Kinder lernen, wie man ein Haus baut

Von: Johannes Bindels
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Ein Blick auf den Bauplan, dan
Ein Blick auf den Bauplan, dann geht es weiter im Programm: Kinder der Westzipfelschule Schalbruch bauen auf dem Gelände von Cleven-Haus ihre eigenen vier Wände. Foto: Bindels

Selfkant-Schalbruch. „Die Mädchen sind zum Steine holen da”, meinte einer der Jungs aus der Klasse 2b der Westzipfelschule im Brustton der Überzeugung. Aha, so sind also die Rollen verteilt? Er wurde schnell eines Besseren belehrt.

Aufmerksam und geschickt verteilte eine seiner Klassenkameradinnen Spieß auf den Kalksandsteinziegel, fügte diesen auf das Spießbett korrekt in die Reihe und strich mit der Kelle den überflüssigen Spieß vorne und hinten ab. Das brachte ihr ein berechtigtes Lob vom Bauunternehmer Rolf Cleven und seinem Partner René Bougie ein.

Die Schüler der Klasse 2b aus Schalbruch waren mit ihrer Klassenlehrerin Ruth Vieten und ihren Kolleginnen zum Bau eines kleinen Steinhauses auf das Gelände des Unternehmens Cleven-Haus eingeladen. Unter Anleitung und Hilfestellung der Fachleute mauerten Mädchen und Jungen ein Steinhaus. Den Plan mit den Maßen beachten, Spieß mit kleinen Schubkarren herankarren, Spießbett legen, Steine ausrichten und mit der Wasserwaage prüfen - das geht den Kindern flink und mit viel Engagement von der Hand. Für einen Tag waren sie Maurer und bauten ein Haus.

Und ein Highlight war natürlich auch, mal auf einem Kleinbagger zu sitzen und mit der Schaufel ein Loch zu graben. Alles mit der Hilfestellung von Leo Jütten und mit ausreichendem Sicherheitsabstand im abgesperrten Wiesengelände begleitet.

Ausgangspunkt für diese frühe Berufswahlvorbereitung in Kooperation mit dem Bauunternehmen Cleven ist ein Projekt mit dem Titel „Menschen bauen Häuser” aus dem Sachkundeunterricht. Dort hatten die Kinder sich mit dem Thema intensiv beschäftigt. Sie hatten Ideen entwickelt für ihr Haus, Pläne gezeichnet, eine Materialliste erstellt und Modelle gebaut. „Wir wollten aber nicht nur basteln, sondern auch in unsere Häuser reingehen können und haben deshalb ein Tipi zusammengebaut”, berichteten die Schüler.

„Eine Grashütte und ein Kartonhaus sind weitere realisierte Modelle, die in der Schule genutzt werden können”, ergänzte die Klassenlehrerin Vieten. „Die Aktion am heutigen Tage ist die logische Fortsetzung des Themas hin zur Überlegung: Wie baut man heute?”, fügt sie an.

Mit viel Begeisterung, aber auch mit ernsthaftem Engagement und diszipliniert bauen die Kinder und beachten die Vorgaben. Projektarbeit als gewinnbringende Lernmethode wird hier ge- und erlebt. Fächerübergreifend werden Sprache und Mathematik miteinbezogen. Maßangaben müssen beachtet werden, das Werkzeug wird sprachlich korrekt benannt wie Kelle, Wasserwaage und so weiter.

Materialien werden vorbereitet und herangeholt. So fügt sich eine Erkenntnis spielend ein, dass Arbeitsvorbereitung und Ausführung Hand in Hand gehen müssen, wenn es denn gelingen soll. Lernen kann so viel Spaß machen und bereichernd sein! Und Begreifen wird anschaulich an diesem Tag demonstriert.

„Hier ist die Tür auf dem Plan eingezeichnet und auf der Rückseite kannst du das Fenster bei unserem Haus hier sehen”, erläuterte eines der Kinder den vorhandenen Bauplan. Die Erwartung ist berechtigt, dass ihr gemeinsam gemauertes Haus später auf dem Schulgelände aufgestellt und genutzt werden kann.

„Auch wenn der Transport aus technischen Gründen nicht möglich ist, werden wir eine Lösung finden, wie die Kinder ihre Erwartung erfüllt bekommen”, versprach René Bougie, auch um die so positive und anerkennenswerte Kooperation von Schule und Unternehmen nicht durch Enttäuschung zu trüben.
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