Kreis Heinsberg - Karl-Heinz Laufs ist gerne bei der Kunsttour dabei

Karl-Heinz Laufs ist gerne bei der Kunsttour dabei

Von: hewi
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Ein Künstler in seinem Element: Karl-Heinz Laufs in seinem Atelier im Erkelenzer Stadtteil Golkrath am Wiesengrund. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Am 1. Mai öffnen bei der zehnten Auflage der Kunsttour wieder Künstler aus dem gesamten Kreisgebiet ihre Ateliers und geben sehr persönliche Einblicke in ihre Arbeit und ihre Welt.

Einer von ihnen ist der Bildhauer und Maler Karl-Heinz Laufs. Seit der zweiten Kunsttour ist er dabei und von dem Konzept überzeugt. „Ich schätze diese Möglichkeit, mich und meine Arbeit einem interessierten Publikum zu präsentieren”, erklärt er. Deshalb ist sein Atelier im Erkelenzer Stadtteil Golkrath (Wiesengrund 6) auch nicht nur an dem Veranstaltungssonntag selbst für Besucher geöffnet, sondern Laufs steht ihnen auch schon am Samstag, 30. April, Rede und Antwort.

Laufs arbeitet hauptberuflich als Kunstlehrer am Cusanus-Gymnasium. Dort hatte er 1973 selbst das Abitur gemacht, ehe er an der Düsseldorfer Kunstakademie studierte. Dabei kam er von der naturalistischen und gegenstandslosen Malerei zur Bildhauerei.

Laufs ist gerne bei der Kunsttour dabei. Und es geht ihm wie vielen seiner Künstlerkollegen: Er will auch in diesem Jahr etwas Neues zeigen. Also muss er noch einmal „richtig Gas geben”, um seine Werke rechtzeitig fertigzustellen. So auch ein Bild im Format von 1,80 mal 1,20 Meter, an dem er derzeit arbeitet. „Meine Themen sind bekannt, aber die Umsetzungen nicht”, sagt er.

Im vergangenen Jahr machte Laufs mit einer Aktion in der Erkelenzer Fußgängerzone darauf aufmerksam, dass Braunkohlenbagger von RWE Power die Stadtgrenzen überschritten und den Ort Pesch in Angriff genommen hatten. Auf einem großen Transparent, das er quer über die untere Kölner Straße hängte, stand „Pesch” und auf der Rückseite „Abschied nehmen”.

Das Thema Tagebau wird von ihm immer wieder behandelt und dargestellt. „Von dieser grandiosen Zerstörung der Umwelt sind wir alle betroffen”, betont er. Auch in seinem Garten steht eine Bildhauerarbeit mit dem Namen „Herz verpflanzen” als Statement zur Umsiedlung. Man dürfe nicht aufhören, über den Tagebau und die von der Umsiedlung betroffenen Menschen nachzudenken, lautet sein Credo. In der Kunst versucht er, ihnen und ihrer Situation ein Forum zu schaffen und die Betrachter anzusprechen.

Sein Garten ist ebenso wie sein Atelier für die Gäste bei der Kunsttour freigegeben. Denn der 57-Jährige freut sich schon auf die Besucher, die während der Kunsttour den Weg zu ihm finden. „Natürlich sind viele bekannte Gesichter darunter”, berichtet er. „Aber es kommen auch immer wieder neue Leute, die sich diesem gewollten und erlaubten Voyeurismus hingeben.” Im vergangenen Jahr waren es rund 180 Besucher, die die Schwellenangst überwanden und bei ihm anklopften.

Um sich allen Besuchern auch persönlich widmen zu können, entzerrt er den Besucherstrom, indem er nicht nur an dem Sonntag der Tour von 11 bis 18 Uhr, sondern auch schon tags zuvor von 14 bis 19 Uhr sein Atelier öffnet. „Damit habe ich schon im vorigen Jahr gute Erfahrungen gemacht”. Denn das persönliche Gespräch schaffe die Vertrauensbasis, die schließlich zu einem Kauf führen könne.
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