Junge Philharmonie aus Weißrussland sorgt für volles Haus

Von: hl
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Hückelhoven. Zum elften Mal war sie in der Aula des Gymnasiums, im nächsten Jahr will sie am 8. Januar zum Neujahrskonzert wiederkommen, die Junge Philharmonie aus Weißrussland. Mit dieser Veranstaltung haben die Stadt Hückelhoven und die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg einen Dauerbrenner gezündet.

Das bewies ein ausverkauftes Haus mit über 700 begeisterten Zuhörern. Die ersten Plätze waren schon mehr als eine Stunde vor Konzertbeginn besetzt.

Georg Mais, selber Dirigent, Freund und Deutschland-Betreuer des Orchesters, gab auf humorige Art einen kurzen Einblick in die Geschichte der jungen Sinfoniker der Musikhochschule in Minsk, dem größten Ausbildungsinstitut für Berufsmusiker in Weißrussland und seit etwa 15 Jahren regelmäßig auf deutschen Konzertbühnen zu Gast. Das jugendliche Alter der 40 Musiker so um die 20 Jahre schien sich auch auf den Dirigenten Professor Michael Kosinez, ehemals auch Leiter der Musikhochschule, ausgewirkt zu haben: Mit seinen 73 Jahren leitete er schwungvoll und dynamisch, souverän bei lauten und bei leisen Tönen sein Orchester und gab dessen eh schon vorhandener Spiel- und Musizierfreude stets neue Impulse.

Auf dem Programm standen 14 Werke immer wieder gern gehörter klassisch-volkstümlicher Musik von Frédéric Chopin, Antonin Dvorák, Gaetano Donizetti, Giocchino Rossini, Peter Tschaikowsky, Johannes Brahms, Giacomo Puccini und vor allem Johann Strauß (Sohn und Vater). Immer wieder gab es nach den einzelnen Stücken lang anhaltenden Beifall, der noch einmal besonders anschwoll nach den vier Beiträgen der jungen Sopranistin Olga Miljuta, ehemals auch Studentin an der Musikhochschule Minsk und inzwischen mit vielen Preisen ausgezeichnet.

Wie die Plätzchen zu Weihnachten

Mit ihrem glockenhellen und doch kräftigen Sopran, der auch in den höchsten Höhen nicht unangenehm „schrillte”, war sie gleichzeitig Augenweide und Ohrenschmaus. Bei ihren „Frühlingsstimmen” in dem ewig jungen Strauß-Walzer konnte man nach dem vielen Schnee wirklich der Überzeugung sein, dass „der Tauwind lau weht und sein wonniger milder Hauch das Feld belebt”.

Zum Neujahrskonzert gehört der Radetzky-Marsch (Johann Strauß Vater) wie die Plätzchen zu Weihnachten. Es muss ein besonderes Geheimnis um den Erfolg dieses Werkes geben, bei dem sich das Mitklatschen des Publikums und die Standing Ovations zu mischen scheinen. Seit über 150 Jahren starten die Orchester rund um den Globus mit diesen schmissigen Klängen ins neue Jahr, die seinerzeit zu Ehren eines Mannes komponiert wurden, der von den 90 Jahren seines Lebens die meiste Zeit mit Schlachten (nicht der Metzger, sondern der Militärs) verbracht hatte.

Am Schluss dankte Bürgermeister Jansen mit Blumen für den Dirigenten und die Sopranistin, die auch noch mit Küsschen bedacht wurde, was offensichtlich bei manchen männlichen Besuchern Neidgefühle zu wecken schien, und bescheinigte allen Mitwirkenden, ein „Konzert der Superlative” abgeliefert zu haben. Der Beifall wollte nicht enden, so dass sich die Junge Philharmonie mit zwei Zugaben (Polkas von Johann Strauß) von einem immer noch begeisterten und zufriedenen Publikum verabschiedete.
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