Erkelenz-Lövenich - Katzem sollte eigentlich Karlsheim heißen

Katzem sollte eigentlich Karlsheim heißen

Von: dn
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Mit dem Singspiel „Wie der Sa
Mit dem Singspiel „Wie der Sage nach der Name ?Katzem entstanden ist” feiert der Kinderchor bald Jubiläum. Foto: Dahmen

Erkelenz-Lövenich. Sagen und Legenden, von Generation zur Generation weitergegeben, sind geheimnisvoll, rätselhaft, wecken Neugierde und ziehen Menschen magisch an. So auch die Erzählung, wie Katzem zu seinem Namen kam.

Rektor a. D. Theo Schläger hat sie neu nacherzählt und als Chorleiter und Komponist der Cäcilienchöre Lövenich die Legende, „Wie der Sage nach der Name Katzem entstanden ist”, in Noten verpackt. Mit der Uraufführung des Singspiels, das im Oktober in Katzem vorgesehen ist, feiert der Kinderchor gemeinsam mit dem Patchwork und der Chorgemeinschaft Katzem-Lövenich das 50-jährige Bestehen.

Seit fünf Jahrzehnten leitet Theo Schläger als Gründer den Kinderchor mit seinen vielen Höhen und Tiefen und brachte unzähligen Jungen und Mädchen die Musik und ganz besonders den Gesang näher. In 50 Jahren hat sich vieles verändert und Spuren hinterlassen. Präsentierte sich der Kinderchor vor Jahren noch mit bis zu 60 Jungen und Mädchen, sind es heute nur Mädchen in kleiner Zahl. Dafür wirken sie mit großer Begeisterung in der Instrumentalgruppe wie auch im Chor.

Straßennamen in Katzem wie „Im Buschfeld”, „Buschstraße” und „Jägerstraße” weisen auf den großen Erbwald Buchholzbusch hin, der südlich von Katzem bis Rurich und Gevelsdorf reichte und Mitte des 19. Jahrhunderts gerodet wurde. Und um diesen Buchholzbusch ranken sich viele wundersame Geschichten. Eine davon erzählt, dass Kaiser Karl, der große Frankenherrscher, von seiner Residenz in Aachen aus mit einer kleinen Jagdgesellschaft aufgebrochen war, um im Buchholzbusch einen mächtigen Hirsch zu jagen, von dem man ihm berichtet hatte.

Zu Pferde und mit einer Hundemeute drang die Jagdgesellschaft in den Wald hinein. Es dämmerte schon ein wenig, sodass die Sicht immer schlechter wurde. Außerdem behinderte das manchmal dichte Unterholz ein Weiterkommen. Dennoch zogen sie los, denn der Hirsch stachelte ihre Jagdleidenschaft mächtig an. Es dauerte auch nicht lange, bis die Hunde das Wild gewittert hatten und sich an die Verfolgung machten. Vom Jagdfieber gepackt, folgten die Reiter.

Lag es nun an dem dichten Wald, der hereinbrechenden Dunkelheit oder an der List des Hirsches, dass sie ihn zunächst nicht stellen konnten. Sie wurden jedenfalls allmählich das unbehagliche Gefühl nicht los, dass sie im Kreis herumgeführt wurden, denn so riesig war der Wald auch nicht. Endlich aber gelang es dann doch, den Hirsch in die Enge zu treiben und zu erlegen. Doch die wilde Jagd hatte sie so gefesselt, dass sie darüber völlig die Zeit vergessen hatten.

Inzwischen war es dunkel geworden und eine Rückkehr nach Aachen an diesem Abend ausgeschlossen. So suchten die Gefolgsleute nach einer möglichen Bleibe für die Nacht. Am Rande des Waldes entdeckten sie einen kleinen Lichtschein. Dort würden wohl Menschen leben, die ihnen das ersehnte Nachtlager bieten könnten. In der Tat, sie fanden ein kleines Dörfchen vor, das so klein war, dass es nicht einmal einen Namen hatte.

Die Bewohner liefen zusammen und waren zuerst erschrocken, als sie die Fremden zu Pferde mit ihren Hunden und dem erlegten Hirsch erblickten. Doch ihre Scheu und Sorge wurden bald zerstreut, als die Männer ihnen sagten, dass sie mit ihnen lediglich zu Abend essen und ihr Dörfchen als Nachtlager nutzen wollten. Gemeinsam nahmen alle am Abendessen teil, das mit einem fröhlichen Fest endete.

Am nächsten Morgen schließlich erhob sich der Kaiser und bedankte sich für die Gastfreundlichkeit und ließ Geschenke verteilen. Daraufhin überreichte er eine Urkunde mit dem Wortlaut: „Der Herrscher des Frankenreiches, Kaiser Karl, verleiht diesem Dörfchen aus Dankbarkeit seinen Namen, weil es ihm und seinem Gefolge für eine Nacht Heimstatt war. Es darf von nun an den Namen des Kaisers tragen und soll deshalb Karlsheim heißen.”
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