Kirschblüten als Zeichen der Vergänglichkeit

Von: hl
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Am Schalom-Park in Hückelhoven trafen sich überraschend viele Menschen, um ihre Solidarität mit den Menschen in Japan und Libyen zu bekunden. Foto: Lenz

Hückelhoven. Überraschend und erfreulich viele Menschen, unter ihnen viele Kinder und Jugendliche, hatten sich zu der symbolischen Uhrzeit fünf vor zwölf am Schalom-Park in Hückelhoven versammelt, um ihre Solidarität mit den Opfern in Japan und Libyen zu bekunden.

Bürgermeister Bernd Jansen, die beiden großen Kirchen in Hückelhoven und Pax Christi hatten zu dieser Veranstaltung aufgerufen, und an die 150 Personen waren der Einladung gefolgt.

Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister, der sich sehr erfreut zeigte über die große Teilnahme, und einer Ansprache des Sprechers von Pax Christi, Hans-Jürgen Knubben, zogen die Teilnehmer hinter einem Transparent von Pax Christi und der japanischen Flagge über die Parkhofstraße schweigend zum Friedenspfahl, der ja aus Japan stammt und an den Abwurf der beiden Atombomben dort 1945 erinnert.

„Wir wollen mit unserem Solidaritätsmarsch den leidenden und bedrohten Menschen in Japan und Nordafrika unser Mitgefühl und unsere Solidarität ausdrücken”, sagte Knubben, und er verwies auf die Bedeutung des Wortes Schalom, das nach jüdischem Verständnis nicht nur Frieden bedeute, sondern auch Unversehrtheit und Heil; das Freisein von Unheil und Unglück schließe Gesundheit, Sicherheit und Ruhe ein und beinhalte auch den Frieden mit der Schöpfung. Knubben wies auch darauf hin, dass die Menschen in Japan in dieser Zeit unter normalen Umständen das Fest der Kirschblüte feierten, deren kurze Blütezeit sie an ihre eigene Vergänglichkeit erinnerten.

Und er sprach auch von einem anderen Frühling, nämlich dem politischen in vielen arabischen Ländern, für dessen Ziele viele sogar bereit seien, ihr Leben zu opfern. Als Zeichen der Verbundenheit mit allen Menschen, deren Leben aus unterschiedlichsten Gründen nicht von Frieden begleitet werde und das geprägt sei von Armut, Hunger, Gewalt, Terror, Krieg und Ungerechtigkeit legte Hans-Jürgen Knubben später am Friedenspfahl eine blühenden japanischen Kirschzweig nieder.

Der Friedenspfahl, an dem seit den schrecklichen Ereignissen in Japan ein Trauerflor hing, war geschmückt mit weißen Papierkranichen. Pastoralreferent Norbert Ryans erzählte die Geschichte dieser Kraniche: Das Mädchen Sadako bekam im Alter von zwölf Jahren als Folge des ersten Atombombenabwurfs Blutkrebs, und um ihre Krankheit zu besiegen, faltete sie nach einer alten Legende mehr als tausend Kraniche. Diese Idee des Kraniche-Faltens wurde nach ihrem Tod von Kindern in Hiroshima aufgegriffen und entwickelte sich zu einem weltweiten Symbol als Warnung vor dem Atomtod und Mahnung für den Frieden.

Auch in Hückelhoven wurden Kraniche gefaltet: mehr als 300 in wenigen Tagen von der Weltjugendtagsgruppe, der Grundschule an der Burg, dem katholischen Jugendheim St. Lambertus, der Frauengemeinschaft und dem Gymnasium. Sie wurden von Kindern nach der Veranstaltung verteilt mit der Bitte, einen zweiten Kranich an die Lieben daheim oder Freunde weiterzugeben.

Vorher hatten die beiden Pfarrer Klaus Jansen und Frank Mischnik Gebete für die Opfer in Japan, in Libyen und auch die vergessenen Opfer überall auf der Welt gesprochen, an die sich ein gemeinsames Vaterunser anschloss.

Und es gab noch eine besondere und persönliche Verbindung zu Japan: Wenige Tage vor dieser Solidaritätsveranstaltung war Maike Wender aus Hückelhoven aus Osaka wieder nach Hause gekommen. Sie trug Worte Buddhas vor, dessen Lehre in Japan eine große Rolle spielt. Nach dieser Lehre, die in den „vier edlen Wahrheiten” vom Leiden, von der Entstehung des Leidens, der Vernichtung des Leidens und dem zur Vernichtung des Leidens bestehenden Weg besteht, muss der Mensch den so genannten „achteiligen Pfad” beschreiten: Rechten Glauben, rechtes Denken, rechtes Reden, rechtes Handelns, rechtes Leben, rechtes Streben, rechtes Gedenken, rechtes Sichversenken.

Es waren drei Bürgermeister und der Kämmerer bei dieser Solidaritätsveranstaltung anwesend.
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