Jutta Rixgens: „Kunst braucht Rückmeldung“

Von: jwb
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In ihrem Atelier: Jutta Rixgens lebt und arbeitet in Erkelenz-Wockerath. Foto: Bindels
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Tableau mit Ledermodulen und ­alternativen Modulen. Foto: Bindels
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Rostige Kreaturen bevölkern die Gartenlandschaft. Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Bei der Kunsttour, dem Tag der offenen Ateliers und Galerien in der Freizeit-Region Heinsberg, werden in diesem Jahr auch einige „Neulinge“ dabei sein, sprich Künstlerinnen und Künstler, die zum ersten Mal teilnehmen. Eine von ihnen ist Jutta Rixgens.

Jutta Rixgens lebt und arbeitet in Erkelenz-Wockerath. Ihr Atelier ist Teil eines bäuerlichen Innenhofs. Der Eintritt in das Gebäude erfolgt durch ein großes Tor. Nach außen und zur Straßenseite hin wirkt diese typische bäuerliche Architektur wie eine Trutzburg. Im Inneren werden interessante Objekte gestalteter Kreativität beherbergt.

Jutta Rixgens macht keine großen Worte um ihre Kunst. Sie lässt ihre Objekte gerne für sich sprechen; das ist ihre Grundhaltung. Und dennoch weiß sie, dass Kunst ein Gegenüber braucht, sich nicht verstecken darf und will. Daraus speist sich auch ihre Motivation zur Teilnahme an der Kunsttour. „Meine Werke vorzustellen, ist ein wenig mit Lampenfieber verbunden. Aber Kunst braucht Rückmeldung“, lässt sie den Einblick in ihre Kunst zu. Die Teilnahme an der Kunsttour sei davon geleitet, zu zeigen, dass auch in diesem ländlichen Ort Kunst existiere. „Es gibt mich hier und es gibt meine Kunst hier zu sehen“, fügt sie selbstbewusst hinzu.

Als Bauzeichnerin ist Jutta Rixgens ausgebildet und tätig gewesen. Seit 1997 ist sie künstlerisch tätig. Ihre Fertigkeiten hat die Autodidaktin im Selbststudium erworben. „Es liegt im Blut. Und das kreative Gestalten ist schon seit der Kindheit Teil meines Lebens gewesen“, erzählt sie. Die kulturellen Anreize seien durch das Elternhaus geschaffen worden. „Ich finde rostige Gegenstände toll, und vom Jahr 2000 bis 2010 habe ich meine rostigen Kreaturen geschaffen“, beschreibt sie diese Phase der körperlich anstrengenden Schaffung von Plastiken aus Eisen und Stahl. Die bevölkern nun ihre Gartenlandschaft.

Ihre neuen Materialien sind Leder und Jute. Skulpturen und Reliefs gestaltet sie aus diesen Materialien. Lederreste werden zu Würfeln gefaltet und genagelt. Die Farbigkeit der Lederreste wird ebenso zum Gestaltungselement wie die Faltung und Formgebung. Die 20 mal 20 Zentimeter großen Module werden zu einem Gesamtbild komponiert, deren Einzelteile austauschbar sind. Der Eigentümer und Kunstliebhaber eines solchen Werkes kann jederzeit selber gestalterisch aktiv werden, in dem – wie in einem Stellkasten – die verschiedenen Teile immer neu ergänzt und arrangiert werden können.

Den Umgang mit Materialien mag sie. Je ungewöhnlicher für Kunstobjekte, umso besser, meint sie. Ihre Jute-Plastiken geben davon Zeugnis ab. Fingerdicke Jute­fäden verknüpft sie zu größeren Formen, die mit Textilkleber getränkt werden. Während des Trocknungsprozesses gestaltet und formt sie die Teile zu Plastiken. Bei diesem kreativen Prozess räumt sie dem Zufall großen Raum ein.

Je weiter der Trocknungsprozess ­voranschreitet, umso mehr Kraft ist notwendig, das Material zu verarbeiten. Sie mag diese Herausforderung, wenn sie sich mit den Eigenarten und Veränderungen des Materials auseinandersetzen muss. Die dafür notwendige Ausdauer und handwerkliche Tätigkeit vermisse sie bei den nachfolgenden Generationen.

Ihren Blick für die kreativen Möglichkeiten und die praktische Umsetzung im künstlerischen Prozess verdanke sie den Anregungen im Elternhaus. Es habe ihre Fähigkeit zur Toleranz unterstützt. „Jeder sieht anderes in Kunstobjekten – und so soll es auch sein“, formuliert sie eine wichtige Erkenntnis. Kunst fördere die Toleranz. Umso bedauerlicher sei es, dass oft im Bildungswesen die musischen Fächer Musik und Kunst zu kurz ­kämen.

Wer die Künstlerin und ihre Kunst kennenlernen will, hat dazu bei der Kunsttour Gelegenheit – auch schon am Samstag, 6. Mai von 10 bis 17 Uhr.

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