Kreis Heinsberg - Kinderhospizdienst „Sonnenblume” informiert im Kreishaus

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Kinderhospizdienst „Sonnenblume” informiert im Kreishaus

Von: anna
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Auch Kunst-Workshops für lebe
Auch Kunst-Workshops für lebensverkürzend erkrankte Kinder gehören zum Angebot der „Sonnenblume”. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Zwei Referentinnen und eine Zuhörerin im dann doch recht groß wirkenden kleinen Sitzungssaal im Kreishaus: für die Referentinnen kein Problem.

„Hier kommt es nicht auf die Quantität an, sondern auf die Qualität”, lautet das Credo von Hannelore Leiendecker und Marietheres Reichert, die nach Heinsberg gekommen waren, um über die Arbeit des ambulanten Kinderhospizdienstes Aachen/Kreis Heinsberg, genannt „Sonnenblume”, zu informieren.

„Unser Thema ist ein sehr sensibles, das Angst macht und von dem viele Menschen vielleicht auch eine falsche Vorstellung haben”, erklärte Leiendecker zum eigentlich immer recht kleinen Publikum. Dennoch wolle man bekannt werden, Menschen in die Thematik mitnehmen, „damit sie von uns erzählen können.” Kinderhospiz-Arbeit sei nämlich eigentlich Begleitung im Leben, „viel eher Lebens- als Sterbebegleitung”.

Der Deutsche Kinderhospizverein, zu dem die „Sonnenblume” gehört, wurde 1990 von sechs Familien gegründet, deren Kinder lebensverkürzend erkrankt waren, wie es in der Fachsprache heißt. 1998 wurde das erste Hospiz in Olpe eröffnet. Seit 2004 widmet sich der Verein verstärkt dem Aufbau ambulanter Dienste. 2006 wurde der Dienst für Aachen/Kreis Heinsberg eröffnet, der Familien im Umkreis von 50 Kilometern eine kostenfreie Begleitung bietet.

Begleitet werden nicht nur die betroffenen Kinder, sondern die gesamten Familien von der Diagnose bis über den Tod hinaus. Das Angebot ist vielfältig. Die Kinder finden in dem Dienst einen Partner für interessante Aktivitäten, einen Gesprächspartner oder manchmal auch nur jemanden, der einfach nur da ist. Eltern werden von alltäglichen Dingen entlastet und erhalten Unterstützung in jedweder Hinsicht. Schließlich engagiert sich der Hospizdienst auch für die Geschwister, hilft bei Schularbeiten, spielt mit ihnen oder hat einfach nur Zeit für sie. Hinzu kommt eine sogenannte Akademie, die mehr als 50 unterschiedliche Seminare bietet für Familien, aber auch für Berufsgruppen, die mit derart erkrankten Kindern in Kontakt stehen.

Derzeit werden im Kreis Heinsberg drei Familien durch ehrenamtliche Mitarbeiter der „Sonnenblume” begleitet. Zu 32 Familien hat der ambulante Dienst Kontakt. Die beiden Koordinatorinnen gehen davon aus, dass es in der Region derzeit rund 230 betroffene Familien gibt. Wenn auch die Kinder der drei im Kreis derzeit betreuten Familien an Krebs erkrankt sind, mache diese Erkrankung nur 16 Prozent der lebensverkürzenden Erkrankungen von Kindern aus, erklärten sie. Weit häufiger seien Stoffwechselerkrankungen sowie neurologische und neuromuskuläre Erkrankungen.

Aktiv auf der Suche ist der Dienst derzeit nach weiteren, ehrenamtlichen Mitarbeitern. Deren Zahl für Aachen/Kreis Heinsberg beläuft sich derzeit auf 35, von denen ein halbes Dutzend aktiv ist. „Und derzeit kommen immer mehr Familien auf uns zu”, so Reichert. Im Herbst bietet die „Sonnenblume” daher einen neuen Befähigungskurs an. Vorkenntnisse sind nicht dazu nicht erforderlich. Weitere Informationen unter Tel. 0241/9161669 und www.aachen.deutscher-kinderhospizverein.de.
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