Heinsberg-Oberbruch - Julia Neigel erobert Bühne und Tische

Julia Neigel erobert Bühne und Tische

Von: Anna Petra Thomas
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Julia Neigel kann kaum stillstehen, wenn sie singt. Sie ist unterwegs, auf der Bühne und vor allem zu ihrem Publikum, zu dem sie die Nähe sucht. Zum Schluss sangen sie im Chor, Julia Neigel und ihre Fans. Foto: Anna Petra Thomas
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Eine ganze Stunde lang spielte „Glenrock“ zum Auftakt Hits der Band „Toto“, darunter auch die ganz bekannten wie „Rosanna“ oder „Africa“. Foto: Anna Petra Thomas
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Seine erste LP von „Jule Neigel“ hatte Willi Weindorf natürlich mitgebracht. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Oberbruch. „Willi, was geschieht?“ Kaum bemerkt von denen, die schon da sind, kommt Julia Neigel ganz locker, eingehüllt in einen schwarzen Daunenmantel mit Kapuze, in den VIP-Bereich der Oberbrucher Festhalle.

„Das wird ein Spaß!“, versichert sie Glenrock-Bandleader Willi Weindorf schon vor dem großen Konzert zum 25-jährigen Bestehen seiner Band und vor der Gesprächsrunde, die Vera Passy vom Improvisationstheater Springmaus moderiert.

„Ihr seid alle so supernett, das kann nur gut sein“, versichert sie dem zunächst kleinen Publikum geladener Gäste. Sie erinnert sich an ihre Auftritte in der Region, 1989 in Aachen und zuletzt im September 2006 auf dem Heinsberger Burgberg, zusammen mit dem Aachener Sinfonieorchester. „Das war super!“

Duett-Partnerin von Maffay

Dann zollt sie Weindorf und seiner Band ihre Hochachtung: „Welcher Musiker lädt sich zu seiner Party eine andere Band ein?“, fragt sie ihn erstaunt und fügt hinzu: „Das ist unglaublich cool, professionell und souverän!“ Sie sei eigentlich in diesem Jahr unplugged unterwegs, erklärt die Künstlerin, die jetzt als Duett-Partnerin von Peter Maffay auf Tabaluga-Tour geht. „Das ist hier unser einziges Rockkonzert in diesem Jahr!“

Ja, auch von „Schatten an der Wand“ werde sie noch singen, kündigt sie an. „Ich singe es gerne. Das liegt daran, dass ich es geschrieben habe. Es hat meine Karriere angestoßen. Alle erinnern sich bei Schatten an der Wand, dass es mich gibt.“ Auch von ihrer jüngsten CD „neigelneu“ will sie natürlich singen.

Viele ihrer Themen seien eine Art Lebensreflexion, erzählt die Musikerin, die sich selbst als Optimistin sieht. Und sogar aus ihrer nächsten, noch gar nicht veröffentlichten CD verspricht sie ein Stück: „Der Himmel lacht“, heißt es. „Ich werde noch ganz viele Alben machen. Das ist keine Frage der Zeit und des Alters“, sagt sie. „Ich stehe auf der Bühne, bis ich…“, lässt sie ihren letzten Satz unvollständig stehen.

„Wir wollten uns was gönnen. Dass sie heute da ist, das ist mehr als was gegönnt!“, freut sich Weindorf auf den Auftritt von Julia Neigel und ihrer Band. Er erzählt von seinen ersten Schritten in einer Kirchenband, der Entstehung des Namens „Glenrock“ bei einem abendlichen Gelage mit Whiskey ähnlicher Bezeichnung am Heinsberger Lago und von dem Auf und Ab der vergangenen 25 Jahre, das er mit einer Wellenbewegung vergleicht.

„Wir sind gerade an einem Punkt ganz oben, wo die Welle uns noch ein Stück nach vorne spielt“, lacht er. „Uns wird es noch lange geben! Wir sind sicher, dass es von uns noch viel und lange was zu hören gibt“, sagt er über seine Band, die für ihn die „professionellste Hobbykapelle der Region“ ist, oder anders gesagt, „die geilste Coverband hier in der Ecke“.

Das beweist „Glenrock“ dann gleich anschließend mit seinem „Tribute“ an die Band „Toto“, der Lieblingsband von Frontsänger Willi Weindorf, Maike Huppertz und Susanne Huben (Gesang), Stephan Martin (Gitarre), Thomas Horbach und Arkadius Gabrisch (Keyboards), Ralph van den Waardenberg (Drums) und Frank Stellmacher (Bass und Gesang).

Die Stimmung in dem inzwischen fast 700 Gäste zählenden Publikum ist gut nach Hits wie „Rosanna“ oder „Africa“, aber sie wird noch besser, als Julia Neigel die Bühne für sich erobert. Ja, die ganze Bühne, denn sie ist bei ihrem Auftritt ständig unterwegs, zur Treppe zu ihrer Linken bis zur Empore zu ihrer Rechten. Schon nach Song Nummer zwei hält es sie gar nicht mehr auf der Bühne. Sie muss näher zum Publikum, klettert von der Treppe auf die Tische vor den großen Boxen und ist den Menschen, mit denen sie da zusammen singt, ganz nah.

Begleitet wird sie in Oberbruch von Joerg Dudys (Gitarre), Simon Nicholls (Keyboard), Ralf Gustke (Drums), Raoul Walton (Bass) und Andrea Josten (Background-Gesang). Eineinhalb Stunden, nur kurz unterbrochen von einem eindrucksvollen Solo mit Schlagzeug und Bass, singt sie und wirbelt dabei über die Bühne. Schon bald sind ihre langen Haare zum Pferdeschwanz gebändigt, fliegen ihre Turnschuhe in die Ecke, ist sie barfuß auf der Festhallen-Bühne unterwegs. Nein, beim letzten Ton ist ihr Konzert noch nicht zu Ende: Die versprochenen „Schatten an der Wand“ gibt es natürlich als Zugabe für ein begeistertes Publikum.

Kurz vor Mitternacht steht dann „Glenrock“ selbst wieder auf der Bühne, mit einem „Best of Cover“. Und mit einem DJ wird das Bandjubiläum weiter gefeiert bis weit in die Nacht.

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