Junge Fledermäuse bereiten sich auf erste Flugstunden vor

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Nabu
Junge Breitflügelfledermaus, gefunden 2017 im Selfkant. Foto: Michael Straube/Nabu

Kreis Heinsberg. Wie bei vielen Tieren herrscht derzeit in den Quartieren der Fledermäuse emsiges Treiben. Die Jungen, die aufgrund des zeitweise kalten Frühjahrs erst Anfang Juni geboren wurden, wachsen kräftig heran und bereiten sich auf ihre ersten Flugstunden vor, so Michael Straube vom Nabu-Kreisverband Heinsberg.

 Da kleine Fledermäuse nicht weniger neugierig als Kinder sind, fällt das ein oder andere Tier aus seinem Unterschlupf und verliert den Kontakt zu Mutter. Derzeit werden gehäuft junge Fledermäuse gefunden und dem Nabu gemeldet.

Im Falle eines Fundes sollte laut Nabu zunächst selbst versucht werden, Mutter und Kind wieder zusammenzubringen – und zwar so: Man legt die kleine Fledermaus vorsichtig mit Handschuhen oder einem Tuch in einen (ausbruch­sicheren) Karton mit kleinen Luftlöchern, der mit einem nicht fasernden Tuch ausgelegt wurde. Abends zum Sonnenuntergang (derzeit etwa 21.45 Uhr) setzt man das Tier dann auf einen Holzblock oder ein mit einer Socke überzogenes Glas, das man unerreichbar für Katzen an die frische Luft stellt.

Bei bekannten Fledermausquartieren kann man das Junge auch unter dem Quartier an die Wand hängen. Fliegt die Mutter vorbei, wird das Kleine sie rufen – und die Alte trägt es in ihr Heim zurück. Die Chance dafür ist in den ersten Nächten nach dem Fund recht groß. Wichtig ist, allen Fundtieren Wasser zu geben, in dem man einen Stift oder ähnliches in Trinkwasser taucht und die Tropfen an die Schnauze hält. „Die Aufzucht kleiner Fledermäuse ist schwierig“, so der Nabu. Es gebe aber eine amtlich anerkannte Fledermaushilfe, die verletzte und junge Fledermäuse aufnehme und versorge.

Die meisten im Kreis Heinsberg gefundenen Fledermäuse sind Zwergfledermäuse, die ausgewachsen nur knapp daumengroß sind. Wie alle Fledermausarten sind sie gesetzlich streng geschützt. Fledermäuse dürfen nicht gefangen oder getötet werden und auch ihre Quartiere stehen unter Schutz. Im Kreis leben die meisten Gebäudefledermäuse an in engen Spalten, in die man kaum die Finger schieben kann. Solche Spalten findet man an vielen Giebeln sowie hinter Holz- und Schieferverkleidungen und sehr oft unter Metallblechen am Dachrand.

Daher appelliert der Nabu an alle Quartierbesitzer und Quartierkenner, die Tiere jetzt unbedingt in Ruhe zu lassen und Arbeiten an von Fledermäusen bewohnten ­Dächern und Verkleidungen bis mindestens Mitte August, besser noch Ende September zu verschieben.

Bei Fragen zu und Problemen mit den kleinen Nachtschwärmern hilft der Nabu gerne weiter: Ansprechpartner ist Michael Straube unter Telefon 02434/8094043. Die Fledermausnotaufnahme (Susanne Neitzel) ist zu erreichen unter Telefon 0177/6862406.

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