„Kleine Kunstgeschichte” lockt zum Kunstverein

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Kreis Heinsberg. Beim Kunstverein Region Heinsberg sind am kommenden Sonntag, 29. August, um 11.30 Uhr Ausstellungseröffnung und Sommerfest angesagt.

Skulpturen und Wandobjekte von Peter Nagel aus der Sammlung Hans-Jürgen Boll werden bis zum 17.September in Unterbruch (Horster Hof) zu sehen sein. Die Öffnungszeiten sind sonntags von 11 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Der Bildhauer Peter Nagel, Jahrgang 1963, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg, Peter Kleemann und Alfonso Hüppi und lebt in der Landeshauptstadt. Erstmalig präsentiert er der Öffentlichkeit seine umfangreiche Installation „100 Meisterwerke” in ihrer Vollständigkeit. „Eine kleine Kunstgeschichte” nennt Nagel seine „100 Meisterwerke”; Nashornköpfe, auf eine Holzplatte montiert, als Wandtrophäen. Sie zitieren bekannte Künstler; er nutzt ihre Stilmerkmale, ihren Individualstil und ihre typische Arbeitsweise, um sie darzustellen.

Nagels „100 Meisterwerke” erinnern an die berühmt gewordene Fernsehserie „100 Meisterwerke aus den großen Museen der Welt”. Der Spannungsbogen seiner Nashorntrophäen reicht von Vincent van Gogh, Jahrgang 1853, und dem Nashornkopf mit verbundenem Ohr bis Keith Haring, Jahrgang 1958, und dem Nashornkopf mit Graffiti-Strichmännchen. Nicht übersehbar ist Nagels Ideenreichtum: Das Prägnante, das den Wiedererkennungswert berühmter Künstler ausmacht, präsentiert er witzig und ironisch überspitzt malerisch oder bildhauerisch dem Betrachter.

In Peter Nagels Ausstellungskonzept seiner „kleinen Kunstgeschichte” folgt der Betrachter dem Weg des Künstlers. Es ist kein chronologischer Rundgang, auch gibt es keine Rangordnung, die den Nashorn-Trophäen in der Hängung schon im Vorfeld eine künstlerische Wertung geben würde. Sie hängen auf Augenhöhe des Betrachters und unterliegen der Beliebigkeit. In Begegnungen gehen die Werke Koalitionen ein - oder auch nicht. Der Rundgang wird zu einer kurzweiligen Entdeckungsreise, denn kleinen ovale Metallschilder am Kunstobjekt tragen den Namen des abgebildeten Künstlers. Nicht übersehbar sind auch leise Kritik und Ironie. Die geistreiche Verspottung zielt auf die Wiedererkennbarkeit berühmter Künstler, die für Käufer zu häufig vorrangig ist, und auf die Gier, Kunstobjekte wie Safari-Trophäen zu behandeln.

Der Bildhauer Peter Nagel thematisiert seit 1988 das Nashorn; es zieht sich wie ein roter Faden durch sein gesamtes Werk. Das Nashorn als Skulptur darzustellen, diese Idee geht ursprünglich auf einen persönlichen Wettbewerb zurück, den er mit einem Studienkollegen ausgefochten hat, um herauszufinden, wer besser modellieren könne.
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