Kreis Heinsberg - JVA-Team aus Heinsberg gewinnt Sepp-Herberger-Pokal

JVA-Team aus Heinsberg gewinnt Sepp-Herberger-Pokal

Von: agsb
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Ein stolzer Augenblick für die Heinsberger Projektgruppe „Anstoß für ein neues Leben“: Das Team gewann den Sepp-Herberger-Pokal 2014. Mit im Bild: Rudi Völler (3. v. l.). Foto: agsb

Kreis Heinsberg. Einen besonderen „Anstoß für ein neues Leben“ erlebten zwölf jugendliche Insassen aus der Justizvollzugsanstalt Heinsberg. In der JVA Wuppertal-Ronsdorf gewann die Fußballmannschaft der internen DFB-Wohngruppe aus Heinsberg das Turnier um den Sepp-Herberger-Pokal 2014.

In ­einem spannenden Finale wurde nach Elfmeterschießen das Team aus Hameln/Vechta mit 6:5 bezwungen. Die Heinsberger legten schnell einen 2:0 Vorsprung hin. Der Gegner drehte dann das Spiel zum Entsetzen der Heinsberger um, ging mit 3:2 in Führung und hatte die Riesenchance zum 4:2, doch in der letzten Spielminute erzielte Heinsberg den 3:3-Ausgleich. Der Jubel kannte schon da fast keine Grenzen mehr. Die Entscheidung um den Sieg musste nun im Elfmeterschießen fallen: Heinsberg nutzte da den „Matchball“ zum 3:2 und siegte somit insgesamt mit 6:5.

Auch Betreuerteam jubelt

Das Heinsberger Betreuerteam mit der Projektleitung Thomas Klein und Helmut Stolz, ferner mit dem stellvertretenden Anstaltsleiter Franz-Josef Bischofs, Psychologin Rita Klaukien, Praktikantin Laura Orawetz sowie den Sportbeamten Franz-Josef Fronk, Daniel Haletzki und Christoph Tibes hatte ebenfalls allen Grund zum Jubel. „Damit haben wir nie im Traum gerechnet. Das Finale war schon nervenaufreibend. Wir waren schon der Sieger, dann der große Verlierer – und haben dann noch gewonnen“, lobte Thomas Klein den Teamgeist. „Erst auf der Heimfahrt haben die Spieler begriffen, dass sie Deutscher Meister sind. Während der Fahrt wurde nur über das Finale und den Sieg gesprochen, dabei laut grölend gesungen. Wir waren stolz auf unsere Jungs“, berichtete Klein von der Heimreise.

Das Projekt „Anstoß für ein neues Leben“ ist in der JVA Heinsberg mittlerweile ein großes und angesehenes Projekt, das sich durch die vielen Angebote in den Bereichen Sport, Soziales sowie Arbeit für die Insassen lohnt. Für die Spieler war der Sieg ein großes Erfolgserlebnis, der auch weitere Motivation sei für die gesteckten Ziele nach der Entlassung in allen Bereichen, sahen Klein und das Projektteam sich in ihrer Arbeit bestätigt.

Gemeinsames Programm

Zehn JVA-Teams mit Spielern im Alter von 16 bis 24 Jahren aus sieben Bundesländern waren in der Endrunde mit von der Partie. Die Mannschaften nehmen in den jeweiligen Justizvollzugs- und Jugendstrafanstalten an dem gemeinsamen Programm der Sepp-Herberger-Stiftung und der Bundesagentur für Arbeit teil, um sich in den Kategorien Fußball, Arbeit/Beruf sowie Soziales auf die Zeit nach ihrer Inhaftierung vorzubereiten. Das Turnier um den Sepp-Herberger-Pokal ist der alljährliche sportlicher Höhepunkt des Resozialisierungsweges „Anstoß für ein neues Leben“.

Der frühere DFB-Teamchef, Fußball-Weltmeister und jetzige sportliche Leiter des Bundesligisten Bayer Leverkusen Rudi Völler wurde als Ehrengast begrüßt. Völler gratulierte nicht nur bei der Siegerehrung dem Heinsberger Team, sondern stand auch in einer Gesprächsrunde den Jugendlichen Rede und Antwort. Rudi Völler ist wie andere prominente Fußballer – so auch Oliver Kahn – Pate der Sepp-Herberger-Stiftung und des Projektes, besuchte selbst schon Haftanstalten und machte den Insassen Mut. Seit 1977 engagiert sich die Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes für den Fußballsport in Justizvollzugsanstalten.

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