auf Stöcksken”.

Während das Publikum ihm fasziniert folgte, aber längst den Anstoß der Geschichte vergessen hatte, kehrte Beikircher mit schlafwandlerischer Sicherheit an den Beginn seiner Erzählung zurück, um Anlauf zu nehmen für eine weitere heitere Exkursion.

Lebensweisheiten wie „Nur wer zerknittert aufwacht, hat tagsüber Entfaltungsmöglichkeiten” gab es gratis dazu. Wenn Beikircher die grammatikalische „zukünftige Vergangenheit” auspackt, kann Konrad Duden einpacken. Scharf beobachtend, niemals verletzend und getragen von rheinischer Zuversicht gewann er dem Alltag überraschende Seiten ab. Immer wieder flog ein Lachen über die Stuhlreihen, immer wieder brandete Beifall auf. Das Energiebündel ließ den Zuschauern keine Zeit zum Verschnaufen, er war schon bei der nächsten Heiterkeit.

Wenige Stunden zuvor war ihm in Düsseldorf von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für sein vielfältiges soziales Engagement verliehen worden. „Ich freue mich! Auch wenn ich etwas erstaunt war, über die lange Liste meines Einsatzes, die vorgelesen wurde. Für mich ist das nämlich selbstverständlich.” Jetzt verschwanden die Lachfältchen und Beikircher wurde ernst. „Bekanntheit für soziale Verantwortung zu nutzen ist geradezu eine Verpflichtung. Ich krieg so einen Hals, wenn Stars sich immer nur selbst zelebrieren und Geld machen wollen.”

Der Schalk kehrte in die Augen zurück bei der Frage, ob er denn wirklich im nächsten Jahr auf Abschiedstournee gehe. „Mal gucken - auch et Ende kann sich ziehen!”, verfiel er wieder in rheinischen Dialekt.

Die Frage nach dem Satz, den er gerne mal in der Zeitung lesen würde, beantwortete er ohne Zögern: „Ach, Jungfrau Maria, das Leben ist zum Verrücktwerden schön.” Erklärend fügte er hinzu: „Der Satz stammt von Bohumil Hrabal. Da ist doch alles drin!” Seine Bücher signierte er mit einem strahlenden Herzen und seinem Namen. Genau das ist er wohl, dieser Beikircher: Ein strahlendes Herz. Und sein Publikum liebt ihn dafür.
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