Erkelenz - Kaplan Plettscher geht mit einem weinenden Auge

Kaplan Plettscher geht mit einem weinenden Auge

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:

Erkelenz. Die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Thomas Morus in Erkelenz muss künftig auf die seelsorgerische Mitarbeit von Kaplan Dr. Stephan Plettscher verzichten.

Gerüchte und Vermutungen der letzten Tage wurden jetzt zur Gewissheit. Aus „persönlichen Gründen”, so hieß es von Seiten des Bistums, habe der Kaplan um seine Beurlaubung gebeten.

Die Stelle in Erkelenz war die erste Arbeitsstätte von Kaplan Dr. Stephan Plettscher, die er vor zwei Jahren angetreten hatte. Über die konkreten Gründe, die zur Niederlegung seines Priesteramtes geführt haben, äußert sich Plettscher nicht konkret: „Ich bin nur ein einfacher, einsamer Kaplan”, sagte er.

Wenn man Genaueres erfahren möchte, möge man sich an das Bistum wenden. Allerdings bestätigt er dann doch - ohne dabei ins Detail zu gehen - das, was die Spatzen ohnehin auch von den Kirchturmdächern pfeifen: Es ist offenbar die Strukturreform des Bistums ist, die Dr. Stephan Plettscher haben resignieren lassen.

Dass die Ausübung des Priesteramtes bei einer Zahl von 26.000 Gläubigen, wie das nach der Zusammenlegung der Gemeinden in Erkelenz Realität ist, nicht einfacher wird, kann sich auch ein Laie leicht ausmalen. Und dass manche Seelsorger dabei keine Perspektive mehr sehen, ihren Beruf sinnvoll auszuüben, ist auch nicht verwunderlich.

Etwas sagen darf, kann und will Dr. Stephan Plettscher zu seiner weiteren Zukunft: „Ich werde in den Schuldienst gehen.” Wo das freilich sein wird, das ist noch nicht gewiss. Darüber hat er sich auch noch gar keine Gedanken gemacht: „Ich werde jetzt erst einmal mein Studium der Geschichte und in Spanisch beenden. Und danach sehen wir dann weiter.”

Zwei Semester Geschichte fehlen ihm noch, um das Studium abzuschließen; mit dem Spanischen ist er, wie er sagt „fast fertig”. In Theologie hat er promoviert, jetzt kommen noch Spanisch und Geschichte dazu - da kann er sich ja fast aussuchen, wo er unterrichten will, so gefragt ist diese Fächerkombination. „Nicht ganz”, schränkt Plettscher ein. „Theologie darf ich nach der Niederlegung des Priesteramtes nicht mehr unterrichten.”

Das ist eine Tatsache - die sich dem Laien nur schwer erschließt und die wohl auch nur das Bistum erklären kann: „Wenn ich an die Kinder und Jugendlichen denke, mit denen ich ganz wunderbar zusammengearbeitet habe - ja, ich gehe mit einem weinenden Auge aus dem kirchlichen Dienst in Erkelenz ”, sagt Plettscher. Er will jetzt nach vorne blicken. „Studium beenden, danach werde ich sehen, wie es weitergeht.”
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