Kein Nachfolger für Regionaldekan Graaff in Sicht

Von: Anna Petra Thomas
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Beendet nun seine fünfjährige Amtszeit als Regionaldekan: Gottfried Maria Graaff im November 2010 bei seiner Einführung durch Bischof Heinrich Mussinghoff. Foto: Anna Petra Thomas
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Regionaldekan Gottfried Maria Graaff (links) begrüßte zur Sitzung des regionalen Pastoralrats Generalvikar Dr. Andreas Frick. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Für die Nachfolge von Regionaldekan Gottfried Maria Graaff, der noch bis zum 23. August amtiert, ist weiterhin kein Kandidat in Sicht. Nachdem sich in der Vorschlagsversammlung des regionalen Pastoralrats kein Kandidat gefunden hatte, war Generalvikar Dr. Andreas Frick jetzt zu Gesprächen in Heinsberg, um die Frage der Nachfolge zu klären.

Graaff (50), seit dem Jahr 2000 Pfarrer in Gangelt, ist seit Herbst 2010 zugleich Regionaldekan der Region Heinsberg im Bistum Aachen. Seine Amtszeit geht bis zum Herbst dieses Jahres. Schon vor seiner Wahl im Herbst 2010 hatte er erklärt, nur für eine Amtszeit zur Verfügung zu stehen.

„Wir müssen jetzt einfach gucken, wie es gehen kann“, erklärte Graaff in seiner Begrüßung des regionalen Pastoralrats, dem die GdG-Leiter sowie weitere Vertreter aus den GdG-Räten, aus den Berufsgruppen und aus dem Büro der Regionaldekane angehören. Dann übergab er das Wort an Frick, der sich zunächst mehrfacher Stationen in der Region auf seinem Pilgerweg nach Kevelaer erinnerte. Er habe immer beim ehemaligen Pfarrer Arnold Poll in Erkelenz-Houverath übernachtet, berichtete er. Poll wurde 1968 erster Regionaldekan für Heinsberg. Auch heute noch hänge dort am Haus das Schild „Büro des Regionaldekans“, so Frick.

„Das ist eine wichtige Aufgabe“, erklärte er mit Blick auf die Suche nach einem Nachfolger. „Der Regionaldekan repräsentiert auf regionaler Ebene die Bistumswirklichkeit und ist eine Mittlerstelle der Kirche am Ort zum Bistum hin sowie zwischen haupt- und ehrenamtlichen Funktionen auf der Ebene der Region.“

Derzeit sehe auch er jedoch in den Reihen der leitenden Priester keinen, der sich aufgrund der bereits bestehenden hohen Arbeitsbelastung in der jeweiligen GdG diese Aufgabe zutraue, sagte er zum Ergebnis eines Gesprächs mit den Pfarrern, das dem Treffen des Pastoralrats vorausgegangen war. Dabei dränge auch die Zeit ein wenig, denn voraussichtlich Ende Oktober werde auch Bischof Heinrich Mussinghoff aus seinem Amt ausscheiden, und dann könne bis zur Weihe eines neuen Aachener Bischofs kein neuer Regionaldekan für Heinsberg ernannt werden.

Bereits in drei Regionen – in Aachen-Stadt, Aachen-Land und Kempen-Krefeld – sei die Stelle des Regionaldekans vakant. Dort zeige sich schon jetzt, dass es ohne diese Funktion sehr viel schwieriger sei, „die komplexe Kommunikationssituation in allen Dimensionen der Kirche von Aachen zu koordinieren“, so Frick weiter. Nicht zuletzt habe er natürlich auch ein persönliches Interesse, einen Nachfolger zu finden, da ihm ansonsten die Aufgaben formal zufallen würden, die normalerweise die eines Regionaldekans seien; was aber faktisch nicht machbar wäre.

Vielleicht sei es ja auch möglich, unterschiedliche Funktionen des Regionaldekans auf verschiedene Schultern zu verteilen, so Frick weiter. So sei ja zum Beispiel der Heinsberger Propst Markus Bruns bereits Mitglied im diözesanen Priesterrat, dem normalerweise auch der Regionaldekan qua seines Amtes angehöre. Und vielleicht könne ja auch – sollte sich tatsächlich zum Zeitpunkt des Ausscheidens von Graaff kein Nachfolger finden – ein Priester vorläufig einzelne Funktionen des Amtes übernehmen.

Findungsphase nach der Fusion

In diesem Zusammenhang erklärte der Wegberger Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran, dass er mit dem Ausscheiden von Graaff ebenfalls aus dem Vorstand des regionalen Pastoralrats ausscheiden werde, in dem er derzeit noch mit Graaff als Vorsitzendem sowie Hiltrud Derix aus dem GdG-Rat Hückelhoven, Lutz Braunöhler aus der GdG Wegberg und Vorsitzender des regionalen Katholikenrates sowie Geschäftsführer Joachim Hoeps aus dem Büro der Regionaldekane tätig ist.

Seine vereinigte Pfarrei St. Martin sei immer noch in der in der Phase der Findung und Entwicklung, quasi in „U3-Betreuung“, bemerkte er zur Arbeit in den vor nicht einmal drei Jahren fusionierten Gemeinden. Seine Pfarrei schlage sich mit den nicht immer positiven Qualitäten des Verwaltungszentrums herum. Zudem gebe es einen weiteren persönlichen Grund für sein Ausscheiden.

Weiteres Gespräch anberaumt

„Wir stehen an einem Punkt, wo wir uns eingestehen müssen, dass vieles nicht mehr geht“, betonte Manfried Huben, Sprecher der Pastoralreferenten in der Region und ihr Vertreter im regionalen Pastoralrat. „Wir halten Strukturen aufrecht, die wir nicht mehr mit Menschen gefüllt kriegen. Wir müssen langsam mal einfach zulassen, dass das, was wir uns wünschen, und das, was wir leisten können, nicht mehr übereinander passt!“

Bevor der Generalvikar sich verabschiedete, ergriff Graaff noch einmal selbst das Wort. Wichtig sei, jetzt darauf zu gucken, was wirklich notwendige Funktionen für einen Regionaldekan seien. Fragen könne man zum Beispiel, ob all das Repräsentative im Amt sein müsse.

Er habe bei seinem Besuch keine Lösung erwartet, resümierte Frick. „Wir haben jetzt ein gut geklärtes, gemeinsames Problem. Und ich wünsche mir, dass wir gemeinsam im Gespräch bleiben und so auch Wege und Lösungen finden.“ Ein weiteres Gespräch von Frick mit den GdG-Leitern zur Klärung ist zum Ende der Sommerferien geplant.

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