Kreis Heinsberg - Kirche und ihr Verhältnis zur Arbeiterschaft

Kirche und ihr Verhältnis zur Arbeiterschaft

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Kreis Heinsberg. Mit welcher Haltung wird Arbeitern und Erwerbslosen begegnet, die mit dem Thema Kirche nichts zu tun haben? Welche Aufgaben und Schwerpunkte hat die Betriebsseelsorge? Welche Arbeitslosenprojekte gibt es in der Region? Diese Fragen standen auf der Tagesordnung bei einer Sitzung vom Katholikenrat der Region Heinsberg im Jugendheim in Oberbruch.

In dieser Sitzung ging darum, sich über das Thema Kirche und Arbeiterschaft zu informieren.

Geschichtlicher Rückblick

Den Anfang machte Referent Ralf Linnartz, KAB-Diözesanpräses und Pfarrer mit dem Einsatzschwerpunkt Kirche und Arbeiterschaft. Er verdeutlichte mit einem kurzen geschichtlichen Rückblick, dass laut Gaudium et spes, der Pastoral-Konstitution, verfasst beim Zweiten Vatikanischen Konzil, der Mensch in seiner einzigartigen Würde vor Gott im Mittelpunkt der heutigen Pastoral stehe. Daraus wurden die Fragen abgeleitet: „Haben wir als Kirche wirklich das Leben der Menschen, besonders das der Armen und Bedrängten im Blick? Wollen wir sie verstehen und solidarisieren wir uns mit ihnen?“ Auf der Würzburger Synode, der gemeinsamenn Synode aller Bistümer, von 1971 bis 1975, deren Aufgabe es war, die Beschlüsse des Konzils zu fördern, sei dann das Synodenpapier Kirche und Arbeiterschaft verabschiedet worden. Darauf basierend habe 1980 Bischof Klaus Hemmerle für das Bistum Aachen den Schwerpunkt Kirche und Arbeiterschaft ausgerufen. Dieser sei von seinem Nachfolger, Bischof Heinrich Mussinghoff bestätigt worden. Es sei festgestellt worden, dass das Thema Kirche und Arbeiterschaft heute innerkirchlich kaum wahrgenommen werde. Ausgehend vom Synodenbeschluss, müsse nach wie vor der Blick auf die Kleinen, Schwachen und Ausgegrenzten gerichtet werden, sich also ein Perspektivwechsel mit dem Blick von unten vollziehen, so der Referent. Die kleinen Leute am Rande sollten im Mittelpunkt stehen, ganz so wie es Papst Franziskus vorlebe. Methodisch müsse man die heutigen ­Herausforderungen von den Phänomenen und nicht von den Prinzipien her angehen.

Betriebsseelsorge

Damit leitete er über zu Johannes Eschweiler, Betriebsseelsorger in der Region Heinsberg. Eschweiler verdeutlichte, dass die Betriebsseelsorge im Bistum Aachen 1980 von Bischof Hemmerle ins Leben gerufen worden sei mit dem Ziel, das Verhältnis zwischen Kirche und Arbeiterschaft zu verbessern. Sie sei damals in den Regionalstellen angesiedelt worden, die jedoch vor zehn Jahren geschlossen worden seien, womit zunächst auch die Stellen der damaligen Referenten für Arbeiter- und Betriebspastoral abgeschafft worden seien. Im Laufe der Zeit sollten laut Generalvikariat neue Stellen eingerichtet werden, allerdings mit pastoralen Mitarbeitern und mit verringertem Beschäftigungsumfang. Diese seien dann für Aachen, Mönchengladbach und Heinsberg etabliert worden. „Wir nennen uns nun Betriebsseelsorger, weil es schwerpunktmäßig um die Betriebsseelsorge, um die Arbeitnehmer in den Betrieben, geht“, so Eschweiler.

Thema Betriebsrat

Die Aufgabe der Betriebsseelsorge sei heute, bei immer mehr in Gewerbegebieten angesiedelten Betrieben, die befristete Stellen anbieten würden, ungeregelte Arbeitszeiten hätten und wo der Lohn noch Verhandlungsbasis sei, bestenfalls mit den Betrieben gemeinsam zu schauen, dass die Arbeitnehmer in den Betrieben ihre Interessen selbst vertreten könnten. Die Erfahrung sei, dass die Arbeitgeber oftmals keinen Betriebsrat wollten. „Wir laden deshalb die Arbeitnehmer, die Interesse an einem Betriebsrat haben, in kirchliche Räume ein, damit sie sich organisieren können“, erklärte Eschweiler.

Wolfgang Cohnen, Referent für Arbeitslosenarbeit im Bistum ­Aachen, stellte anschließend seine Arbeit vor, die in der Geschäftsführung des Koordinierungskreises kirchlicher Arbeitsloseninitiativen liegt, der sich aus Vertretern der katholischen Regionen, örtlichen Trägern, Initiativen und Einrichtungen der Arbeitslosenarbeit und dem Diözesanrat der Katholiken zusammensetzt. Zudem leistet er Projektberatung und initiiert und koordiniert die politische Arbeit der einzelnen Träger beziehungsweise des Koordinationskreises.

Arbeitslosenprojekte

Auch über die Arbeitslosenprojekte in der Region wurde informiert. Johannes Eschweiler berichtete vom Verein Amos mit seinen Amos-Shops, dem Arbeitslosenzentrum und dem Ort der Begegnung in Erkelenz sowie von dem neuen Wanderarbeitnehmerprojekt mit Schwester Svitlana.

Hans Ohlenforst, Leiter der Caritas-Werkstatt, erzählte vor den Fairkaufhäusern in Heinsberg und Übach-Palenberg und dem Möbellager in Heinsberg.

Über die regionale Arbeitslosenberatung mit Beratungsstellen in Geilenkirchen und Erkelenz, zu denen immer mehr Leute kommen, informierte Danuta Dorosc.

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