Kellertheater fragt: „Wer versteht hier Bahnhof?“

Von: mabie
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„Wer versteht hier Bahnhof?“: „Nur“ eine Fotomontage, aber dennoch die beste Blaupause für das Bühnenspiel mit dem Kellertheater der Anton-Heinen-Volkshochschule. Foto/Montage: Henning Graß

Kreis Heinsberg. Kommunikation ist immer so eine Sache. Der eine versteht alles, der andere eben nix. Und genau darum geht es im ­Comedy-Stück „Wer versteht hier Bahnhof?“ von Thorsten Böhner. Das Kellertheater von der Anton-Heinen-Volkshochschule steckt gerade ganz tief in den Probenarbeiten. Und dabei wird der Probenraum eben mal schnell zu einer Bahnhofshalle.

In einer Abfolge von insgesamt 15 herrlich komischen Szenen tummeln sich an diesem An- und Abreiseplatz, der für manche auch Arbeitsstelle, zweites Zuhause oder Heimat ist, ganz unterschiedliche Typen.

Da gibt es beispielsweise den Clochard Sigi (Christian Wies) und die Putzfrau Gathe (Adi Limburg), die schon zum festen Inventar des fiktiven Haltepunkts gehören. Sigi ist gezeichnet von einem harten Leben, während sich die kluge und warmherzige Gathe für ihn zu einer echten Freundin entwickelt hat. Irina (Maria Schlicht) bedient den Fahrkartenschalter und ist dort eine souveräne Herrscherin ihres Amtes, hinter den Kulissen ist sie allerdings die etwas überforderte, alleinerziehende Mutter und Lebenskünstlerin. Nancy (Otti Mommertz) ist hingegen die Dame für gewisse Stunden, die Typen ohne Respekt allerdings gerne mal in ihre Schranken weist.

Diese vier Figuren sind im Biotop des Bahnhofs die Eckpfeiler, um die sich die 15 Geschichten ranken. Als Impulsgeber fungieren dabei die karrieresüchtige Politikerin (Monika Brinkmann), die total gestresste Geschäftsfrau (Doro Krollmann) und einer, der gerne Schauspieler wäre (Simon Krollmann).

Gestrandete gibt es natürlich auch: Dieses Mal ist es der Rest eines aus dem Ruder gelaufenen Junggesellenabschieds (Winfried Weckert, Wieland Erbsch und Tanja Rahn), der hilflose Versuche unternimmt, die letzten Stunden zu rekonstruieren. Ob die sitzengelassene Braut (Andrea Olbertz) etwas damit zu tun hat, wie sich ihre Mutter (Ute Gerlach) schlägt und was die zweite Braut (Pia Mackenstein) auf einmal auf dem Bahnhof zu suchen hat, ist ein weiteres Rätsel, das im Schauspiel gelöst wird.

Ob sich das schon vor dem Urlaub schwer zerstrittene Ehepaar (Christoph Funke-Dohmen und Otti Mommertz) zusammenrauft, der selbstverliebte Frauenheld (Winfried Weckert), das schüchterne Muttersöhnchen (Wieland Erbsch) und die Zeugin Jehovas (Doro Krollmann) entfalten können, darf der Zuschauer ebenso entdecken. Zuletzt dürfen unter der Regie von Roswitha Graß und Christoph Funke-Dohmen und der Technik von Peter Boersma auch eine Gruppe von Snobs, drei Bordsteinschwalben (Sana Yasin, Pia Mackenstein und Roswitha Graß) sowie eine Telefondienstleisterin für gewisse Stunden (Monika Brinkmann) zeigen, was sie so erleben. Für Spaß dürfte angesichts der unterschiedlichen Charaktere sicherlich gesorgt sein.

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