Kartoffelkönigin zu Gast beim traditionellen Erntedankempfang

Von: disch
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Erntedankempfang am Freitag in der Stadthalle von Heinsberg: Bernhard Conzen , Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg, und Ulrike Kamp, Vorsitzende der Landfrauen im Kreis Heinsberg, freuten sich über den Besuch der Rheinischen Kartoffelkönigin Kerstin Geiser aus Erkelenz-Immerath. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Alle hätten Grund, dankbar Erntedank zu feiern, sagte Bernhard Conzen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg, am Freitag beim traditionellen Erntedankempfang in der Heinsberger Stadthalle.

Denn was noch bis vor wenigen Jahrzehnten für die meisten Menschen ein Wunschtraum oder Königen vorbehalten gewesen sei, sei einem großen Teil der Bevölkerung hierzulande zur Selbstverständlichkeit geworden: „Wir tafeln wie die Könige!“

Conzen erinnerte an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren und an den Steckrübenwinter 1916/17, der zum Symbolbild des Hungers während des Krieges geworden sei, und schlug den Bogen zu den heutigen internationalen Auseinandersetzungen. „Leider haben die EU-Sanktionen gegenüber Russland auch Lebensmittel wieder zu einem politischen Spielball werden lassen.“ Dies treffe insbesondere Obst- und Gemüseerzeuger, aber auch Milch- und Schweinebauern.

Zum Erntejahr 2014 stellte Conzen, der auch Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes ist, fest, alles habe so gut angefangen. Nach mildem Winter hätten die Bestände im Frühjahr prächtig ausgesehen, doch dann sei der große Regen gekommen. Hohe Trocknungskosten und schlechte Qualitäten würden auf die ohnehin nicht berauschenden Erzeugerpreise voll durchschlagen. „Wer dann noch für viel Geld Land gepachtet hat, ist von einer schwarzen Null im Getreideanbau in diesem Jahr weit entfernt.“ Besser habe es für die Milcherzeuger ausgesehen, doch die guten Monate mit hohen Milchpreisen seien anscheinend vorbei.

Auch die umstrittenen Landschaftspläne für Riedelland und Rurniederung kamen zur Sprache. Der Kreisbauernvorsitzende hatte die Betroffenheit von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben unterstrichen und seine Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung zum Ausdruck gebracht. In ihren Grußworten machten Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder und Dezernent Philipp Schneider (in Vertretung von Landrat Stephan Pusch) die Verbundenheit von Stadt und Kreis mit der Landwirtschaft deutlich. Dieder versicherte, die Stadt stehe an der Seite der Landwirte; so rigorose Einschnitte, wie geplant, halte er nicht für notwendig. Schneider merkte an, dass zu einem Konsens gehöre, dass auf­einander zugegangen werde.

Die Jagdhornbläsergruppe Nimrod aus dem Selfkant hatte den auch von der amtierenden Rheinischen Kartoffelkönigin, Kerstin Geiser aus Erkelenz-Immerath, besuchten Erntedankempfang musikalisch begleitet. Ulrike Kamp, Vorsitzende der Landfrauen im Kreis Heinsberg, überreichte an den Dezernenten aus dem Kreishaus die Erntegabe für den Landrat: Mit Blick auf die Tatsache, dass Stephan Pusch im vergangenen Jahr Vater von Zwillingen geworden ist und der Mann in einer jungen Familie mithelfen sollte, durfte ein Rezeptbuch nicht fehlen.

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