Kita-Plätze: Gestiegenem Bedarf wird Rechnung getragen

Von: dawin
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Im Kindergarten Wehr im Selfkant wird eine zweite Gruppe für rund 22 Jungen und Mädchen entstehen. Dieser Schritt ist nicht in erster Linie dem Bevölkerungswachstum im Westzipfel geschuldet, sondern vielmehr einem sich ändernden Elternverhalten, das zu einer gestiegenen Nachfrage nach Kindergartenplätzen führt. Foto: dpa

Selfkant. Der demografische Wandel zwingt Kommunen dazu, Schulen zu schließen. Doch im Kindergartenbereich ist man offensichtlich von dieser Notwendigkeit noch weit entfernt – im Gegenteil: die bestehenden Kita-Plätze werden aufgestockt.

Im Kindergarten Wehr im Selfkant wird eine zweite Gruppe für rund 22 Jungen und Mädchen entstehen. Dieser Schritt ist nicht in erster Linie dem Bevölkerungswachstum im Westzipfel geschuldet, sondern vielmehr einem sich ändernden Elternverhalten, das zu einer gestiegenen Nachfrage nach Kindergartenplätzen führt.

Dirk Schwartzmanns, Leiter des Haupt- und Personalamtes im Selfkanter Rathaus, konkretisiert die Gründe: „Es ist noch nicht lange her, da schickten die Eltern ihre Kinder erst mit vier Jahren in den Kindergarten. Heutzutage haben wir die Situation, dass viele Kinder unter drei Jahren, teilweise sogar unter zwei Jahren im Kindergarten betreut werden.“ Darüber hinaus sei bislang die 35-Stunden-Betreuung „normal“ gewesen, immer mehr Eltern würden jedoch die 45-Stunden-Betreuung, mithin die Ganztagsbetreuung bis 16 Uhr in Anspruch nehmen. Dieser Bedarf, so Schwartzmanns, sei vom Kreisjugendamt Heinsberg insbesondere für die Ortschaften Süsterseel, Hillensberg und Wehr ermittelt worden.

„Diese Entwicklung ist in den Städten schon seit langem zu beobachten“, konstatiert Dirk Schwartzmanns, „und erfahrungsgemäß kommt diese zeitverzögert auf dem Land an“. Die traditionellen Familienstrukturen seien auch in den Dörfern inzwischen längst zerbröselt: „Dass Oma auf den Nachwuchs aufpasst, gibt es nur noch selten. Und da beide Elternteile einer Arbeit nachgehen, werden die Kinder, auch schon in ganz frühem Alter, zur Betreuung in den Kindergarten gebracht.“

Dem Bedarf folgend, soll im Gemeindekindergarten in Wehr eine zweite Gruppe eingerichtet werden. Im Sommer sollen die Arbeiten beginnen, die Erweiterung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Kostenpunkt: 120 000 Euro, allerdings beteiligt sich der Bund zu 90 Prozent. Zwei zusätzliche Vollzeitkräfte werden eingestellt, die Kosten durch die Kindpauschale des Landes finanziert.

Nach Fertigstellung ist der Bedarf in der Gemeinde Selfkant gedeckt. Ab dem 1. August 2013 müssen die Kommunen den Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres erfüllen. Die Gemeinde ist mit den drei kirchlichen Kindergärten in Süsterseel (zweigruppig), Tüddern und Höngen (jeweils dreigruppig) sowie den beiden gemeindlichen in Schalbruch (dreigruppig) und in Wehr (demnächst zweigruppig) gut aufgestellt. Über die Einrichtung der zweiten Gruppe in der Einrichtung Wehr wird der Jugendhilfeausschuss des Kreises Heinsberg im März 2015 definitiv entscheiden.

Eine wachsende Gemeinde

Der Bedarf nach Kindergartenplätzen ist auch ein Indiz dafür, dass der Selfkant, entgegen dem bundesweiten Trend, eine wachsende Gemeinde ist. „Laut Zensus-Zählung hatten wir im Jahr 2011 9948 Einwohner, Ende 2014 waren es 10.402“, bilanziert Bürgermeister Herbert Corsten.

Die Kommune, mit direkter Nachbarschaft zu den Niederlanden, verzeichnete und verzeichnet viele Zuzüge. Nicht nur aus den Niederlanden. Angelockt wurden die Neubürger durch attraktive Neubaugebiete, die seit 2011 auf den Weg gebracht wurden beziehungsweise bereits steingeworden sind.

Der Bürgermeister zählt die Baugebiete im Einzelnen auf: in Tüddern wurden die „Sandgrube“ und das „Hasenfeld“ realisiert, in Wehr läuft derzeit die Bebauung „Engelenweg“, in Süsterseel wird „Wierwey“ umgesetzt, in Tüddern ist das neue Areal „In der Kammer“ in Planung, ebenso ein größeres Terrain hinter dem Friedhof in Saeffelen. „Von 2011 bis 2016, wenn die letzten Baugebiete abgeschlossen sind, werden rund 130 Baugrundstücke entstanden sein“, überschlägt Bürgermeister Corsten die bauliche Entwicklung in der Gemeinde. „Glasfaser und Fertigstellung der B 56n werden der Kommune einen weiteren, wichtigen Impuls geben“, da ist sich Corsten sicher.

Das Nahversorgungszentrum in Tüddern platzt schon jetzt aus allen Nähten und wird bekanntlich erweitert. „Damit tragen wir der Entwicklung vor Ort Rechnung. Dort findet der Bürger alles, was er für den alltäglichen Bedarf so braucht.“

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