Koi-Besitzer fürchten Herpes als Seuche

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Kreis Heinsberg. Für die Besitzer war es ein Schock, als sie in ihrem Gartenteich in Erkelenz gleich sechs verendete Koi-Karpfen vorfanden. Die Diagnose brachte an den Tag: Die Tiere sind am so genannten Koi-Herpes-Virus verendet.

„Bei Koi-Herpes handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche”, erklärte Amtstierarzt Dr.Hans-Helmut Ahlborn vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Heinsberg. Die Besitzer hatten nach Angaben des Kreises in den Niederlanden Kois erworben und in den Teich eingesetzt. „Es ist nicht auszuschließen, dass die Tiere bereits infiziert waren”, so Ahlborn.

Er riet allen Koi-Liebhabern, insbesondere beim Kauf von vor allem preisgünstigen Tieren auf die Gesundheit der Tiere zu achten. „Wenn ein krankes Tier in einen gesunden Bestand gerät, so kann es zu schweren Erkrankungen mit hohen Verlustraten kommen”, führte der Amtstierarzt weiter aus, der auch darauf hinwies, dass Fische, die die Krankheit überstanden hätten, das Virus lebenslang beherbergen würden und damit als infektiös anzusehen seien.

Der Mensch ist laut Kreis gegenüber dem Koi-Herpes-Virus unempfindlich, eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit daher auszuschließen. Allerdings sei die Krankheit unter Kois und Nutzkarpfen sehr ansteckend, so dass der Kontakt von Koi-Karpfen zu Nutzfischen auf jeden Fall vermieden werden sollte. Ahlborn: „Koi-Karpfen dürfen auf keinen Fall in Fischteichen oder Fließgewässern ausgesetzt werden.”

Die Erkrankung betrifft alle Altersgruppen, die Tiere zeigen Verhaltensstörungen, stehen am Frischwasserzulauf, zeigen Symptome der Notatmung und zeigen Fressunlust. Äußerlich wird vor allem im Kopfbereich ein grauweißer Schleier sichtbar. Die Augäpfel der Tiere sind bei Erkrankung eingesunken, die Kiemen blass, geschwollen und verstärkt verschleimt.

„Ich kann allen Koi-Liebhabern nur empfehlen, Koi-Karpfen aus gesunden, virologisch kontrollierten Betrieben zu erwerben”, erklärte der Amtstierarzt. Käufer sollten neu erworbene Fische - wenn möglich - vier Wochen lang in Quarantäne halten.

Eine Impfung oder medikamentöse Behandlung des Koi-Herpes-Virus ist nicht möglich. „Vorsicht ist die Devise beim Zukauf”, so heißt es daher im Veterinäramt. Ist die Krankheit erst einmal im Bestand, so helfen nur noch ein Bestandsaustausch sowie eine Desinfektion des Teich- oder Beckenbereichs.

Koi-Herpes ist anzeigepflichtig und muss dem Veterinäramt angezeigt werden. Infos für Koi-Halter gibt es unter 02452 133909.
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