Jugend schaut über den Tellerrand hinaus

Von: hewi
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Im Rahmen des deutsch-russisch
Im Rahmen des deutsch-russischen Auszubildenden-Austauschs wurde am Freitag die Biogasanlage in Wassenberg besichtigt: Die Geschäftsführer Rainer Sender und Josef Frey sowie Betriebsleiter Leo Hocks (v.r.) hießen die Gäste willkommen. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Zum fünften Mal sind Auszubildende und Lehrer aus dem russischen Arsamas in den Kreis Heinsberg für eine Woche gekommen, um ihren deutschen Kollegen über die Schulter zu schauen. Auf den Besuch der Russen folgt nun unmittelbar ein Gegenbesuch der deutschen Auszubildenden in Arsamas.

Dieser deutsch-russische Austausch wird von der Sparkassen-Stiftung für Völkerverständigung ermöglicht. Mit im Boot sitzen die Kreishandwerkerschaft, die Innung für das Elektrohandwerk und der Verein „Jugend aktiv”.

Arsamas liegt rund 500 Kilometer südöstlich von Moskau, im Herzen Russlands. Der Kreis Heinsberg ganz im Westen Deutschlands ist dort seit zehn Jahren ein Begriff. Alle zwei Jahre steht nämlich ein Azubi-Austausch auf dem Lehrplan des dortigen wirtschaftlich-technischen Technikums, an dem die Ausbildung der Azubis stattfindet.

Zwei Elektro-Azubis, zwei angehende Bürokauffrauen und ihre Lehrer Viktor Filkin und Larissa Mordwinowa wurden nach ihrer Ankunft am Düsseldorfer Flughafen ihren Gastfamilien vorgestellt. Neben einer Menge Praxis an den Ausbildungsplätzen der Gastgeber gab es ein vielseitiges Programm, um die Region und ihre Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Einen regen Austausch gab es beim Besuch des Geilenkirchener Berufskollegs und in den Firmen vor Ort in Gangelt, Heinsberg, Hückelhoven und Erkelenz. Auch ein Besuch der Elektrotechnik-Messe in Dortmund war unter anderem angesagt.

Vor zehn Jahren begann der Austausch mit einem Besuch von Kfz-Azubis, wie Willi Engels bei einem Pressegespräch in der Erkelenzer Hauptstelle der Kreissparkasse erklärte. Von ihm stammte die Idee des Austauschs. „Wichtig ist, dass die jungen Leute über den Tellerrand hinausschauen”, so Engels.


Im damaligen Sparkassendirektor Lothar Salentin und der Sparkassen-Stiftung für Völkerverständigung fand er die geeigneten Partner, um die Idee in die Tat umzusetzen. Die Stiftung besteht seit mehr als 20 Jahren. Salentin unterstützt den Austausch heute noch als Schirmherr. Sein Nachfolger Thomas Pennartz unterstrich den Stiftungszweck des Austauschs und den Wert der Völkerverständigung.

Das russische Ausbildungssystem unterscheidet sich deutlich von dem deutschen, wie Berufsschullehrer Filkin hervorhob. Die Elektrik-Ausbildung dauert in Russland vier Jahre, beinhaltet ein Jahr Elektronik und findet zumeist in der Schule statt. Ein duales System, wie es in Deutschland mit Ausbildung in Betrieb und Schule existiert, gibt es in Russland nicht. „Es bestehen gravierende Unterschiede, was das Ganze so interessant macht”, so Johannes Wilms von der Kreishandwerkerschaft.

Entsprechend überrascht waren die Azubis auch zuerst über den großen praktischen Ausbildungsanteil ihrer deutschen Kollegen. Andrej Petruschow und Aleksej Tschernyschow werden ihrerseits ein Ingenieursstudium anschließen können, wenn sie ihre Ausbildung beendet haben. Andreas Ott und Konrad Meier freuen sich schon auf die Woche in Russland. „Wir verständigen uns auf Deutsch, Englisch und ein wenig Russisch”, verriet Meier. Die angehende Bürokauffrau Swetlana Krolewa findet das deutsche Ausbildungssystem gut und würde sich über ein wenig mehr Praxis in Russland freuen. Sie und ihre Kollegin Marina Kurylewa werden in der kommenden Woche als Gastgeberinnen für Laura Storms und Cathrin Sildatke einige Einblicke in ihren Ausbildungsalltag geben können.
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