Kondom statt Kamelle

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Kondom klassisch
Stößt vielerorts auf Ablehnung: das klassische Kondom ist nicht überall beliebt. Foto: ddp

Kreis Heinsberg. Schon im Dezember meldete sich die erste Karnevalsgruppe beim Aids-Beratungs- und Hilfsdienst der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Es geht wieder um das Mitmachen beim Verteilen von Schutzinformationen und Kondomen in den Umzügen.

Die Aktion findet inzwischen zum elften Mal statt. Und der Überraschungseffekt beim Aushändigen eines Kondoms statt der erwarteten Kamelle sorgt jedes Jahr für einen Aha-Effekt und Gesprächsstoff. Das berichten Aktionsteilnehmer, die sich auch in diesem Jahr wieder beteiligen wollen. Sie unterstützen damit die Präventionsarbeit der Aids-Beratungsstelle der AWO in Hückelhoven.

In diesem Jahr liegen der Rosenmontag und der Valentinstag, der Tag der Verliebten, direkt nacheinander. Der Schutz der Liebenden werde aber leicht vergessen, so die AWO. Sich verlieben und sich die Treue halten, werde gerade auch in der Karnevalszeit manchmal auf eine schwere Probe gestellt. Neue Kontakte würden schnell eingegangen. Nicht für jeden bleibe es beim „Bützchen”. Auch ein extremer Alkoholkonsum könne zu Risikosituationen führen.

Die Aids-Beratungsstelle ist daher wieder auf der Suche nach „Schutzengeln”, welche die Karnevalisten an die Gefahren beim ungeschützten Sex erinnern sollen. Denn wer Kondome, möglicherweise auch wegen eines zu hohen Alkoholspiegels, vergessen habe, dem bleibe nur die Möglichkeit, über einen HIV-Test zu klären, ob ein leichtsinniger Augenblick sein ganzes Leben verändere.

Ein kostenloser und anonymer HIV-Test ist nach Angaben der AWO bei den Gesundheitsämtern möglich. Unter der Telefonnummer 02452/135311 seien Termine zu vereinbaren. Leider müsse mit Angst und Ungewissheit nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr etwa drei Monate gelebt werden, da ein Test - vom Risikozeitpunkt gerechnet - erst nach zwölf Wochen ein aussagekräftiges Ergebnis geben könne. Erst nach dieser Frist könne der Test erfolgen. Etwa eine Woche nach der Blutentnahme werde das Ergebnis persönlich mitgeteilt.

Fußgruppen, die an Umzügen teilnehmen, können Aufkleber, Infos und kostengünstige Kondome zur Verteilung an Jugendliche und Erwachsene bei der Beratungsstelle erhalten. Weitere Informationen zum HIV-Test und zur Aktion „Schutzengel im Karneval” erteilt Renate Kaspar von der Aids-Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt unter der Telefonnummer 02433/901730 oder per Mail an abhd@awo-hs.de.
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