Klimacamp in Borschemich: Windrad als Zeichen

Von: hewi
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Auf dem Sportplatz stellten sich die Teilnehmer zu einem Windrad zusammen, um auf die umweltfreundliche Energiegewinnung mit Windrädern aufmerksam zu machen. Foto: Dahmen

Erkelenz-Borschemich. Zum Abschluss des einwöchigen Klimacamps am Ortsrand von Borschemich hatten die BUND-Jugend NRW und die anderen Organisatoren des Camps zu einem Straßenfest auf der Marienstiftstraße eingeladen.

Ob die geringe Beteiligung der Einheimischen am Regen lag oder daran, dass viele Borschemicher andere Sorgen haben als zu feiern, sei dahingestellt. Rund hundert der aus ganz Europa stammenden Campteilnehmer versammelten sich auf dem Sportplatz des sterbenden Ortes, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Und zwar in Form eines Windrades, denn die regenerative Energie sei eine realistische Alternative zur Braunkohle, wie Campteilnehmer Frank Krupka aus Mönchengladbach erklärte.

Das Camp habe nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden, betonte Krupka. „Wir hatten unsere Aufmerksamkeit”, hob er hervor. So war neben vielen Workshops und Seminaren zur Energie und zum verantwortlichen Umgang damit auch eine Fahrradtour rund um das Tagebauloch veranstaltet worden. Dabei hatte es auch eher symbolische Aktionen gegeben, wie den Abwurf etlicher, mit Botschaften an den Energieriesen versehenen Papierflugzeuge vom Aussichtspunkt aus in das Tagebauloch.

Das riesige Loch, das viele vorher noch nie gesehen hatten, beeindruckte die Teilnehmer nachhaltig. Die Nähe zum Tagebau ist gewollt und wichtig”, betonte auch Stefan Förster vom BUND, der das Camp mit organisiert hatte. In Seminaren wurde über „Energiedemokratie”, also die Teilhabe an der Energie und die Mitbestimmung über deren Herstellung diskutiert. „Die zumeist jungen Teilnehmer sollten für das Thema Energie sensibilisiert werden”, betonte die BUND-Bildungsreferentin Andrea Schaupp. Daher sei auch der Standort Borschemich mit Bedacht gewählt worden. „Hier bekommt man einen Eindruck davon, was der Raubbau durch den Braunkohletagebau anrichtet”, erklärte sie.

Der 18-jährige Arne Winkler aus Grevenbroich erklärte auf Nachfrage, dass das Thema Energie bei den Jugendlichen durchaus noch im Bewusstsein sei. „Es interessiert sie schon, doch glauben viele, dass man ja nichts ändern kann”, meinte er.

Dass man etwas tun kann und was man tun kann, das hatten die zumeist jugendlichen Teilnehmer eine Woche lang in Borschemich gelernt. Sicherlich habe man mit einer höheren Teilnehmerzahl gerechnet, so Winkler. Doch insgesamt sei man durchaus zufrieden mit dem, was man erreicht habe.

Für das kommende Jahr ist ein weiteres Klimacamp in Borschemich geplant. „Bis 2014 können wir in Borschemich unsere Camps durchführen”, erklärte Winkler. Danach wird der Ort dem Bagger zum Opfer fallen. Mit der Planung für das Klimacamp 2011 wird im November begonnen.
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