Kreis Heinsberg - „Jugend gründet“: Berufskolleg ist dabei

„Jugend gründet“: Berufskolleg ist dabei

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„Jugend gründet“: Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 12 der Höheren Handelsschule vom Berufskolleg Wirtschaft des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen sind bei diesem Wettbewerb mit von der Partie.

Kreis Heinsberg. Ein unbemerkter Augenblick und die Handtasche von Jenny Hoffmanns war offen und das Portemonnaie, das Handy und die Brieftasche waren weg. „Ich war total entsetzt, wie schnell und einfach Langfinger an mein Eigentum gelangen können“, sagte Jenny, eine von zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Differenzierungskurs „Jugend gründet“.

Der Wettbewerb wird in diesem Schuljahr zum ersten Mal am Berufskolleg Wirtschaft des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen realisiert.

Die Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 12 der Höheren Handelsschule haben aus der Not eine Tugend gemacht und aus Jenny Hoffmanns‘ Missgeschick ihre Geschäftsidee für die Teilnahme am Online-Wettbewerb für junge Unternehmensgründer von morgen entwickelt. „Dabei sah es am Anfang des Kurses gar nicht so gut aus, denn es war zunächst sehr schwer für die Schülerinnen und Schüler, die benötigte Kreativität für eine neue Idee beziehungsweise ein innovatives Produkt zu entwickeln“, berichtete Kursleiter Karl-Hubert Kinny.

Viele unterschiedliche Ideen wurden entwickelt und durchdacht. Dabei reichte die Palette von der Entwicklung einer Handy-App für freie Sitzplätze bei der Bahn bis hin zu speziellen Beinprothesen für Pferde, damit diese nach einem Bruch des Laufs weiterleben können. Die meisten Ideen entstammten dem direkten Umfeld der Schülerinnen und Schüler.

Alle Ideen wurden zunächst auf ihre praktische Umsetzung hin geprüft und erst danach in die engere Wahl genommen. Letztlich hat sich nach heißer und intensiver Diskussion die Geschäftsidee eines Handtaschenschlosses durchgesetzt, das nur auf den persönlichen Fingerabdruck des Besitzers reagiert: „My SecBag“ lautet denn auch der anschließend dazu ent­wickelte Produktname.

Die Idee war jetzt geboren, nun musste ein aussagekräftiger Businessplan erstellt werden, bei dem die Schülerinnen und Schüler ihr gesamtes kaufmännisches Wissen anwenden konnten, das sie zwischenzeitlich in der Höheren Handelsschule erworben hatten. „Kompetenzorientiertes Lernen, wie es nicht besser sein könnte“, so der Kursleiter. „Und die Motivation kam dabei ganz von selbst.“

Der Businessplan wurde punktgenau fertiggestellt und an ein unabhängiges Expertenteam der Hochschule Pforzheim geschickt. Die Hochschule in Pforzheim betreut diesen Wettbewerb aus fachlich-wissenschaftlicher Sicht. Angesiedelt ist das Projekt beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, das für diesen Wettbewerb eng mit Partnern und Sponsoren aus der Wirtschaft (Volkswagen, Frankfurter Allgemeine Zeitung oder Lenovo Computers) zusammenarbeitet, denn der Wettbewerb genießt einen ähnlich hohen Stellenwert wie „Jugend forscht“.

„Jetzt heißt es abwarten. Und wir sind schon sehr gespannt“, erklärte Till Heinen, der Kurssprecher.

Bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses des Businessplans nehmen die Schülerinnen und Schüler an einer Planspielsimulation auf der Basis einer fiktiven Geschäftsidee teil und müssen realistische, unternehmerische Entscheidungen ­treffen, um ein Unternehmen ­weiterzuentwickeln. Auch dabei geht es wieder um Fachwissen – und natürlich auch wieder um Punkte.

Am Ende entscheiden die Punkte des Businessplans und die Punkte der Unternehmenssimulation, wer Gesamtsieger wird.

„Wir hoffen, ganz weit oben dabei zu sein“, so Till Heinen. Denn den erfolgreichsten Teams winken attraktive Preise. Das Siegerteam fährt sogar nach Kalifornien (USA) ins Silicon Valley mit Besuchen bei Google, Intel und dem VW-Design-Zentrum.

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