Junge Musikstudenten spielen für Senioren

Von: defi
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Marcel Ballas (M.) und Albin O
Marcel Ballas (M.) und Albin Ograjensek (2.v.l.) stellten das euregionale Projekt „Musik Jung für Alt” im Haus Waldenrath vor. Foto: defi

Heinsberg-Waldenrath. „Da wächst etwas draus,” ist Marcel Ballas, Geschäftsführer von St. Josef und Initiator von „Musik Jung für Alt” auf deutscher Seite, überzeugt. Auf der niederländischen Seite der Grenze wurde die Stiftung „Muziek Jong voor Oud” Ende 2006 gegründet.

Mit der Gründung des Vereins „Musik Jung für Alt” im September wird der Stiftungsgedanke „junge Musiker, die eine professionelle Ausbildung machen, spielen für pflegebedürftige Senioren und bereiten ihnen ein paar schöne Stunden” über die Grenze getragen.

Der Verein „Musik Jung für Alt” sei in seiner Art einmalig. Es sei die einzige Organisation der Euregio, die Jung und Alt miteinander verbinde und eine Verbindung schaffe zwischen Musik und Kultur einerseits und Gesundheit und Pflege andererseits. Im Haus Waldenrath von St. Josef stellten Marcel Ballas, der im Vorstand des deutschen Vereins ist, und Albin Ograjensek, der als Vorsitzender für den deutschen und den niederländischen Verein fungiert, das euregionale Projekt, Vertreten von Pflegeheimen aus dem Kreis Heinsberg, Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen und dem Ersten Beigeordneten der Stadt Heinsberg, Jakob Gerards, vor.

Die Verein „Musik Jung für Alt” verfolgt zwei Ziele. Erstens soll die Lebensqualität von Menschen in der letzten Lebensphase verbessert werden und die soziale Isolation älterer Menschen - innerhalb der Heime ebenso wie nach außen - durchbrochen werden. Und zweitens soll dem Talent junger Musiker eine Bühne geboten werden. Der Verein kooperiert hierbei mit dem Konservatorium in Maastricht und der Musikhochschule Aachen. In den Niederlanden startete „Muziek Jong voor Oud” 2007 mit 30 Konzerten, 2010 spielten die jungen Musiker 76 Mal auf.

Der Verein „Musik Jung für Alt” hat sich zum Ziel gesetzt, 2012 36 Kammermusikkonzerte in zwölf Pflege- und Versorgungszentren des Pflegenetzes Kreis Heinsberg zu veranstalten. Es handelt sich um Kammermusikkonzerte von einer bis anderthalb Stunden Dauer. Das Repertoire besteht aus leichter Klassik und Jazz aus den 30er/40er Jahren. Das Programm ist der Zielgruppe angepasst; sowohl der echte Musikfreund, als auch der Neuling soll das Konzert genießen können.

Die Ensembles bestehen aus zwei bis fünf Musikern. 30 Ensembles mit etwa 90 Musikern stehen zur Verfügung. Die Musiker organisieren dabei selber die Präsentation und den Rahmen des Programms.

Vereinsvorsitzender Albin Ograjensek, der als Heimleiter in den Niederlanden arbeitete, hatte mit Blick auf seinen Ruhestand nach einer sinnvollen Beschäftigung gesucht: „Ich habe immer gerne Musik gehört. Doch wie würde es einmal werden, wenn ich selber in ein Heim muss. Könnte ich dann noch live klassische Musik hören?” Da die Aktivitäten der Stiftung in Limburg so gut angekommen seien, so Ograjensek, habe er überlegt, das Aktionsfeld zu vergrößern. „Sollten wir uns nach Brabant ausdehnen. Nein, wir haben uns entschieden entlang der deutsch-niederländischen Grenze zu wachsen.” In Marcel Ballas hatte Ograjensek bald einen begeisterungsfähigen Partner gefunden.

Der Verein „Musik Jung für Alt” arbeitet mit einem Abonnement-system, bei dem die teilnehmenden Einrichtungen einen Beitrag von 150 Euro pro Lokalität für drei Konzerte zahlen. Mit diesem Abonnement wird nur ein Teil der Kosten gedeckt, da der Verein jedem Musiker ein Honorar von 75 Euro zahlt.

Der Verein wird sich also ab sofort auf die Suche nach deutschen Partnern machen, die das Projekt finanziell unterstützen. Bis die deutsche Internetseite im Januar 2012 fertig sein wird, steht Marcel Ballas unter Telefon 02452/1070 als Ansprechpartner zur Verfügung. Nicht nur in Pflegeeinrichtungen sind Konzerte möglich, auch extern.
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