Kinder legen die Maßstäbe fest

Von: Pia Wilbrand
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Die kritischen Blicke wanderten auf die Tafel, wo die Spielgeräte zu sehen waren. Foto: Wilbrand

Erkelenz-Gerderath. Markus Wilmer, Jugendpfleger der Stadt Erkelenz, hatte zuweilen Schwierigkeiten, sich Gehör und vor allem Platz zu verschaffen. Unter dem Basketballkorb auf dem Gerderather Spielplatz war eine blaue Tafel mit Schaubildern aufgestellt worden, damit er den eingeladenen Kindern und deren Eltern aus dem Ort fünf Vorschläge für die neue Spielkombinationsanlage präsentieren konnte.

Das Interesse war groß, und bald war Wilmer umringt von neugierigen Kindern und Jugendlichen, die möglichst viel sehen, hören und fragen wollten. Vier der Vorschläge waren als Holzgerüste angedacht, eines aus Edelstahl. „Wie ist es denn da im Sommer mit der Hitzeaufladung?

Wird das Gerüst dann nicht viel zu heiß?”, fragte eine besorgte Mutter, während einige Mädchen ganz klar einen Vorteil im Edelstahlgerüst sahen: „Das rostet ja nicht und hält bestimmt viel länger!” Ihre Entscheidung stand bereits fest, für welches Gerüst sie stimmen wollten. Markus Wilmer war nämlich vor allem gekommen, um die Kinder über die neue Anlage abstimmen zu lassen.

Die Bedenkzeit für die Entscheidung der Kinder darüber, welches Modell sie für das beste hielten, nutzen einige Eltern, um Anliegen und Anregungen beim Stadtjugendpfleger vorzubringen. Eine Anlage für Skater und Fußballtore kamen dabei immer wieder zur Sprache. „Als wir hierhin gezogen sind, wurde uns der Spielplatz damals mit solchen Versprechen auch schmackhaft gemacht.” Markus Wilmer sammelte die Vorschläge und versprach, diese bei Bürgermeister Peter Jansen vorzulegen.

Der hatte schon zuvor Post von Lara Luyten erhalten. Die Neunjährige hatte gebeten, die alte Spielkombinationsanlage durch eine neue zu ersetzen. „Hier lagen immer überall Glasscherben rum, und alles war angeschmiert, weil die Jugendlichen hier übernachten und dann auch Lagerfeuer machen. Das Gerüst war ja auch eh schon alt.”, so ihre Argumentation.

Für den Neubau auf einer Fläche von etwa 15 mal 17 Metern wurde daraufhin ein Etat von 15.000 Euro zur Verfügung gestellt und drei Firmen für den Auftrag in die engere Auswahl genommen. Die Wahl der Kinder fiel mit 26 Stimmen zugunsten der Firma Pieper Holz aus. Nacheinander durfte jeder einen blauen Klebepunkt auf das Foto des Gerüsts kleben, das auf dem Spielplatz stehen soll.

Da die Lieferzeit der Firma etwa sechs bis acht Wochen beträgt, soll der Bau im Dezember beginnen, sofern bis dahin der Bodenfrost nicht eingesetzt hat.

Ein Zweifach-Reck, ein Sechseckturm mit Sprossenaufstieg, Rutsche, einem Schrägaufstieg mit Hangeltau, einer Zweifachschaukel, einem Kriechturm und einer Hängebrücke sowie ein Viereckturm mit Kletternetz und Anbaurutsche werden dann für Spielspaß in Gerderath sorgen.
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