Kreis Heinsberg - Katholikenrat begrüßt gesetzlichen Mindestlohn

Katholikenrat begrüßt gesetzlichen Mindestlohn

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Kreis Heinsberg. Der Katholikenrat der Region Heinsberg hat den Gesetzentwurf zur Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde ausdrücklich begrüßt.

In der Stellungnahme, die Vorsitzender Lutz Braunöhler, Johannes Eschweiler, Referent Pastoral in der Arbeitswelt, sowie Geschäftsführer Ralf Zanders unterzeichnet haben, heißt es, der Mindestlohn werde die Lebenssituation von mehr als fünf Millionen Arbeitnehmern in Deutschland verbessern.

Er bedeute die Umsetzung der Forderung, dass Menschen von dem leben können müssten, was sie an Einkommen aus Erwerbsarbeit erzielen würden. Da ein Einkommen in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde aber immer noch nicht existenzsichernd sei, bedürfe es einer kontinuierlichen Anpassung der Höhe.

Ausdrücklich hat der Katholikenrat aber alle in die Richtung ­eines Mindestlohns unter der Grenze von 8,50 Euro führenden Diskussionen abgelehnt. „Wir kritisieren diese Ausnahmen beispielsweise bei Erntehelfern ebenso wie bei langzeitarbeitslosen Menschen. Diese geplanten Ausnahmen sind nicht zu akzeptieren“, so der Katholikenrat weiter.

Im Kreis Heinsberg würden viele Erntehelfer auf den Spargel- und Erdbeerfeldern arbeiten. Diese Menschen kämen zumeist aus ost- und südosteuropäischen Ländern und nähmen viele Mühen und Entbehrungen auf sich. „Sie sollen einen Lohn erhalten, der angemessen ist“, hat der Katholikenrat gefordert.

Denn auch sie bräuchten ebenso wie einheimische Arbeitnehmer ein Einkommen, das existenzsichernd sei und das einen gerechten Lohn für ihre auf den Feldern verrichtete Arbeit bedeute. Eine Benachteiligung dieser Personen, die eine Arbeit verrichten würden, die von deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nicht mehr erbracht werde, dürfe es nicht geben.

Mit Blick auf eine mögliche zweite Ausnahme vom gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro, die es bei der Gruppe der Menschen geben solle, die langzeitarbeitslos seien, fand der Katholikenrat der Region Heinsberg, der seit Jahren Projekte und Initiativen zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit unterstützt, deutliche Worte: „Mit der inzwischen erfolgten Streichung sämtlicher staatlicher Fördermittel in der Beschäftigungsförderung werden Langzeitarbeitslose nachdrücklich und dauerhaft abgeschrieben. Sie haben keine reale Chance mehr, über Integrationsmaßnahmen wieder an den Erwerbsarbeitsmarkt herangeführt zu werden.“

Damit hätten auch im Kreis Heinsberg die Langzeitarbeitslosen keine Chance mehr, der Arbeitslosigkeit entfliehen zu können. „Die Auswirkungen gelten auch für deren Kinder, welche in einem Umfeld aufwachsen, das Arbeitslosigkeit auch für sie schon vorprogrammiert. Daher muss eine zielführende Diskussion geführt werden, wie man langzeitarbeitslose Menschen so fördern kann, dass sie dem Kreislauf der Arbeitslosigkeit und der damit verbundenen existenziellen Armut entfliehen können.

Stattdessen werden sie zusätzlich stigmatisiert, indem sie als ein Personenkreis definiert werden, dessen Arbeit noch nicht einmal die Zahlung des Mindestlohns von 8,50 Euro wert sein soll.“

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