Kreis Heinsberg - Kleine Zeichnungen füllen ganze Leinwände im Kopf

Kleine Zeichnungen füllen ganze Leinwände im Kopf

Von: defi
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Die Lütticher Künstlerin Anja Bayerwaltes ist mit ihren Gemälden und Zeichnungen zu Gast im Kunstverein Region Heinsberg. Der „Fensterblick“ ist eines ihrer Themen. Foto: defi

Kreis Heinsberg. „Tom Waits for no one“ lautete ein doppeldeutiger Spruch in den frühen Jahren des amerikanischen Barden, der schon auf seiner ersten Platte mit Songs wie etwa über seine große Liebe Martha Musikgeschichte schrieb. Dann schauspielerte er auch noch bei Jim Jarmusch.

Anja Bayerwaltes widmete diesem legendären Film „Down by Law“ einige ihrer schönsten Zeichnungen. Sie sind zusammen mit großen und kleinen Bildern zurzeit im Kunstverein Region Heinsberg zu sehen.

„Perfect Day“ hat die in Lüttich, im Inselviertel Outremeuse mit Blick auf die Maas, lebende Künstlerin ihre Ausstellung betitelt. In ihrer Serie „Down by Law“ zeigt Anja Bayerwaltes, dass sie eine genaue Beobachterin ist. Tom Waits hätte sicherlich auf sie „gewartet“, um einige Blätter mehr aus dieser schönen Serie zu sehen. Vier „Down by Law“-Filmsplitter zeigt Anja Bayerwaltes auf dem Horster Hof bei Unterbruch. Die Zeichnungen sind gerade mal 14,5x21 Zentimeter groß, füllen aber ganze Leinwände im Kopf. Durch die Sümpfe Louisianas, wo der Film spielt, kehrt Anja Bayerwaltes zurück in ihr Atelier und schaut aus dem Fenster.

Der „Fensterblick“ sei charakteristisch für das Werk von Anja Bayerwaltes, erläuterte Ingrid Trantenroth-Scholz, die bei der Vernissage das Publikum in die Arbeit der 1969 in Aachen geborenen Künstlerin einführte. Trantenroth-Scholz zitierte die Künstlerin: „Mit Perfect Day meine ich aber eher die Momente, in denen man den Tag als perfekt empfindet, die wiederum keine Ausnahme sind, aber eine Frage des Blickes für Momente, Begeisterung, für eine Situation sind, die man beobachtet oder das glückliche Zusammenfallen mehrerer idealer Komponenten von Licht, Ort, Situation, Aussicht, in denen man sich vorfindet - die Begeisterung und Verwunderung über etwas eher Alltägliches.“

Die Aussicht nach draußen wird in den großformatigen Bildern von Anja Bayerwaltes oft unterbrochen durch die Gardine. Niemand kann gleichzeitig draußen und drinnen sein. Entweder man bewegt sich auf der Straße oder blickt aus dem Zimmer durch das Fenster. Das gleichzeitige Auftauchen an zwei Orten ist nur wenigen vorbehalten. Vielleicht ist die Künstlerin mit diesen Sätzen falsch interpretiert, aber laut eigenem Bekunden ist es das Spannungsfeld zwischen Drinnen und Draußen, das ihrer Malerei zu Grunde liegt. Neben Vorhängen tauchen auch pflanzliche Strukturen auf, die den Blick auf das Dahinter, etwa ein Hochhaus, verändern.

Anja Bayerwaltes hat für den Kunstverein eine sehr schöne Edition ihrer Zeichnungen aufgelegt. Die 25 Originale (120 Euro für Nichtmitglieder, 100 Euro für Mitglieder) sind mit Tuschestift und Marker auf Papier gezeichnet und tragen den Titel „neighbours“. Mit den „Nachbarn“ meint die Künstlerin nicht nur die Passanten vor ihrem Fenster, sondern auch die Schiffe auf der Maas. Anja Bayerwaltes lächelnd: „Die haben manchmal die verrücktesten Namen.“ Sie ist halt eine genaue Beobachterin des Alltäglichen.

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