Kämpfer gegen Tagebau ist Ehrenbürgermeister

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Theo Clemens, der letzte ehrenamtliche Bürgermeister von Erkelenz, wurde mit seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat vom hauptamtlichen Bürgermeister Peter Jansen zum Ehrenbürgermeister ernannt.

Erkelenz. Theo Clemens aus Keyenberg ist der unumstrittene Mittelpunkt der festlichen Sondersitzung des Stadtrates gewesen, zu der Bürgermeister Peter Jansen Ratsmitglieder und Gäste in das Alte Rathaus von Erkelenz geladen hatte.

Doch vor der Ernennung des CDU-Mitgliedes Clemens zum Ehrenbürgermeister stand die Ernennung der ausgeschiedenen Ratsmitglieder Matthias Münster (FDP) und Leo Schmitz (CDU) zu Ehrenratsherren und die Verabschiedung derjenigen Ratsmitglieder, die bei der Kommunalwahl das Rat verlassen mussten.

Gleich 19 Namen umfasste die Liste der Ausgeschiedenen, allerdings nahmen nur fünf die Gelegenheit wahr, eine Erinnerungsurkunde und den Dank für das engagierte Mitwirken in der kommunalpolitischen Arbeit entgegenzunehmen. Danach wandte sich Jansen bei der Sitzung, die von einem Ensemble des Cusanus-Gymnasiums unter der Leitung von Mechtild Prüfert-Schmitz musikalisch umrahmt wurde, den neuen Ehrenratsherren zu. „In der Kommunalpolitik ist man immer am Nächsten am Bürger und damit bei allen Entscheidungen, anders als bei den Landes- und Bundespolitikern, auch sofort im Positiven wie im Negativen sofort greifbar. Auswirkungen einer Entscheidung werden fast immer sofort greifbar.”

Fünf komplette Wahlperioden von 1984 bis 2009 hätten sich Münster und Schmitz nicht davor gedrückt, Verantwortung für die Stadt Erkelenz zu übernehmen und kommunalpolitische Entscheidungen zu treffen und zu vertreten. Da sei die Auszeichnung zum Ehrenratsherr mehr als verdient. Besonders betonte Jansen, dass die Auszeichnung vom Stadtrat einstimmig beschlossen, was auch für die Ernennung von Clemens zum Ehrenbürgermeister gelte. Diese Einstimmigkeit wertete er als Ausdruck der Wertschätzung für die drei Kommunalpolitiker, die sich nun zurückziehen.

War der Beifall für Münster und Schmitz schon groß, so wurde er bei Clemes nach dessen Abschiedsrede beeindruckend lang. Jansen lobte Clemens, der letzte ehrenamtliche Bürgermeister von Erkelenz, für seine engagierte Tätigkeit in mehr als sechs Legislaturperioden von 1976 bis 2009. Was den pensionierten Lehrer auszeichnete, war seine große Fähigkeit, ausgleichend und schlichtend zu wirken und dennoch konsequent seinen eigenen Standpunkt zu vertreten.

Nur in einem fühlt sich Clemens gescheitert: Im Kampf gegen die Braunkohlebagger konnte er das Vorrücken nicht verhindern. So schmerzt es ihn, wenn er sagt: „Der Kampf gegen den Tagebau hat viel meiner Energie verbraucht.” Es sei schwer zu verkraften, dass so viele Menschen wegen Garzweiler II ihre Heimat verlassen müssten. Aber es bleibt etwas Versöhnliches: „Es ist für mich eine besondere Ehre, Ehrenbürgermeister dieser schönen Stadt zu sein, die sich in 34 Jahren so gut entwickelt hat.”
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