Kinder trauern ganz anders als Erwachsene

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:
Das Team der Schatzsucher best
Das Team der Schatzsucher besteht jetzt seit einem Jahr. Derzeit werden rund 30 Kinder und Jugendliche regelmäßig von ihnen Foto: Wichlatz

Hückelhoven-Doveren. Vor einem Jahr nahmen die Schatzsucher ihre Arbeit auf. Das Angebot der Trauerbegleitung richtet sich an Kinder und Jugendliche, die einen Familienangehörigen verloren haben. „Kinder trauern anders als Erwachsene”, betont Björn Clahsen, der die Schatzsucher gemeinsam mit Susanne Hoeren leitet.

Auf den ersten Blick erinnert das Angebot an eine Spielgruppe, denn die Kinder und Jugendlichen können bei den Gruppentreffen auf dem Kühlerhof spielen und sich beschäftigen. Der Fokus der Arbeit liegt nicht auf der Thematisierung des Verlustes und der Trauer.

Gespräch überAktivitäten

„Oftmals kommen die Kinder gerade bei ihren Aktivitäten ins Gespräch und reden über ihre Trauer”, betont Hoeren. Das gehört zum Konzept der Arbeit, denn Gespräche werden nicht aufgezwungen. Trotzdem besteht bei jedem Treffen die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch. Auch zwischen den 14-tägigen Treffen stehen Clahsen und Hoeren jederzeit telefonisch zur Verfügung.

Getragen wird das Angebot von dem ökumenischen ambulanten Hospizdienst „Regenbogen” und dem Verein „Leben(s)wert”. Die Treffen finden auf dem Kühlerhof bei Doveren in den Schulungsräumen des Erkelenzer Hermann-Josef Stiftung statt. Der Begriff „Trauergruppe” sei missverständlich, ist sich Clahsen sicher. Bei den Treffen gehe es auch „durchaus albern und wild” zu, wie Clahsen betont.

Gruppengespräch am Anfang

„Die Teilnehmer werden zu nichts gedrängt und können ganz unbefangen sein”, erklärt er. Nach einem Gruppengespräch am Anfang der Treffen können die Kinder und Jugendlichen tun, was ihnen wichtig ist.

Sie bauen Hütten im Wald, gehen spazieren, spielen oder ziehen sich in die Ruhebereiche zurück, wenn sie allein sein wollen oder das direkte Gespräch mit den Begleitern suchen. Was aussieht wie eine „bessere Spielgruppe” hat aber durchaus Konzept, wie Clahsen und Hoeren betonen.

Dritte Gruppe kommt

Ein Jahr nach der Gründung im September 2010 eröffnen die Schatzsucher eine dritte Gruppe. Derzeit werden rund 30 Kinder regelmäßig betreut, die meisten sind schon seit der Gründung vor einem Jahr dabei. Die Teilnehmer sind zwischen vier und 19 Jahren alt. Zumeist betrauern sie den Verlust eines Elternteils. „Krebs ist ein allgegenwärtiges Thema”, weiß Clahsen. Die Teilnahme ist natürlich freiwillig. Meist werden die Schatzsucher von Jugendämtern, Schulen, Kindergärten oder Ärzten empfohlen. Die Teilnahme ist kostenlos, denn die Gruppe finanziert die Arbeit aus Spenden.

Das Angebot findet breite Unterstützung. So spendeten die Schüler der Klasse 10.5 der Betty-Reis-Schule 350 Euro aus ihrer Klassenkasse für die Arbeit der Schatzsucher. Die Summe wird nun für die Basisausbildung der neuen Ehrenamtlerinnen zu Trauerbegleiterinnen für Kinder- und Jugendtrauer verwendet. Die Schulung dauert ein halbes Jahr und wird von der Aachener Hospiz-Servicestelle angeboten. Darüber hinaus findet nach jeder Gruppenstunde eine Supervision statt, bei der die Trauerbegleiter ihre Eindrücke und Erfahrungen auswerten und teilen können.„Die Nachfrage bei uns ist groß”, betont Clahsen. Die Kinder und Jugendlichen stammen aus dem gesamten Kreisgebiet.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert