Junge Philharmonie Köln bei 18. Neujahrskonzert

Von: mabie
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Zum 18. Mal war die Junge Philharmonie Köln zu Gast bei den Neujahrskonzerten in Übach-Palenberg: Auch dieses Mal hieß es im weiten Rund des Pädagogischen Zentrums wieder „ausverkauft“. Foto: Markus Bienwald
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Charisma, Können und Charme: ­Dirigent Volker Hartung.

Kreis Heinsberg. Eine Geburtstagstorte gab es beim Neujahrskonzert der Jungen Philharmonie Köln ebenso wenig wie Kerzen zum Ausblasen. „Trotzdem freue ich mich, dass die Junge Philharmonie Köln auch beim 18. Neujahrskonzert in Folge wieder bei uns ist“, freute sich Martina Waliczek vom Kulturbüro der Stadt Übach-Palenberg.

Gemeinsam mit der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg präsentierte die Stadt im weiten Rund des Pädagogischen Zentrums (PZ) auch dieses Mal wieder diesen musikalischen Leckerbissen. Und Martina Waliczek durfte sich noch ein weiteres Mal glücklich zeigen, denn: „Wir sind ausverkauft, und selbst die Karten, die beispielsweise wegen Krankheit heute noch zurückgegeben wurden, haben einen Abnehmer gefunden.“

So war das Feld für die musikalischen Leistungen des hervorragenden Ensembles bestens bestellt. Und auch, wenn der ebenso sympathische wie charismatische Dirigent Volker Hartung das ein oder andere Mal mit dem richtigen Stellplatz seines kleinen Podiums auf der großen Bühne des PZ haderte, war dies dem musikalischen Fluss nicht anzumerken. Ganz im Gegenteil, denn vom ersten Ton an wussten die professionellen Musiker zu überzeugen. Aus einem Guss trabte beispielsweise Franz von Suppés Ouvertüre aus der Oper „Leichte Kavallerie“ an, um als Opener in einem heiteren und zugleich besinnlichen Programm gute Laune zu bereiten. Schwungvoll ging es weiter, als die „Rumänischen Volkstänze“ von Bela Bartok anstanden, und der erzählerische Bogen der klassischen Musik spannte sich locker weiter zu den berühmten „Geschichten aus dem Wienerwald“ aus der Feder von Johann Strauss.

Welche Dynamik, welche Dramatik und welche Dialoge sich aus dem Zusammenspiel zwischen der Klarinette als Soloinstrument und dem Orchester entwickeln lassen, zeigte danach Solist Miltos Mumulides auf. Er fügte sich trotz überragender Solo-Performance perfekt in das vom Orchester getragene Klangbild der „Rossiniana“ von Gioachino Rossini und Karol Kurpinski ein und ließ die Gäste jubeln.

Dass sie zur Ruhe kommen durften, hatte Chefdirigent Hartung nicht eingeplant, so schoben er und „seine“ Musiker, die er mit Ruhe, Kraft, Anmut und Disziplin zu Hochleistungen anspornte, mit dem „Perpetuum Mobile“ noch einen weiteren Klassiker vor der Pause nach.

Was viele Radio- oder Pop-Programme nicht, ein klassisches Live-Konzert aber immer exemplarisch darzustellen vermögen, sind feine und feinste Dynamik-Abstufungen. „Das beginnt ganz ganz leise“, hatte Volker Hartung noch gewarnt, und tatsächlich waren nach der Pause die ersten klanglichen „Tupfer“ in Johann Strauss‘ Walzer-Meisterwerk „An der schönen blauen Donau“ kaum zu hören.

Dennoch führten auch sie unausweichlich zum Crescendo, das wie die feinen Schwünge der Streicher für mitwippende Füße sorgte. Weiter ging es im Programm mit den „Zigeunerweisen“ von Pablo de Sarasate mit Artem Kononov an der Violine, dem Traditional „Rumänische Rhapsodie“ in der Bearbeitung von Ion Malcoci mit ihm als Solisten an der Panflöte und Andrei Pavlinciuc am Zymbal sowie dem prachtvollen Walzer „Gold und Silber“ von Franz Lehar. All dies waren weitere, glanzvolle Höhepunkte eines Konzertes, das in seiner Stückwahl, Ausführung und Gesamtkomposition seinesgleichen suchte und gerne auch zum 19. Mal wieder begeistern darf.

Am Applaus und an der Begeisterung der Gäste sollte das nicht scheitern, denn beides war nicht nur zum Schlussakkord reichlich vorhanden im Übach-Palenberger PZ.

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