Klinken putzen, damit in Heinsberg dr Zoch kütt

Von: Anna Petra Thomas
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Im Mittelpunkt des diesjährig
Im Mittelpunkt des diesjährigen Tulpensonntagszuges durch die Kreisstadt steht neben dem Stadt-Dreigestirn das 99-jährige Bestehen des Heinsberger Karnevalsvereins. Dafür hat sich das Team der Wagenbauer, hier auf dem Senatswagen, mächtig ins Zeug gelegt. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. „Dr Zoch kütt” heißt es in diesem Jahr am Tulpensonntag, 19. Februar, auch in der Kreisstadt. Alle fünf Jahre nur gibt es hier einen Zug, der vom Komitee Heinsberger Karneval in Kooperation mit den zwölf angeschlossenen Gesellschaften organisiert, durchgeführt und auch finanziert wird.

Dieses Mal mussten die Narren sogar sechs Jahre warten, damit der närrische Lindwurm sich jetzt anlässlich des 99-jährigen Bestehens des Heinsberger Karnevalsvereins (HKV) als einer der Komiteegesellschaften ab 12.11 Uhr wieder durch die Innenstadt schlängeln kann.

So ist der HKV natürlich selbst mit großem Aufgebot dabei, stellt die Gesellschaft doch mit Prinz René I (Mertens) in dieser Session auch den Stadtprinzen, der im Dreigestirn von Bauer Leo (Heinz-Leo Heinrichs) und Jungfrau Henriette (Heinz Wesner) begleitet wird. Allein vier Wagen wird er für den Zug aufbieten: einen mit dem Dreigestirn, einen für seinen Senat, einen für den Elferrat und einen für den Damen-Elferrat mit der Kinderprinzessin.

Auf dem Wagen des Komitee Heinsberger Karneval (KHK) werden Bürgermeister Wolfgang Dieder, seine beiden Stellvertreter und die Verwaltungsspitze mitfahren, wie Komitee-Geschäftsführer Kurt Schmitz verrät. Mit dabei sind hier zudem der Vorstand des KHK und die Ex-Stadtprinzen mit ihren blauen Zylindern.

„Das wird schon ein ganz ordentlicher Zug”, freut sich Schmitz schon jetzt auf das farbenfrohe Bild, an dem sich alle zwölf Komitee-Gesellschaften beteiligen werden, darüber hinaus die Stöher Sankhasen aus Stahe, der Heimat von Prinz René I. „Zwei Dreigestirne und sieben Prinzenpaare werden im Zug zu sehen sein”, sagt er. Hinzu kommen elf Musikgruppen, darüber hinaus Fußgruppen und weitere, privat organisierte Wagen. Insgesamt sind unter den 55 Zugnummern 20 Großwagen angemeldet.

Dank gebührt laut Schmitz für das organisatorische Engagement im Rahmen des Zuges vor allem Komiteepräsident Heinz-Leo Heinrichs, wenngleich er in dieser Session auch noch als Bauer Leo den Stadtprinzen im Dreigestirn unterstützt. „Er hat im wahrsten Sinne des Wortes Klinken geputzt!”, so der KHK-Geschäftsführer. „Das bunte Treiben in den Karnevalssessionen hat zwar immer noch eine große Fangemeinde”, sagt Heinrichs dazu. Doch frage sich kaum jemand, wie sich die großartigen, prächtigen Aufmärsche und Karnevalsumzüge finanziell überhaupt durchführen lassen würden. „Die Finanzkrise kennt auch bei den Narren kein Pardon und zeigt sich äußerst humorlos!”

So habe man für den Zug durch die Kreisstadt in der Vergangenheit immer auf zwei großzügige Spender setzen können, wodurch die Finanzierung dann bereits zur Hälfte gesichert worden sei. „Dies ist in diesem Jahr nicht der Fall”, bedauert er. So hat Heinrichs bereits im November vergangenen Jahres damit begonnen, in mehr als 150 Briefen und in persönlichen Gesprächen auf die Situation aufmerksam zu machen und um Verständnis für die Situation der Karnevalisten zu werben. Dass dies eine äußerst schwierige Aufgabe war, verhehlt er nicht. Es sei deutlich weniger gespendet worden als in der Vergangenheit, oder er sei in Gesprächen sogar ganz auf Ablehnung gestoßen, so sein Fazit.

Dabei sind die Kosten enorm gestiegen, wie Heinrichs und Schmitz erläutern. Durch Beiträge für Versicherung, Gema, Wagenmiete, Kosten für Wagenabsicherung und den Zug insgesamt, etwa durch die Verpflichtung zusätzlicher Musikeinheiten oder die Bereitstellung des Rettungswesens, seien die Verantwortlichen an die Grenzen des Möglichen gestoßen.

Aber „dr Zoch kütt” lautet dann doch die gute Nachricht, verbunden mit einem großen Dank des Komiteevorstands an alle Geschäftsleute, Geldinstitute und Unternehmen, die einen Beitrag zur Durchführung des diesjährigen Tulpensonntagszuges geleistet haben.

Für den Tulpensonntagszug ist die Heinsberger Innenstadt am 19. Februar ab 11 Uhr gesperrt. Aufstellungsort für den Tulpensonntagszug in Heinsberg ist die Valkenburger Straße. Von dort zieht der Zug über Poststraße, Markt, Liecker Straße und Apfelstraße durch den Torbogen, über die obere Hochstraße weiter über die Geilenkirchener und die Linderner sowie die Erzbischof-Philipp-Straße zur Hochstraße und von dort in die Liecker Straße. An der Ecke Liecker Straße/Westpromenade löst sich der Zug auf.

Die Wagen des Stadt-Dreigestirns und des KHK stehen zu Beginn des Zuges am Campus/Marktplatz und reihen sich dann an dessen Ende ein.

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